ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

Für Dr. Hans-Peter Meister, den geistigen Vater der Bürgernetzwerk-Idee, liefert die lange Liste der Umsetzungsvorschläge, die für die Entwicklung der Bensheimer Innenstadt erarbeitet wurden, den eindrucksvollen Beleg dafür, welche Potenziale im zivilgesellschaftlichen Engagement stecken:  „Es ergänzt die repräsentative Demokratie und erweitert den Horizont um die Sachkunde und den Ideenreichtum, die in der Stadtgesellschaft schlummern.“

Der IFOK-Gründer Meister gilt als einer der führenden Beteiligungsexperten in Deutschland. Er kann nicht nachvollziehen, wenn Verwaltung und Politik die Vorschläge, die auf diese Weise auf dem Tablett serviert werden, auf die lange Bank schieben oder gar links liegen lassen. Den Bürgerdialog zum „Marktplatz der Zukunft“ hält Meister nach wie vor für einen „perfekten Beteiligungsprozess“. Im Ergebnis markiere er die Eckpunkte für die wesentlichen Zielvorgaben: Belebung, auch nach Geschäftsschluss und unabhängig von  Jahreszeit und Wetter, ein von der Hauptstraße aus unverstellter Blick auf die Stadtkirche St. Georg sowie die planerische Betrachtung des gesamten Marktplatzes und seines städtebaulichen Umfelds als ein zentrales Element eines Gesamtkonzepts.

Dass dies nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren noch einmal mit einem offenen Ideenwettbewerb hinterfragt werden soll, kostet zwar weitere Zeit, ist aber vom Bürgernetzwerk nicht zu beanstanden. Ärgerlich bis respektlos gegenüber den mehrere hundert am Bürgerdialog bis Dezember 2019 Beteiligten ist allerdings die Erwartung, dass bei der Vorbereitung des auszuschreibenden Ideenwettbewerbs neben der Verwaltung und der Kommunalpolitik nur die Initiatorinnen des Bürgerbegehrens beteiligt werden sollen. „Hier beginnt das Glas halb leer zu werden“, macht sich Frust und Ärger im Lenkungsteam des Bürgernetzwerks Zukunft der Innenstadt breit.

MOBILITÄT UND SMART CITY BENSHEIM

MOBILITÄT UND SMART CITY BENSHEIM

Digitalisiertes 3D-Stadtmodell, © DLR Verkehr

Wenn man die Qualität einer Innenstadt ganzheitlich betrachten möchte, gehören viele Dinge dazu, die einem Betrachter nicht unbedingt zuerst einfallen. Ganzheitlich, die Vokabel ist vermutlich überstrapaziert. Dennoch hat das Bürgernetzwerk Bensheim von Anfang an den Ansatz, möglichst viele Aspekte vernetzt zu betrachten, die einen Einfluss auf die Stadtqualität haben. Das Ziel ist es dabei, eine möglichst hohe Aufenthalts- und Erlebnisqualität der Innenstadt zu schaffen, um sie zukunftsfähig aufzustellen.

In der Arbeitsgruppe „Mobilität“ unter der Leitung von Markus Bamberg und Norbert Diehl untersuchen wir die Frage, welchen Beitrag der Verkehr und seine ganzen Facetten auf diese Qualität einzahlen kann. Welchen Verkehr gibt es überhaupt in Bensheim, und wie wirkt er sich jeweils aus? Welche Megatrends sind überregional zu beobachten, und sind diese auch ein Thema für die Kommune? Wie kann die Gestaltung der Mobilität schrittweise umgesetzt werden, um der Vision Stück für Stück näher zu kommen?

Ergebnisse aus dem „Innenstadtdialog 2030 zur Entwicklung der Innenstadt“ von 2017

Seit 2018 haben wir zunächst die Ist-Situation analysiert, um in der Arbeitsgruppe eine fachlich grundierte Diskussion zu führen. Dabei fanden und finden noch immer viele Treffen mit der Stadtverwaltung, Verkehrsdezernat, Parteien, Verbänden und Institutionen im Bereich Mobilität statt. Ebenso wurden die Vorarbeiten ausgewertet, die es bereits im Innenstadt-Dialog/Rotes Sofa, im Green City Masterplan, im Luftreinhalteplan für das Gebiet Südhessen – Teilplan Bensheim, im Radverkehrskonzept, im Parkraumbewirtschaftungskonzept oder im Verkehrsentwicklungsplan gibt. Ziel ist es immer, von der Bevölkerung getragene Verbesserungen herbeizuführen, die auf die individuellen Bedürfnisse Bensheims passen. Es geht dabei nicht um Ideologien oder vorgefasste Meinungen, sondern um einen möglichst breiten Konsens. Erste Ergebnisse und Ziele haben wir bereits in einem Bürgerforum 2019 vorgestellt.

Formulierte Ziele für Verkehr und Mobilität:

  • Gute Erreichbarkeit der Innenstadt
  • Hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzer
  • Nachhaltige Mobilität für die Stadt

 

Mobilitätskonzept und Parkkonzept erarbeiten

Bensheim muss sich auf die veränderten Mobilitätsanforderungen der Zukunft einstellen. Das betrifft vor allem die intelligente Vernetzung von individuellem und öffentlichem Nahverkehr, die Infrastruktur für eine vermehrte Nutzung des Fahrrads, aber auch ein Parkraumkonzept, das die Innenstadt gegenüber der „grünen Wiese“ konkurrenzfähig hält. Hier spielt vor allem intermodale Mobilität eine Rolle: wie können die verschiedenen Verkehrsträger in der Zukunft kombiniert (z.B. Park+Ride oder Park+Bike) und der Verkehrsraum gerecht aufgeteilt werden?

Reduzierung der Umweltbelastung

Für die Steigerung der Lebensqualität ist eine Betrachtung der Umweltbelastung ein wichtiger Punkt. Megatrends sind hier die Minimierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und ein umfassendes Verkehrskonzept. „Stadt- und Verkehrsplanung müssen zusammen gedacht werden. Es werden Orte gebraucht, in denen ausgehandelt wird, wie öffentliche Räume in Zukunft genutzt werden.“ (Dr. Cordelia Polinna, Urban Catalyst)

Zur Transparenz der Umweltbelastung ist ein Zusammenspiel von Digitalisierung und Apps zur Erfassung des Luftmessnetzes (CO2, NOX) erforderlich. Erste Smart-City-Diskussionen sind bereits geführt worden.

(Quelle: Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay)

Smart Mobility und Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme

Ein Schlüssel für eine gute, saubere und effiziente Mobilität ist die Digitalisierung. Sie hilft uns dabei, mehr Mobilität bei weniger Verkehr zu erreichen – und gleichzeitig weniger Emissionen auszustoßen. Dafür braucht es Lösungen, die mittels smarter Sensoren ermöglicht, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zeitlich exakt zu bestimmen. Diese Daten sind die Grundlage für ein Modell zur Schaffung von Anreizen, andere Verkehrsträger und -wege zu wählen und so zur Optimierung beizutragen.

Erfassung von Fahrzeugtypen sowie deren Fahrtrichtung. (Quelle: stock.adobe.com)

Das Bürgernetzwerk informiert sich ständig über Entwicklungen und Projekte im Bereich der Digitalisierung und hat auch schon verschiedene Referenzprojekte kennengelernt (Parksystem Langenfeld, Smart City Darmstadt und Mannheim, LoRaWAN-Projekte im Kreis Bergstraße).

Im Blick sind dabei immer die Möglichkeiten, was davon wie in Bensheim realisiert werden kann und – wie bereits zu Beginn geschrieben – auf das Ziel Stadtentwicklung einzahlt.

Leitthemen für die weiteren Aktivitäten:

  • Vernetzung diverser Mobilitätsangebote (Car-Sharing, nextbike, E-Ladestationen)
  • Transparenz der Verkehrs- und Umweltsituation durch digitale Messstellen
  • Ausbau des Netzes verschiedener Verkehrsteilnehmer (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger, Auto u.A.)
  • Online-Parkleitsystem (auch Fahrrad), kombiniert mit intermodalem Verkehrsnutzen
  • Mobilitätsportal Bensheim

Schaubild Mobilitätsportal (Quelle: team red / Thorsten Gehrlein)

Marktplatz

Der erste auf dem Bensheimer Marktplatz durchgeführte Regionalmarkt gewährte im August 2019 einen Einblick in die Vielfalt des regionaltypischen Angebotes an der Bergstraße. Direkterzeuger und Händler aus der Umgebung boten qualitativ hochwertige Ware zum Probieren und Kaufen an. Und junge Start-ups der Region präsentierten ihre innovativen und kreativen Produkte. Es war der Auftakt einer Marketingoffensive für regionale Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel, Schritt für Schritt ein spezifisches Charakteristikum der Bensheimer Innenstadt zu formen. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

STADTPLANUNG

Die bauliche Entwicklung der Bensheimer Innenstadt ist eines der zentralen Themen des Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim. Sein Konzept dafür hat das Bürgernetzwerk bereits im Sommer 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Erläuterung an Ort und Stelle bot der Sprecher der Architektengruppe des Bürgernetzwerks, Sanjin Maracic, mehrere Themen-Führungen in der Innenstadt an, welche stets sehr gut besuchten waren. Schwerpunkte waren Marktplatz der Zukunft, Konzept Hoffart-Gelände, Die Gestaltung und Beleuchtung der Lauter, sowie Spiel-, Bewerbungs- und Verweil-Plätze. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

MOBILITÄT

Gute Erreichbarkeit der Innenstadt, Hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzer, Nachhaltige Mobilität für die Stadt, Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme und die Entwicklung in Richtung einer SmartCity Bensheim waren die Arbeitspakete, mit denen sich die Arbeitsgruppe Mobilität im Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim beschäftigt hat. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

UMFRAGE ZUM BENSHEIMER WOCHENMARKT

UMFRAGE ZUM BENSHEIMER WOCHENMARKT

Das Bürgernetzwerk Bensheim hat vom 4. August 2020 – 5. September 2020 eine Befragung unter Besuchern und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts durchgeführt, um mehr über deren Wünsche und Erwartungen an den Wochenmarkt zu erfahren.

504 Besucher und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts beantworten die Fragen des Bürgernetzwerk

Bedanken möchten wir uns bei 504 Teilnehmern, die unseren Fragebogen online und in Papierform ausgefüllt haben. Damit haben wir unser Ziel von 500 Teilnahmen erreicht und bekommen ein gutes Meinungsbild zum Bensheimer Wochenmarkt.

Folgende Fragen haben wir den Besuchern und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts gestellt:

  • Wie oft besuchen Sie den Bensheimer Wochenmarkt?
  • In welcher Entfernung vom Markt wohnen Sie?
  • An welchen Tagen sollte Ihrer Meinung nach, der Wochenmarkt stattfinden?
  • Welche Öffnungszeiten wünschen Sie unter der Woche?
  • Welche Öffnungszeiten wünschen Sie sich am Samstag?
  • Welche Waren und gastronomischen Angebote sollte der Bensheimer Wochenmarkt bieten?
  • Verbinden Sie Ihren Wochenmarkteinkauf häufig mit anderen Aktivitäten?
  • Warum kaufen Sie nicht oder nur selten auf dem Wochenmarkt ein?
  • Würden Sie mehr regionale Produkte kaufen, wenn diese:
  • Wo würden Sie regionale Produkte am liebsten aussuchen, bestellen oder kaufen?
  • Würden Sie regionale Produkte auch dann kaufen, wenn sie etwas teurer sind als nicht-regionale Produkte?
  • Alter der Befragten
  • Geschlecht der Befragten

Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Antworten der Befragten hat das Bürgernetzwerk in einer Präsentation zusammengestellt. 

HIER können Sie die komplette Dokumentation mit vielen weiteren Details herunterladen.

Der Bensheimer Wochenmarkt hat Potenzial:

  • 50 % der Befragten möchten dort regionale Produkte kaufen.
  • 85% sind bereit, für regionale und nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben !!!!

Der Bensheimer Wochenmarkt muss sich aber definitiv mehr an den Bedürfnissen der potenziellen Kunden ausrichten:

  • Eine Kommunikation und Information bzgl. Anbietern und Produkten auf dem Bensheimer Wochenmarkt ist so gut wie nicht vorhanden. Hier muss eine Lösung (analog und digital) her

Das Bürgernetzwerk Bensheim möchte zusammen mit der Stadt Bensheim, dem Stadtmarketing und den Anbietern auf dem Wochenmarkt einige der Erkenntnisse und gewünschten Verbesserungen umsetzen, um den Bensheimer Wochenmarkt damit für seine Kunden weiterzuentwickeln und attraktiv zu gestalten.

ZIEL: Bensheimer Marktplatz und Bensheimer Wochenmarkt gemeinsam als MARKT entwickeln!!

Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns dabei unterstützt haben, die Umfrage durchzuführen und diese wichtigen Erkenntnisse zu erlangen. Helfen Sie uns auch bei der Umsetzung.

Das Team vom Bürgernetzwerk Bensheim

 

MARKE DER STADT ALS STRATEGISCHER KOMPASS FÜR BENSHEIM

MARKE DER STADT ALS STRATEGISCHER KOMPASS FÜR BENSHEIM

Auf Initiative des Bürgernetzwerks Bensheim wurde im Herbst 2018 das BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT gestartet und in einem moderierten Bürgerdialog über Themen diskutiert, die zur langfristigen Belebung der Innenstadt führen sollen. Einer der vier Arbeitskreise beschäftigte sich mit dem Thema: MARKE. Zwei Fragen galt es am Anfang zu beantworten: Wofür steht Bensheim – was sind die Stärken und Schwächen – und wie möchte die Stadt mit ihren spezifischen Merkmalen und Angeboten von Bürger*innen und Gästen wahrgenommen werden?

Die Marke als Dach und Kompass: Erlebnisraum Innenstadt

Anspruch war, dass die Stadtmarke alle Bereiche abbilden muss: konkret auch den Erlebnisraum Innenstadt. Eine Marketingkampagne soll die Botschaft anschaulich und einprägsam machen.  Wesentlich für die Entwicklung der Marketingstrategie war die Erarbeitung der anzustrebenden Markeneigenschaften der „Innenstadt 2030“ im Bürgerforum „Zukunft Innenstadt“:

  • Leitbild: Die Innenstadt als „gefühlte Mitte“
  • Differenzierungsmerkmale im Städtewettbewerb
  • Wettbewerbsvorteile durch Profilierungsstrategie für …
    • Erlebnis- und Aufenthaltsqualität
    • Wohlfühlatmosphäre
    • kulturelles Angebot
    • Einzelhandel und Gastronomie

Reduktion der Komplexität auf eine verbindende Klammer

Die Herausforderung bestand darin, eine verbindende Klammer zu finden, die ein Gefühl vermittelt, das alle Zielgruppen anspricht:

Die Ergebnisse der Plenums- und Arbeitsgruppen-Runden im Bürgernetzwerk wurden erst der Verwaltung und dann den städtischen Gremien präsentiert. Daraufhin wurde eine Agentur mit der Entwicklung der neuen Stadtmarke beauftragt. Die präsentierten Eckpunkte aus der Arbeitsgruppe des Bürgernetzwerks lieferten die inhaltliche Grundlage für die kreative Umsetzung.

Bensheim präsentiert sich mit neuer Stadtmarke

Mit Begleitung durch das Bürgernetzwerk präsentierte die beauftragte Agentur mehrere Vorschläge für Wort-Bild-Marke, Slogan und Kampagnenentwurf. Nach zwei Diskussionsveranstaltungen mit Multiplikator*innen aus Wirtschaft, Kultur, Bildung, Tourismus, Handel, Gastronomie und Bürgergesellschaft lag die finale Entscheidung beim Magistrat der Stadt Bensheim. Im Juli 2020 wurde die Marke der Öffentlichkeit vorgestellt: Bensheim – Herz der Bergstraße:

Bensheim präsentiert sich mit neuer Stadtmarke – Stadtverwaltung Bensheim.

Hier einige Anwendungsbeispiele für die Wort-Bild-Marke und die Image-Kampagne für die Innenstadt im Zeichen der Corona-Pandemie:

BENSHEIM DIGITAL – Ein Digitalisierungs-Konzept für die Stadt

BENSHEIM DIGITAL – Ein Digitalisierungs-Konzept für die Stadt

 

Digitalisierung, digitale Kanäle und digitale Medien sind tägliche Realität geworden und beeinflussen mehr und mehr, wie wir miteinander kommunizieren. Eine enge „digitale“ Bindung zu Bürgern und Gästen ist wettbewerbsentscheidend für eine Stadt. Anpassungsfähige digitale Geschäfts- und Kommunikations-Modelle müssen entwickelt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Stadt und Ihrer ansässigen Wirtschaft zu stärken und langfristig zu sichern.

“Die Potentiale der Stadt entfalten sich erst im Rahmen eines funktionierenden digitalen Beziehungsgeflechts zwischen Stadt & Bürger, Wirtschaft & Kunde, Hersteller & Konsument, Tourismus & Gast. Dabei geht es um die sinnvolle Vernetzung des realen und virtuellen Stadtraumes, denn die “nicht-digitale” Kommunikation mit Zielgruppen wird weiterhin wichtig sein. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen brauchen Städte eine eigene Digitalstrategie und ein Stadtmarketing mit Digitalkompetenz”, Ottmar Meissner, Bürgernetzwerk Bensheim

Die Stadt Bensheim, ein Mittelzentrum an der Bergstraße in Hessen, will die vielfältigen Chancen, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, für mehr Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung, für die Stärkung und Sicherung des Wohlstandes vor Ort und nicht zuletzt für eine nachhaltige und ressourcenschonende Stadtentwicklung in Bensheim und der Region nutzen. Sie beauftragte daher im Jahr 2020 die Erstellung eines Konzepts für eine digitale Plattform, welche integrativ, automatisiert, erweiterbar und nachhaltig die Anforderungen einer „Smart City Bensheim“ erfüllen kann.

 

Bensheim Digital – Eine Mission für die Zukunft der Stadt !!

Die zentrale Idee der Bensheim Digital Plattform ist es, die diversen Digitalisierungs-THEMEN und Initiativen in einer Stadt von Anfang an ZUSAMMEN zu DENKEN und gemeinsame Leitlinien für die Lösungsbausteine zu definieren. Damit soll sichergestellt werden, dass zukünftige digitale Lösungen für Marketing, Handel und Lieferdienste, Bürgerbeteiligung, Kommunikation mit Bürgern und Gästen, Mobilität, …. in einer Stadt wie Bensheim so zusammenarbeiten und aufeinander abgestimmt sind, das Synergieeffekte entstehen und damit die Idee der “Smart City Bensheim” langfristig Realität werden kann.

Angestoßen wurde das Thema vom Bürgernetzwerk Bensheim im Rahmen des 2018 gestarteten Bürgerforum Zukunft Stadt Bensheim. Gemeinsam mit Bürgern und Wirtschaftsvertretern der Stadt wurden in 3 Dialogforen, 24 Arbeitspakete definiert, welche in Arbeitsgruppen zu Gesamtkonzepten ausgearbeitet wurden. Die daraus entstandene Prioritätenliste für Bensheim hat 8 Schwerpunkte, zu denen auch das “Bensheim Digital Projekt” gehört.

Die Stadt Bensheim hat einige der Ideen aus dem Bürgerforum übernommen und möchte diese im Rahmen der städtischen Möglichkeiten in den nächsten Jahren umsetzen. Das vom Bürgernetzwerk vorgeschlagene “Bensheim Digital Projekt” ist eine davon.

Digitales Stadtmarketing & Smart City Plattform für Bensheim

Bereits in der Arbeitsgruppe “Bensheim Digital Projekt” des Bürgernetzwerk wurde in Gesprächen mit Interessensgruppe aus Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft herausgearbeitet, welche Anforderungen die Lösung “Digitales Stadtmarketing & SmartCity” für die Stadt Bensheim erfüllen sollte. Ergebnis:

  • Digitale Kommunikation mit Bürgern und Gästen der Stadt
  • Digitales Marketing für die Stadt, das ansässige Gewerbe und Vereine / Organisationen
  • Digitale Vertriebsunterstützung für Einzelhändler, Gastronomie, Veranstalter, Dienstleister
  • Digitale Dienste / Bürgerservices, welche den Alltag von Bürgern und Gästen erleichtern
  • Integration bestehender digitaler Angebote der Stadt. Synergieeffekte nutzen !!
  • Vernetzung des realen und des virtuellen Stadtraumes.
  • MEHRWERTE für alle beteiligten Akteure und Interessensgruppen: Bürger, Gäste, Handel, Gastronomie, Politik, Vereine, Institutionen, Wirtschaft und Tourismus

Basierend auf diesen Anforderungen und dem Feedback aus den Gesprächen mit Interessensgruppen aus Bensheim wurde vom beauftragten Dienstleister ein Digitalkonzept und die Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung des 1ten Lösungsbausteins „Digitales Stadtmarketing“ der Bensheim Digital Plattform erstellt.

Die Lösung “Digitales Stadtmarketing & SmartCity” soll nicht nur die genannten Anforderungen erfüllen, sondern legt größten Wert darauf, dass die digitalen Angebote in der Stadt eng vernetzt sindvieles automatisiert wird und damit Synergieeffekte entstehen. Die Bereitstellung und Aktualisierung eines zentralen Veranstaltungskalenders, eines zentralen Anbieterverzeichnisses und tägliche News aus Stadt und Region funktioniert NICHT ohne die Integration bestehender digitaler Angebote (Webseiten, Social Media, Apps, Dienste, Medien) und eine automatisierte Zusammenführung dieser Inhalte über definierte Schnittstellen auf einer digitalen Plattform der Stadt.

Aus „Konsumenten-Sicht“ soll es zwei mögliche Nutzungsszenarien geben:

  • Als Bürger der Stadt
  • Als Gast/Besucher der Stadt

Damit einhergehend soll es möglich sein, unterschiedlichen Inhalte und Dienste für diese Zielgruppen anbieten zu können.

Barrierefreier Zugang über Smartphone App, Webseite, Steele und digitale Außenwerbung

Die Stadtmarketing Webseite ist dabei die zentrale Schnittstelle, über welche die Nutzer der Plattform angesprochen werden und die Angebote bzw. Inhalte der Plattform konsumieren. Um jedoch vielfältige Zielgruppen zu erreichen, barrierefreien Zugang zu ermöglichen und auf unterschiedlichen Geräten (das Smartphone ist das meistgenutzte Interface bei Konsumenten) nutzbar zu machen, sollen die Angebote / Inhalte / Dienste auch in anderen Formaten (Smartphone App, Digitale Stele, unterschiedliche Bildschirmformate für digitale Außenwerbung,  ….) zur Verfügung gestellt werden.

Das Backend der Stadtmarketing Lösung ist über Schnittstellen mit anderen digitalen Angeboten, Lösungen, Diensten verbunden und sammelt automatisiert den „Content“ in einem zentralen Content Management System (CMS) bzw. Datenbank ein, um es dann Zielgruppen orientiert, nach persönlichen Vorlieben dem Nutzer zum Konsum bereitzustellen.

Das Ziel muss es sein, mit möglichst wenig Aufwand, den Nutzern täglich neue Inhalte, Angebote und Mehrwerte bieten zu können, um diese zur täglichen Nutzung der Lösung zu motivieren und damit Besuche in der Stadt und bei den ansässigen Wirtschaftsunternehmen (den Anbietern) zu generieren. Damit erhält man Reichweite und eröffnet neue Potentiale für die ansässige Wirtschaft, Vereine, Organisationen und die Stadt Bensheim selbst.

 

Stadtrundgänge

Stadtrundgänge

Ortsbegehung mit Schwerpunkt Ecken, Plätze und Brunnen

Stadtrundgang mit Augenmerk auf Plätze und ihrer Bedeutung fürs Gesamtbild

„Das sieht ärmlich aus“, sagt Harald Heußer. Der Wahl-Bensheimer kennt sich aus. Der Diplom-Ingenieur  und Architekt war 28 Jahre lang beim Hochbauamt der Stadt Frankfurt beschäftigt, zuletzt als Projektleiter für das neue Historische Museum am Römerberg. Im Januar rückt er an die Spitze des Heidelberger Hochbauamts.

Wenn Heußer zur oberen Fußgängerzone nur wenig schmeichelhafte Attribute einfallen, dann meint er vor allem das „furchtbare Betonpflaster: Das muss raus!“ So, wie sich dieser Bereich aktuell darstellt, fehle „jegliche Basis, um Investoren zu gewinnen: Der öffentliche  Raum wird stiefmütterlich behandelt“, beklagt Heußer.

Sein Kollege Sanjin Maracic sieht das genauso. Auch er ist Diplom-Ingenieur und Architekt, mit eigenem Büro in Bensheim, seiner Geburts- und Heimatstadt. Im Bürgerforum zur Zukunft der Innenstadt kümmert sich Maracic vor allem um die städtebaulichen Rahmenbedingungen für ein pulsierendes Zentrum. Bei einer Ortsbegehung lenkte er ein besonderes Augenmerk auf die kleinen und größeren Plätze. Als Fixpunkte für das immer wieder angemahnte städtebauliche Gesamtkonzept hat er – natürlich! – den Marktplatz und (auf den ersten Blick vielleicht überraschender) den Beauner Platz ausgemacht. Letzterer ist eigentlich gar kein Platz, sondern eine „Freifläche“, wie ein Teilnehmer des Rundgangs bemerkte. Für den Platzcharakter fehlen die baulichen Abgrenzungen.

In den Augen von Sanjin Maracic fängt der Bereich, den es zu betrachten gilt, am Hoffart-Gelände (von der B 3 bis zum Parktheater) an und hört am Rinnentor auf. Mittendrin steht das Neumarkt-Center „als Kern des Problems“. Bevor große Teile weiter leer stehen, soll die Stadt dort notfalls selbst als Mieter auftreten, lautete ein Vorschlag.

Einig ist man sich im Bürgernetzwerk: Es bietet sich die Riesenchance, die Innenstadt fit zu machen für die Zukunft. Dazu, mahnt Maracic, bedarf es wertiger Bauten und guter Nutzungskonzepte, „damit Menschen gerne hier verweilen“.

Die ersten Ideen im Einzelnen:

• Bahnhofsvorplatz, östlich der B 3: Die Sparkassen-Erweiterung bringt für Maracic per se eine deutliche Aufwertung – zumal der Komplex nicht an der Fassade aufhört. Die Pflanztöpfe in Terrakotta-Imitat-Optik auf dem Vorplatz sollen verschwinden. Besser wäre eine „Bepflanzung im Pflaster“ – und der eine oder andere schattenspendende Baum. „Wasser wäre auch schön“, gab eine Teilnehmerin am Rundgang zu Protokoll. Bei der umgebenden Bebauung ist ein abgestimmtes Farbkonzept für freundlichere Fassaden wünschenswert. „Es lässt sich mit wenig Aufwand viel für das Stadtbild erreichen“, wünscht sich Maracic eine offensive professionelle Beratung der privaten Immobilieneigentümer. Die Fußgänger-Unterführung zum Bahnhof schreit für ihn nach einer anderen Beleuchtung und aufgepeppten Wänden.

• Beauner Platz: „Wir müssen hier wieder Leben hinkriegen“, erinnert sich Maracic an frühere Zeiten. Auf keinen Fall dürfe der Platz „zugebaut“ werden. Ansatzpunkte sind stattdessen: Mikrogastronomie, mehr Grün, vielleicht ein Boule-Platz, weitere Ecken für sportliche Betätigung – zum Beispiel ein Basketballkorb, wie Harry Hegenbarth in einer Arbeitsgruppe anregte. Auf jeden Fall müsse Wasser sprudeln, ein „wichtiger Aspekt für Lebensqualität“, wie eine Teilnehmerin des Rundgangs, Ärztin von Beruf, findet.

Der Rummelplatz soll nicht geopfert, es soll ihm aber auch nicht „alles untergeordnet“ werden. Technisch sei es kein Problem, die verschiedenen Aspekte unter einen Hut zu bringen; man müsse es nur wollen.

Ohne eine sinnvolle Nutzung des Neumarkt-Centers bleiben aber die besten Ideen Stückwerk, war die einhellige Meinung. Favorisiert wird unter anderem ein Lebensmittelmarkt. Ins Gespräch gebracht wurde auch ein Indoor-Spielplatz, eventuell in Kombination mit dem Familienzentrum.

Ob das Neumarkt-Center aus seinem Dornröschenschlaf geküsst werden kann, hängt nicht zuletzt vom städtebaulichen Umfeld ab – von der B 3 bis zum Rinnentor. Hierfür wünscht sich das Bürgernetzwerk ein stimmiges Konzept und einen Zeithorizont für die einzelnen Schritte.

• Platz vor dem Parktheater: Auch hier plädiert Maracic dafür, die einzelnen Baustellen ganzheitlich zu betrachten. Seine Vision: Der Dalberger Hof für Hochzeiten, Feste und Bankette. Das Bürgerhaus als multifunktionales Kongresszentrum. Auf dem Hoffart-Gelände ein Hotel als zentrales Element für die gastronomische, gesellschaftliche und kulturelle Auslastung des Gesamt-Ensembles. Maracic spricht von einer Win-win-Situation mit symbiotischen Effekten – erst recht, wenn alle Objekte von einem Pächter vermarktet werden. „Ladengeschäfte funktionieren an der Bundesstraße nicht“, ist die Forumsrunde überzeugt.

• Obere Fußgängerzone: Der Nibelungenbrunnen sollte abgeräumt, die Fläche kreativ gestaltet werden – mit mehr Grün, möglicherweise Spielgeräten für die Kleinsten, einer ansprechenden Möblierung. An dieser Stelle könnte schnell und mit überschaubarem Kostenrahmen ein Signal gesetzt werden – ebenso auf der Nordseite des Kaufhauses Ganz entlang der Lauter. Die Begrenzungsmauer zum Bach sollte transparenter werden: zumindest an einigen Stellen Geländer statt Steinen und möglichst ein Zugang zum Wasser.

• Marktplatz: Er soll zum „Wohnzimmer von Bensheim“ aufgemöbelt werden. „Was wir mit dem Haus am Markt machen, hängt damit zusammen, was in und mit den drei Fachwerkhäusern an der Nordseite und dem ehemaligen Kaufhaus Krämer passiert“, warnt Maracic auch hier vor Schnellschüssen und nicht im Kontext gedachten Einzelmaßnahmen. Für die „Krämer“-Immobilie schwebt ihm im Erdgeschoss und im ersten OG ein Frischerestaurant à la L’Osteria oder Vapiano vor. In den oberen Geschossen sollten Stadtwohnungen entstehen.Im heruntergekommenen Fachwerk-Ensemble wünscht sich Maracic zur Hauptstraße hin eine Weinstube, im mittleren Gebäude die Tourist-Info und am oberen Ende ein Geschäft mit Produkten und Souvenirs aus der Region. Im Haus am Markt selbst dränge sich die geplante gastronomische Nutzung auf.

Ansonsten gilt, wie überall: Am Anfang steht immer ein ganzheitliches, flexibles Nutzungskonzept, ohne sich von einzelnen Mietern abhängig zu machen. An die Kommunalpolitik geht der Appell, lieber noch mal auf die Bremse zu treten, als vollendete Tatsachen zu schaffen, durch die bessere Lösungen erschwert bis unmöglich werden.

„Der Marktplatz ist für alle da.“ Und: „Es soll keine Zeit geben, wo die Innenstadt nicht belebt ist. Sie gehört uns allen“, fasste Sanjin Maracic nach dem zweistündigen Ideen- und Gedankenaustausch zusammen.

BÜRGER-DIALOG ZUM „MARKTPLATZ DER ZUKUNFT“

BÜRGER-DIALOG ZUM „MARKTPLATZ DER ZUKUNFT“

Eigentlich war Ende 2019 alles geklärt. In mehreren Dialogrunden und vielen Arbeitsgruppen-Sitzungen wurden unter der federführenden Moderation des Bürgerforums die Eckpunkte für einen städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerb für den „Marktplatz der Zukunft“ formuliert. Bei der abschließenden Bürgerversammlung, bei der die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden, meldete sich kaum Kritik. Dafür gab es umso mehr Zustimmung für das erarbeitete Eckpunkte-Papier. Als Stichworte waren gesetzt: Belebung – unabhängig von Jahreszeit und Wetter. Außen- und Innengastronomie. Erhalt des mittelalterlichen Marktplatz-Ambientes. Unverstellter Blick von der Hauptstraße auf die Fassade der Stadtkirche St. Georg.

Daraus ergab sich – als größtmögliche Schnittmenge zwischen den beiden Polen Bebauung und Verzicht darauf – eine maximale Gebäudehöhe, die sich am zum geflügelten Wort gewordenen „Schorschblick“ bemisst.

Auch das Verfahren wurde allgemein gelobt.  Hunderte von Teilnehmern an den Foren, Arbeitsgruppen-Treffen und Führungen vor Ort sowie mehr als 500 Rückmeldungen auf eine Online-Befragung der unter 30-Jährigen lieferten ein breites Meinungsbild und Konsens in der zentralen Vorgabe: Vom Marktplatz muss ein belebender Impuls für die gesamte Innenstadt ausgehen.

Was folgte, stellt das Procedere zurück auf Los. Ein erfolgreiches Bürgerbegehren stoppte die von der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich beschlossene Auslobung eines städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerbs und damit das für die Belebung der Innenstadt wichtige Projekt. Ein Ideenwettbewerb ohne Vorgaben zu Grundsatzfragen – Nutzung, Gebäude: ja oder nein, wenn ja: mit welchen Abmessungen? – soll jetzt Klarheit bringen, wie die Mehrheit der Bevölkerung sich „ihren“ Marktplatz der Zukunft wünscht.

Die Eckpunkte des Bürger-Dialogs können eine Bewertungsmatrix und Entscheidungshilfe liefern. Nach Überzeugung des Bürgernetzwerks müssen sie bei der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs zumindest als Protokollnotiz angemessene Berücksichtigung finden. Sonst werden der dreimonatige Beteiligungsprozess des Spätjahres 2019 ad absurdum geführt und eine große Zahl von engagierten Bürger*innen, die sich zum Teil mit beträchtlichen Zeiteinsatz eingebracht haben, vor den Kopf gestoßen.

 

 

STUDIE 2019 : ZUKUNFTSPROJEKT LEBENDIGE INNENSTADT BENSHEIM

STUDIE 2019 : ZUKUNFTSPROJEKT LEBENDIGE INNENSTADT BENSHEIM

Für eine lebendige Innenstadt ist ein professionelles und einfallreiches Marketing notwendig. In Bensheim waren diese Aufgaben bisher unter zu vielen Akteuren mit unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgeteilt und nicht wirklich koordiniert. Das Bürgernetzwerk Bensheim hat daher nicht nur konkrete Vorschläge für eine neue

Stadtmarke, sondern auch eine Studie erarbeitet, die Erfahrungen anderer Städte ausgewertet und daraus Vorschläge für Bensheim abgeleitet hat.

Favorisiert wird eine privatwirtschaftliche Organisationsform, idealerweise eine Eingliederung als eigenständiger Bereich in die städtische Marketing- und Entwicklungs-Gesellschaft (MEGB). Deren Aufgabenschwerpunkte werden sich ohnehin von der Vermarktung von Gewerbeflächen zur Entwicklung städtischer Liegenschaften verlagern.

Bis eine Entscheidung über eine neue Organisationsstruktur gefallen ist, soll ein eingetragener Verein die Stabsstelle Stadtmarketing im Rathaus strategisch beraten und operativ unterstützen. Wichtig ist dabei nicht nur die Vermarktung nach außen, sondern auch die Kommunikation nach innen mit allen wichtigen Akteursgruppen. Aufgaben und Zielgruppen sind in der Studie zum Innenstadtmarketing in einem Sechs-Säulen-Modell zusammengefasst beschrieben:

Die vollständige Studie “Zukunftsprojekt Lebendige Innenstadt“ mit Best-practice-Beispielen und Handlungsempfehlungen für eine aktive, ganzheitliche Stadtentwicklung finden Sie hier

Die zentrale Aussage – unabhängig von Organisationsstruktur und Rechtsform – lautet:

Innenstadtmarketing ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Wichtigster Erfolgsfaktor ist eine ganzheitliche Strategie, die von den handelnden Akteuren mitgetragen und aktiv unterstützt wird.

DIE LAUTER ERLEBEN

DIE LAUTER ERLEBEN

Eine Besonderheit von Bensheim, mit der nur wenige Städte punkten können, ist der offene Bachlauf der Lauter von der „Stadtmühle“ bis zum Rinnentor. Hier verfügt die Innenstadt über ein Kleinod, das wesentlich zur Aufenthaltsqualität beitragen kann. Dafür muss das Gewässer an geeigneten Stellen mit Abgängen und Bachquerungen zugänglich gemacht werden, damit für Groß und Klein, Jung und Alt Anziehungspunkte entstehen. Der Bachlauf bietet viele bisher ungenutzte Qualitäten, von denen Bensheims Zentrum enorm profitieren könnte. Das gilt sowohl für die Gastronomie als auch mit Blick auf Spielmöglichkeiten für Kinder in Begleitung Erwachsener. Ziel muss es sein, die Lauter erlebbar zu machen. Dazu gehören ein Bepflanzungs- und Beleuchtungskonzept für den gesamten Teilabschnitt.

Sein Konzept dafür hat das Bürgernetzwerk Ende Mai 2019 bei einem zweitätigen Lichtevent vorgestellt. Zur Erläuterung an Ort und Stelle bot der Sprecher der Architektengruppe des Bürgernetzwerks, Sanjin Maracic, eine seiner stets sehr gut besuchten Themen-Führungen in der Innenstadt an. Hier einige Bild-Impressionen:

EIN MASTERPLAN FÜR DIE BENSHEIMER INNENSTADT

EIN MASTERPLAN FÜR DIE BENSHEIMER INNENSTADT

Stadtplanung muss ganzheitlich erfolgen.

Ganzheitlich – was heißt das? Die Vokabel ist überstrapaziert. Sie ist so richtig wie inhaltsleer. Denn die wenigsten haben eine konkrete Vorstellung davon, was gemeint ist.

Ganzheitlich planen und Stück für Stück nach und nach umsetzen: Die Architektengruppe des Bürgernetzwerks unter Leitung von Sanjin Maracic hat in vielen Sitzungen, nach einer Reihe von Ortsbegehungen und ungezählten Gesprächen mit Beteiligten, Experten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Masterplan für die Innenstadt erstellt. Er beschreibt die Rahmenbedingungen, die geschaffen werden sollen, damit Bensheims Mitte ihre Anziehungskraft behält. Dabei geht es um mehr als Fassaden- und Platzgestaltungen. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die Frage nach dem Warum eine Investition sinnvoll, in vielen Fällen sogar zwingend notwendig ist. Anders formuliert: Nutzung und Gestaltung sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie bedingen einander.

Die  Roadmap  für das vom Bürgernetzwerk zur Diskussion gestellte Nutzungs- und Gestaltungskonzept für die Innenstadt orientiert sich an drei Achsen, die Bensheims historischen Kern prägen: die Hauptstraße  von Süd nach Nord, die Bahnhofstraße von West nach Ost und – als unterschätztes Kleinod – die Lauter, die zusammen mit den markanten Plätzen und verträumten Winkeln wesentlich den Charme der Innenstadt ausmacht.

Ein Mausklick nur – und Sie befinden sich am Ausgangspunkt zu einer Stadtführung der besonderen Art: mit 18 Stationen im Reich der Ideen, in dem nichts in Stein gemeißelt, sondern alles den Streit der Edlen wert ist. Der „Masterplan“ will Denkanstöße geben. Lassen Sie sich inspirieren. Ihre Meinung ist uns wichtig. Denn „Bauherr“ sind die Bürgerinnen und Bürger – und Gremien nur deren Sachwalter.

Die Details zum Masterplan Innenstadt finden Sie hier