Neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025

Neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025

Bürger fragen nach: Wie kommt es zu den neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025?

Aus Anlass der jüngsten Erklärungen der Stadt Bensheim zu den vergangenen Haushalten richtet das Bürgernetzwerk Bensheim Fragen an die Stadt:

Im Juni 2025 beschloss die Stadtverordnetenversammlung Bensheim den Haushalt der Stadt für das Jahr 2025 auf der Grundlage des Abschlusses für das Jahr 2024. Damals lag das angegebene Defizit für das Jahr 2024 bei rund 38,5 Mio. Euro, im Entwurf war sogar ein Defizit von 43 Mio. Euro geplant. Nun wird im Dezember 2025 berichtet, dass dieses Defizit um etwa 20 Mio. Euro niedriger ausfällt und bei etwa 18,5 Mio. Euro liegt, also hat sich das Defizit in etwa halbiert.

  • Wie erklärt die Stadt diese Differenz?
  • Wie verträgt sich diese Differenz mit der Ergebnisrechnung, in der beim fortgeschriebenen Ansatz des HH-Jahres 2024 das Jahresergebnis minus 12.513 Mio. Euro beträgt und beim tatsächlichen festgestellten Jahresergebnis 2024 minus 18.559 Mio. Euro? Wie lässt sich die damit die Aussage der Stadt, dass das Defizit um 20 Mio. € reduziert werden konnte, aufrechterhalten?
  • Führt eben die von der Stadt in der Pressemitteilung gewählten Darstellung nicht weiter zur Verwirrung der Öffentlichkeit und widerspricht sie nicht den Angaben der offiziellen Ergebnisrechnung?
  • Welche Faktoren haben zu dieser Abweichung geführt? Handelt es sich überwiegend um Mehreinnahmen, Minder- bzw. verschobene Ausgaben oder andere Ursachen?
  • Wussten die Stadtverordneten im Juni bei der Haushaltsverabschiedung über das offenbar noch nicht final vorliegende Ergebnis von 2024 Bescheid?
  • Welche Auswirkungen hatte das Ergebnis von 2024 für den Haushalt 2025 und wie hätte dieser anders ausgesehen, wenn man von den 20 Mio. Euro gewusst hätte?
  • Gab es in der Vergangenheit ähnlich hohe Abweichungen?
  • Wird auch in Zukunft mit derartigen Abweichungen zu rechnen sein?
  • Welche Schlussfolgerungen zieht die Stadt aus dieser Abweichung von rund 20 Mio. Euro für die künftigen Planungen?
  • Wird die zukünftige Haushaltsplanung angepasst, und wenn ja, in welcher Form?

Insbesondere äußert sich das Bürgernetzwerk besorgt über die kommunikative Wirkung bei der Bürgerschaft. Die sehr erhebliche Steigerung der Grundsteuer B wurde mit der dramatischen Finanzsituation der Stadt begründet. Die für Bürgerinnen und Bürgern nun plötzlich aufgetauchten 20 Mio. Euro dürften nicht zu einem größeren Vertrauen in Politik und Verwaltung führen. Dies umso mehr, als die Stadt in ihrer Pressemeldung kein einziges Wort der Erklärung dafür findet. Allerdings werden in der gleichen Pressemeldung Politiker:innen aus der Stadtverordnetenversammlung kritisiert, die von der Stadt mehr Transparenz und bessere Kommunikation fordern. Daher fragt das Bürgernetzwerk weiter:

  • Wieso liefert die Stadt in ihrer Presseerklärung keine Erklärung für diese erhebliche Abweichung?
  • Wie plant die Stadt, diese Erklärung der Stadtverordnetenversammlung zu vermitteln?
  • Welche Kommunikationsstrategie wird die Stadt künftig bei der Darstellung der Haushaltsrisiken und -ergebnisse verfolgen?

Das Bürgernetzwerk bittet die Stadt um die Beantwortung dieser Fragen, um eine sachliche und transparente Diskussion zur Haushaltslage zu ermöglichen.

Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Ausschüttungen der Sparkasse

Ausschüttungen der Sparkasse

Bürgernetzwerk unterstützt Forderungen nach höheren Sparkassenausschüttungen zur Entlastung der kommunalen Haushalte

Das Bürgernetzwerk Bensheim begrüßt die vom Präsidenten des Hessischen Rechnungshofs, Uwe Becker, angestoßene Debatte über eine verstärkte Ausschüttung der Sparkassengewinne an ihre Kommunen. Angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden regt Becker an, dass die Sparkassen gemeinsam mit ihren Trägerkommunen verlässliche Ausschüttungsvereinbarungen für die kommenden Jahre treffen. Dieser Vorstoß wird nicht nur vom Bund der Steuerzahler unterstützt, sondern findet auch breite Resonanz in Öffentlichkeit und Medien.

Vor diesem Hintergrund ruft das Bürgernetzwerk die Sparkasse Bensheim, ihren Verwaltungsrat sowie die lokale Politik dazu auf, dieses Thema aktiv aufzugreifen. Bereits im Januar hatten Bürgerinnen und Bürger in Veranstaltungen des Netzwerks die Idee einer stärkeren Sparkassenausschüttung als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung diskutiert. Im Mai 2025 forderte das Netzwerk in einer öffentlichen Stellungnahme sowie in einem Schreiben an den Verwaltungsrat der Sparkasse eine Prüfung der Ausschüttungspraxis.

Inzwischen wurde in der Tat ein sogenannter „Mindestsockelbetrag“ im städtischen Haushalt berücksichtigt und die Sparkasse Bensheim hat 1 Million Euro ausgeschüttet. Angesichts eines operativen Gewinns von rund 20 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr hält das Bürgernetzwerk diesen Betrag jedoch für deutlich ausbaufähig. Denn selbst in den derzeitig turbulenten wirtschaflichen Zeiten wuchs das Kundenkreditgeschäft der Bensheimer Sparkasse um 7,8% – und sie zählt bundesweit zu den eigenkapitalstarken Instituten. Zudem sind die Zukunftsperspektiven gemäß des eigenen Lageberichts der Sparkasse ausgezeichnet: Sie rechnet für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem Betriebsergebnis nach Bewertung zwischen 15,5 und 18,5 Millionen Euro. Unter BerücksichTgung der gesetzlichen Vorgaben, mindestens ein Drittel vom Jahresgewinn den gesetzlichen Rücklagen zuzuführen, dürfte ein spürbarer Betrag für die Kommunen übrigbleiben.

Die Stadt Bensheim und die anderen Trägerkommunen sollten nach Ansicht des Bürgernetzwerks der Anregung des Rechnungshofs folgen und „darauf drängen, dass sie angemessen an den Gewinnen der Institute beteiligt werden“. Auf diese Weise könnte die Sparkasse in den kommenden Jahren einen spürbaren Beitrag zur Stabilisierung der Haushalte der Trägerkommunen im Jahr leisten – und damit helfen, die aktuelle Notsituation zu bewältigen.

Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Nutzerorientierung der Verwaltung

Nutzerorientierung der Verwaltung

Bürgernetzwerk Bensheim: Verwaltungsexpertin Julia Borggräfe zu Gast: „Nutzerorientierung ist entscheidend für Akzeptanz und gute Entscheidungen“

Beim monatlichen Jour fixe des Bürgernetzwerks Bensheim war die Verwaltungsexpertin und Buchautorin Julia Borggräfe zu Gast. In ihrem vielbeachteten Buch „Bürokratopia“ beschreibt sie eindrücklich, wie bürokratische Abläufe in Verwaltungen häufig an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vorbeigehen – und welche Wege es gibt, dies zu ändern. Borggräfe, die viele Jahre in verschiedenen Verwaltungen tätig war, zuletzt als Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, betonte in ihrem Vortrag, dass Praxiswissen und Nutzerperspektiven viel zu selten in politische Entscheidungsprozesse einfließen. „Oft werden Entscheidungen bereits getroffen, bevor Betroffene überhaupt gehört werden“, sagte sie. Das führe dazu, dass Änderungsvorschläge später als Kritik oder Gesichtsverlust empfunden und parteipolitisch statt sachlich diskutiert würden. Ein weiteres Problem sieht Borggräfe darin, dass in Abstimmungsprozessen häufig alle umstrittenen Punkte gestrichen werden – bis nur noch ein Minimal-Kompromiss übrigbleibt, der die eigentlichen Ziele kaum noch erreicht. „Diese Mechanismen sind bekannt, auch innerhalb der Verwaltungen wird derzeit intensiv darüber diskutiert, wie man Entscheidungsprozesse besser organisieren kann“, so Borggräfe. In der anschließenden Diskussion des Bürgernetzwerks wurde deutlich, dass es nicht nur strukturelle, sondern auch kulturelle Hürden für mehr Beteiligung gibt. Viele Entscheiderinnen und Entscheider sähen ihre Macht gefährdet, es fehlten Anreize, Probleme wirklich zu lösen, und parteipolitische Logiken stünden oft einer sachlichen Debatte im Weg. Borggräfe plädierte daher für mehr gemeinsame Arbeitsprozesse zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Betroffene sollten bereits vor der Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen gehört werden. In sogenannten „Co-Creation-Prozessen“ könnten alle Beteiligten gemeinsam Lösungen entwickeln und Konflikte frühzeitig klären. „Dafür braucht es keine Gesetzesänderung“, betonte sie. „Jede Verwaltung und jedes Parlament kann das sofort umsetzen – und die Qualität der Entscheidungen würde spürbar steigen.“ Gleichzeitig räumte sie ein, dass derartige Verfahren Zeit, Vertrauen und Übung erfordern. Skepsis gebe es auf beiden Seiten: Politiker:innen und Verwaltungsmitarbeitende fürchteten Kontrollverlust, während Teile der Bürgerschaft Beteiligungsprozesse als zu langwierig oder wirkungslos erlebten. Trotz dieser Herausforderungen zeigte sich das Bürgernetzwerk Bensheim überzeugt, dass neue Formen der Zusammenarbeit entscheidend für eine moderne, bürgernahe Demokratie sind. Für die anstehende Kommunalwahl plant das Netzwerk daher, die Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten zu befragen, wie sie künftig mit diesen Herausforderungen umgehen wollen. Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Modernisierung der Stadtverwaltung

Modernisierung der Stadtverwaltung

Bürgernetzwerk Bensheim fordert modernes und transparentes Verfahren zur Modernisierung der Stadtverwaltung Bensheim

Das Bürgernetzwerk Bensheim begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Stadt Bensheim, zur Modernisierung und Effizienzsteigerung der Verwaltung einen externen Beratungsprozess einzuleiten. Das ist eine der wesentlichen Empfehlungen aus den Veranstaltungen des Bürgernetzwerks sowie der kommunalen Beratungsstelle des Landes Hessen an die Stadt.
„Die erforderliche Modernisierung der Verwaltung ist ein Beispiel dafür, dass in einer großen Krise auch große Chancen stecken“ schreibt das Bürgernetzwerk und weiter: „Wenn wir es richtig machen, dann können wir Bensheim als Modellkommune entwickeln und gemeinsam das vorhandene große Potential unserer Heimatstadt optimal nutzen“.

Allerdings hält das Bürgernetzwerk das bisher bekannte städtische Vorgehen zur Modernisierung für nicht ausreichend. Denn die städtische Pressemitteilung vom 28. Juli 2025 verweist zwar auf ein „Leistungsverzeichnis“, dessen Erstellung man aktuell vorbereite, allerdings ohne vorherige Abstimmung mit dem Magistrat, ohne Beteiligung der Stadtverordnetenversammlung und ohne Einbeziehung oder Information der Bürgerschaft. „Ein solcher Alleingang ohne offene Kommunikation untergräbt die Erfolgschancen der gesamten Beratung – und nimmt Bürgerinnen und Bürger wieder einmal nicht mit“, kritisiert das Bürgernetzwerk. Insbesondere bleibt die Zielvorgabe für die Beratung im Dunkeln, und genau diese benötigt aber einen breiten Konsens von Verwaltung, Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Stadtgesellschaft.

Stattdessen schlägt das Bürgernetzwerk ein vierstufiges Verfahren vor:

    1. Abgestimmtes Konzept über das Vorgehen mit Magistrat und Parlament: Nur so ist die
      demokratische Legitimation gewährleistet und Transparenz von Beginn an sichergestellt.
    2. Marktfeldanalyse durch Interviews mit mindestens drei ausgewiesenen Expert:innen oder Berater:innen, die im Bereich kommunaler Verwaltungsmodernisierung beste Erfahrungen vorweisen können. Beispiele hierfür sind unter anderem etwa „moved consulting“ aus Mainz – spezialisiert auf Smart-City-Projekte und digitale Roadmaps – oder „PD – Berater der öffentlichen Hand“, eine vielfach ausgezeichnete Beratungseinheit des öffentlichen Sektors oder auch „Metaplan“, eine Gruppe, die ebenfalls derartige Prozesse anbieten. „Das sind jedoch lediglich Beispiele, keine Empfehlungen“, stellt das Bürgernetzwerk klar.
    3. Beteiligung der Bürgerschaft, um Praxiswissen, Anregungen und Ideen sowie Bedarfe der Stadtgesellschaft zu ermitteln und in die Zielvorgaben der Leistungsbeschreibung einfließen zu lassen.
    4. Durchführung eines „Request for Information (RFI)“, um Marktwissen, Technologiestandards, innovative Digitalstrategien und generell Best Practises einzubringen bevor eine förmliche Ausschreibung mit einer konkreten Leistungsbeschreibung erstellt wird. Bei einem derartigen RFI werden mögliche Anbieter angeschrieben, um vorab deren genaue Angebote und Verfahren kennenzulernen und auf dieser Grundlage eine für Bensheim passende Leistungsbeschreibung zu erstellen.

      Auch verweist das Bürgermetzwerk auf vorhandene gute Beispiele und Vorbilder aus anderen Kommunen, unter anderem auch in Hessen, die sich Bensheim genau anschauen sollte, um von den vorhandenen (guten und schlechten) Erfahrungen profitieren zu können. Zum Beispiel       
      • Fulda, Gießen, Limburg, Marburg, Offenbach und Wetzlar haben über das Projekt „Digitale
      Kommune@Hessen“ erfolgreich digitale Transformationskonzepte umgesetzt – gefördert
      vom Land und mit greifbaren Digitalisierungserfolgen.
      • Wiesbaden als Smart City-Pionier: Zahlreiche Verwaltungsleistungen sind dort bereits
      vollständig digitalisiert, insbesondere gibt es bürgerfreundliche Online-Angebote weit über
      gesetzliche Mindeststandards hinausgehend.
      • Zudem bietet das Land mit der Digitalen Modellbehörde, dem Projekt Kommunal Data
      Hessen und den geförderten Modellkommunen bewährte Blaupausen für eine moderne
      Verwaltungsstruktur.
      • Auch gibt es zahlreiche Projekte einer interkommunalen Zusammenarbeit, die weit über die in Bensheim bestehenden Kooperationen hinausgehen.

      Nach Ansicht des Bürgernetzwerks sollte die Stadt Bensheim aktiv den Dialog mit allen politischen Gremien und der Stadtgesellschaft suchen, den Markt explorieren und einen zeitgemäßen Ansatz zur Auswahl geeigneter Beratungspartner verfolgen bevor Fördermittel und Verwaltungskräfte durch einen schlecht geplanten Ausschreibungsprozess verschwendet und am Ende gar etablierte Ineffizienzen reproduziert werden. „Bensheim braucht einen Neuanfang und nicht einen kontinuierlichen Reparaturbetrieb mit veralteten
      Werkzeugen. Wir wollen eine moderne, schlanke, effiziente, digitale und bürgernahe Verwaltung. Nur so können wir junge Talente gewinnen, Bürgerzufriedenheit erhöhen – und Bensheim nicht nur aber auch finanziell langfristig stabilisieren. Wir wollen eine mutige Verwaltungswende – digital, effizient, modern, offen für Neues – und nah an den Menschen,“ so das Bürgernetzwerk.

      Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Bürgernetzwerk mahnt: Bensheim braucht einen Masterplan fürs Zentrum

Bürgernetzwerk mahnt: Bensheim braucht einen Masterplan fürs Zentrum

Innenstadtentwicklung: Bürgernetzwerk begrüßt positive Entwicklungen und beklagt Abriss des Gesprächsfadens

„Was lange währt …“, kommentiert das Leitungsteam des Bürgernetzwerks die Ankündigung aus dem Rathaus, dass im Frühjahr die beschlossenen Maßnahmen rund um die Lauter, vom Rinnentor bis zur Mittelbrücke, in Angriff genommen werden sollen. „Das kann aber nur ein Anfang sein“, erinnert Architekt Sanjin Maracic an das schon vor zwei Jahren zur Diskussion gestellte Gesamtkonzept für die Nutzung und Gestaltung der Innenstadt. Es sieht unter anderem vor, die Lauter als dritte Achse – neben der Haupt- und der Bahnhofstraße – als Anziehungs- und Treffpunkt für alle Generationen in Szene zu setzen. Das Bürgernetzwerk erkennt in dem Bachlauf ein topografisches Kleinod mit dem Potenzial, Bensheims Zentrum insgesamt aufzuwerten und als attraktiven Begegnungs-, Verweil- und Konsumort zu stärken.

„Die Neugestaltung des Spielplatzes am Wambolter Hof mit Geräten, wie sie in der Innenstadt bisher nicht zu finden sind, und der fußläufige Zugang zum Gewässer liefern dafür neue Anreize“, so Ottmar Meissner, der im Bürgernetzwerk die Themen Digitalmarketing und regionale Produkte koordiniert. Begrüßt wird bei der Spielplatzerneuerung der integrative Ansatz mit barrierefreien Angeboten, zum Beispiel für Rollstuhlfahrer. Ein Gewinn sei auch die Beleuchtung des Rinnentorturms und der Mittelbrücke, die mehr Atmosphäre ins abendliche Bensheim bringe.

 

Erfreut zeigt sich das Bürgernetzwerk über den Tenor der Neujahrsansprache der Bürgermeisterin mit ihrem klaren Bekenntnis zu Investitionen in die Innenstadt und dem Aufruf zur breiten Mitwirkung der Bevölkerung. Bei aller Freude über die positive Entwicklung an der Lauter wie auch beim Kaufhaus Krämer, bei der Sparkasse und vielleicht sogar am Neumarktzentrum bleibe eine Mischung aus Verwunderung und Enttäuschung über die Art der Kommunikation und Kooperation der Rathausspitze, kritisiert der Lenkungskreis des Bürgernetzwerks. Dass die Information über den Beginn der Umgestaltung des Bereichs Wambolter Hof und Stadtbibliothek über die Zeitung erfolgte und der Beitrag der Beteiligten an den Bürgerforen nur mit einem Halbsatz erwähnt wurde, zeuge von wenig Wertschätzung für das zivilgesellschaftliche Engagement der mehr als hundert Mitwirkenden an den Brainstorming-Runden und in den Arbeitsgruppen zu innerstädtischen Detailthemen. „Wenn dies das Verständnis vom vielbeschworenen Bensheimer Weg ist, wird es schwerfallen, Bürgerinnen und Bürger zur Mitgestaltung zu gewinnen und Verantwortungsgemeinschaften aus den unterschiedlichsten Akteursgruppen zu bilden“, mahnt Karl-Heinz Schlitt als einer der Initiatoren des Bürgerforums zur Zukunft der Innenstadt. Die gleiche Sorge treibt auch Markus Bamberg um, der sich von der ersten Stunde an im Bürgernetzwerk unter anderem für den Verkehrsentwicklungsplan engagiert.

Umso wichtiger sei es, dem neu an den Start gegangenen Stadtmarketing-Verein und der ebenfalls auf Betreiben des Bürgernetzwerks installierten Stabsstelle Stadtmarketing im Rathaus die Spielräume zu gewähren, die Voraussetzung für kreative und schnelle Lösungen sind. Das gilt für die Ideen zur Steigerung der Attraktivität des Wochenmarkts genauso wie für die übrigen Umsetzungsprojekte, die mit Erfolg für eine Landesförderung angemeldet und mit einer Finanzspritze von 250 000 Euro honoriert worden sind.

Jetzt komme es darauf an, schnell Impulse zu setzen, damit der Neustart nach einer für Handel und Gastronomie quälend langen Phase mit lähmenden Corona-Auflagen gelingt, bekräftigt Eddi Winkler. Der ehemalige Inhaber mehrerer Fachgeschäfte kennt die Nöte der heute aktiven Geschäftsleute aus dem Effeff.

Nicht vergessen werde dürfe bei den stadtgestalterischen Überlegungen die notleidend wirkende obere Fußgängerzone, die dringend einer Aufwertung bedürfe, lenkt der Architekt und Stadtplaner Harald Heußer den Blick auf diesen stiefmütterlich behandelten Abschnitt. Ein Anfang könne dort mit einer Umgestaltung des Nibelungenbrunnens gemacht werden, wie dies im Konzept „Perlenkette“ vorgeschlagen werde. Notwendig seien aber vor allem Maßnahmen, um den nördlichen Eingang zur Innenstadt einladender zu gestalten. Statt des vorhandenen, arg schäbig wirkendenden Betonpflasters sollte dieser Bereich mit einem zeitgemäßen Bodenbelag aufgewertet werden, wie dies bereits vor vielen Jahren erfolgreich am Bürgerwehrbrunnen begonnen wurde.

Jenseits von Einzelprojekten brauche Bensheim einen Masterplan für die Entwicklung der Innenstadt, bekräftigt das Bürgernetzwerk abschließend. In diesem Punkt herrsche unter den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung Konsens. Nur müssten den Worten auch Taten folgen.

Wir bedanken uns beim Bergsträßer Anzeiger für die Veröffentlichung des Beitrags am 18.01.2022. Siehe dazu auch : Bensheim braucht einen Masterplan für das Zentrum – Bensheim – Nachrichten und Informationen (bergstraesser-anzeiger.de)

Modernisierung der Stadtverwaltung

Der Bensheimer Weg befindet sich am Scheidepunkt

Bensheim. „Das Bürgernetzwerk hat sich nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren gegen die im Dialogverfahren für den „Marktplatz der Zukunft“ erarbeitete Kompromisslösung bewusst in der öffentlichen Debatte zurückgenommen“, heißt es in einer Pressemitteilung als Reaktion auf jüngste Darstellungen der „Bürger für Bensheim“, der Freien Wähler sowie aus dem Umfeld der Bürgerinitiative „Bensheimer Marktplatz besser gestalten“.

Beinsheimer Weg am Scheidepunkt

Nicht erst seit jetzt ist die Politik in der Bringschuld / Haltung und Standhaftigkeit werden seitens Bürgernetzwerk Bensheim angemahnt

Wenn für ein Instrument der direkten Demokratie auf lokaler Ebene das geforderte Quorum erbracht werde, sei dies nicht zu beanstanden. Erst recht gelte dies für einen rein thematisch motivierten Zusammenschluss von Menschen, die sich nicht als politische Kampforganisation oder Vertretung von spezifischen Interessen verstehen.  Schließlich gehöre es zur DNA des Bürgernetzwerks, allen, die sich mit ihren Vorstellungen und Ideen in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einbringen wollen, ein Forum für den Austausch von Argumenten und Ideen zu bieten und auf dieser Grundlage gemeinsam um die besten Lösungen zu ringen. Genau nach dieser Maxime sei der Bürgerdialog 2019 geführt und binnen 150 Tagen mit der Festlegung von Eckpunkten für die künftige Gestaltung und Funktion des Marktplatzes abgeschlossen worden. Die planerische Umsetzung sollte als Ergebnis eines Realisierungs- und Ideenwettbewerbs erfolgen.

Was tatsächlich passierte oder auch nicht, entzog – und entzieht sich auch jetzt – dem Einfluss der Mitwirkenden des Marktplatz-Dialogs von 2019: „Das gilt auch und insbesondere für die Rolle des Bürgernetzwerks beim sogenannten Bensheimer Weg.“ Angesichts der von den Initiator:innen der städtischen „Kampagne“ vorgegebenen Aufstellung sei es nicht nur absurd, sondern nachgerade böswillig, dem Bürgernetzwerk zu unterstellen, es wolle durch die Hintertür das Bürgerbegehren zum Marktplatz aushebeln und eigene Vorstellungen durchdrücken.

„Initiiert wurde das Projekt ‚Gemeinsam für Bensheim‘ von der Rathausspitze“, erinnert das Bürgernetzwerk an die Ausgangslage. Der eigene Part beschränke sich auf die Mitwirkung eines Vertreters im „Empfehlungsteam“ des städtischen Beteiligungsverfahrens. Hier habe er eine Stimme unter vielen.  Dass Sanjin Maracic als Sprecher der Architektenrunde im Bürgernetzwerk seine Sichtweise und fachliche Expertise einbringt, sei von allen Verfahrensbeteiligten ausdrücklich gewünscht und mit den vereinbarten „Spielregeln“ für den nun eingeschlagenen Weg der Bürgerbeteiligung institutionalisiert worden. Mit Ausnahme der Bürgerinitiative „Marktplatz besser gestalten“ hätten sich sämtliche Akteure an die zu Anfang getroffenen Vereinbarungen gehalten und sich aktiv in den Findungsprozess eingebracht.

Ob und wie der Vorschlag des „Empfehlungsteams“ umgesetzt werde, ein Werkstattverfahren zur Marktplatzgestaltung einzuleiten, liege ausschließlich in der Hand der politischen Gremien, schreibt das Bürgernetzwerk weiter. „Die gewählten Repräsentanten dürfen sich dann aber nicht hinter denen verstecken, die ehrenamtlich ihren fachlichen Beitrag zur Problemlösung leisten“, mahnt das Bürgernetzwerk Haltung und Standhaftigkeit bei den Entscheidern an: „Allen voran von der Bürgermeisterin und der Baudezernentin erwarten wir Klarheit – auch wenn das Resultat nicht überall Beifall findet.“ Denn es wäre fatal, wenn der Bensheimer Weg nur als spöttisches Synonym in die kommunalen Annalen eingeht: „Hier wird alles auf die lange Bank geschoben.“

Alle Beteiligten seien gut beraten, für ein Klima zu sorgen, das bürgerschaftliches Engagement fördert und nicht mit immer neuen Anwürfen und eigenwilligen Interpretationen ausbremst. „An diesem Scheidepunkt befinden wir uns nicht zum ersten Mal“, heißt es weiter in der vom Leitungsteam des Bürgernetzwerks formulierten Pressemitteilung.

Der Versuch, „einzelne Aktive des Bürgernetzwerks“ als „schlechte Verlierer“ abzuqualifizieren, die „nun hinnerum zu Gewinnern werden wollen“, könne nur als infam bezeichnet werden. Eine solche abschätzige Unterstellung zeuge auch von wenig Wertschätzung für die Integrität des „Empfehlungsteams“ in seiner Gesamtheit. Die Bewertung durch die „Bürger für Bensheim“ müsse deshalb Wort für Wort in deren Richtung zurückgegeben werden: „Dieses Verhalten schadet der ganzen Stadtgesellschaft.“

Wir bedanken uns beim Bergsträßer Anzeiger für die Veröffentlichung des Beitrags am 14.10.2021. Siehe dazu auch : Bürgernetzwerk: „Bensheimer Weg befindet sich am Scheidepunkt“ – Bensheim – Nachrichten und Informationen (bergstraesser-anzeiger.de)

 

ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

Für Dr. Hans-Peter Meister, den geistigen Vater der Bürgernetzwerk-Idee, liefert die lange Liste der Umsetzungsvorschläge, die für die Entwicklung der Bensheimer Innenstadt erarbeitet wurden, den eindrucksvollen Beleg dafür, welche Potenziale im zivilgesellschaftlichen Engagement stecken:  „Es ergänzt die repräsentative Demokratie und erweitert den Horizont um die Sachkunde und den Ideenreichtum, die in der Stadtgesellschaft schlummern.“

Der IFOK-Gründer Meister gilt als einer der führenden Beteiligungsexperten in Deutschland. Er kann nicht nachvollziehen, wenn Verwaltung und Politik die Vorschläge, die auf diese Weise auf dem Tablett serviert werden, auf die lange Bank schieben oder gar links liegen lassen. Den Bürgerdialog zum „Marktplatz der Zukunft“ hält Meister nach wie vor für einen „perfekten Beteiligungsprozess“. Im Ergebnis markiere er die Eckpunkte für die wesentlichen Zielvorgaben: Belebung, auch nach Geschäftsschluss und unabhängig von  Jahreszeit und Wetter, ein von der Hauptstraße aus unverstellter Blick auf die Stadtkirche St. Georg sowie die planerische Betrachtung des gesamten Marktplatzes und seines städtebaulichen Umfelds als ein zentrales Element eines Gesamtkonzepts.

Dass dies nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren noch einmal mit einem offenen Ideenwettbewerb hinterfragt werden soll, kostet zwar weitere Zeit, ist aber vom Bürgernetzwerk nicht zu beanstanden. Ärgerlich bis respektlos gegenüber den mehrere hundert am Bürgerdialog bis Dezember 2019 Beteiligten ist allerdings die Erwartung, dass bei der Vorbereitung des auszuschreibenden Ideenwettbewerbs neben der Verwaltung und der Kommunalpolitik nur die Initiatorinnen des Bürgerbegehrens beteiligt werden sollen. „Hier beginnt das Glas halb leer zu werden“, macht sich Frust und Ärger im Lenkungsteam des Bürgernetzwerks Zukunft der Innenstadt breit.

MOBILITÄT UND SMART CITY BENSHEIM

MOBILITÄT UND SMART CITY BENSHEIM

Digitalisiertes 3D-Stadtmodell, © DLR Verkehr

Wenn man die Qualität einer Innenstadt ganzheitlich betrachten möchte, gehören viele Dinge dazu, die einem Betrachter nicht unbedingt zuerst einfallen. Ganzheitlich, die Vokabel ist vermutlich überstrapaziert. Dennoch hat das Bürgernetzwerk Bensheim von Anfang an den Ansatz, möglichst viele Aspekte vernetzt zu betrachten, die einen Einfluss auf die Stadtqualität haben. Das Ziel ist es dabei, eine möglichst hohe Aufenthalts- und Erlebnisqualität der Innenstadt zu schaffen, um sie zukunftsfähig aufzustellen.

In der Arbeitsgruppe „Mobilität“ unter der Leitung von Markus Bamberg und Norbert Diehl untersuchen wir die Frage, welchen Beitrag der Verkehr und seine ganzen Facetten auf diese Qualität einzahlen kann. Welchen Verkehr gibt es überhaupt in Bensheim, und wie wirkt er sich jeweils aus? Welche Megatrends sind überregional zu beobachten, und sind diese auch ein Thema für die Kommune? Wie kann die Gestaltung der Mobilität schrittweise umgesetzt werden, um der Vision Stück für Stück näher zu kommen?

Ergebnisse aus dem „Innenstadtdialog 2030 zur Entwicklung der Innenstadt“ von 2017

Seit 2018 haben wir zunächst die Ist-Situation analysiert, um in der Arbeitsgruppe eine fachlich grundierte Diskussion zu führen. Dabei fanden und finden noch immer viele Treffen mit der Stadtverwaltung, Verkehrsdezernat, Parteien, Verbänden und Institutionen im Bereich Mobilität statt. Ebenso wurden die Vorarbeiten ausgewertet, die es bereits im Innenstadt-Dialog/Rotes Sofa, im Green City Masterplan, im Luftreinhalteplan für das Gebiet Südhessen – Teilplan Bensheim, im Radverkehrskonzept, im Parkraumbewirtschaftungskonzept oder im Verkehrsentwicklungsplan gibt. Ziel ist es immer, von der Bevölkerung getragene Verbesserungen herbeizuführen, die auf die individuellen Bedürfnisse Bensheims passen. Es geht dabei nicht um Ideologien oder vorgefasste Meinungen, sondern um einen möglichst breiten Konsens. Erste Ergebnisse und Ziele haben wir bereits in einem Bürgerforum 2019 vorgestellt.

Formulierte Ziele für Verkehr und Mobilität:

  • Gute Erreichbarkeit der Innenstadt
  • Hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzer
  • Nachhaltige Mobilität für die Stadt

 

Mobilitätskonzept und Parkkonzept erarbeiten

Bensheim muss sich auf die veränderten Mobilitätsanforderungen der Zukunft einstellen. Das betrifft vor allem die intelligente Vernetzung von individuellem und öffentlichem Nahverkehr, die Infrastruktur für eine vermehrte Nutzung des Fahrrads, aber auch ein Parkraumkonzept, das die Innenstadt gegenüber der „grünen Wiese“ konkurrenzfähig hält. Hier spielt vor allem intermodale Mobilität eine Rolle: wie können die verschiedenen Verkehrsträger in der Zukunft kombiniert (z.B. Park+Ride oder Park+Bike) und der Verkehrsraum gerecht aufgeteilt werden?

Reduzierung der Umweltbelastung

Für die Steigerung der Lebensqualität ist eine Betrachtung der Umweltbelastung ein wichtiger Punkt. Megatrends sind hier die Minimierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und ein umfassendes Verkehrskonzept. „Stadt- und Verkehrsplanung müssen zusammen gedacht werden. Es werden Orte gebraucht, in denen ausgehandelt wird, wie öffentliche Räume in Zukunft genutzt werden.“ (Dr. Cordelia Polinna, Urban Catalyst)

Zur Transparenz der Umweltbelastung ist ein Zusammenspiel von Digitalisierung und Apps zur Erfassung des Luftmessnetzes (CO2, NOX) erforderlich. Erste Smart-City-Diskussionen sind bereits geführt worden.

(Quelle: Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay)

Smart Mobility und Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme

Ein Schlüssel für eine gute, saubere und effiziente Mobilität ist die Digitalisierung. Sie hilft uns dabei, mehr Mobilität bei weniger Verkehr zu erreichen – und gleichzeitig weniger Emissionen auszustoßen. Dafür braucht es Lösungen, die mittels smarter Sensoren ermöglicht, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zeitlich exakt zu bestimmen. Diese Daten sind die Grundlage für ein Modell zur Schaffung von Anreizen, andere Verkehrsträger und -wege zu wählen und so zur Optimierung beizutragen.

Erfassung von Fahrzeugtypen sowie deren Fahrtrichtung. (Quelle: stock.adobe.com)

Das Bürgernetzwerk informiert sich ständig über Entwicklungen und Projekte im Bereich der Digitalisierung und hat auch schon verschiedene Referenzprojekte kennengelernt (Parksystem Langenfeld, Smart City Darmstadt und Mannheim, LoRaWAN-Projekte im Kreis Bergstraße).

Im Blick sind dabei immer die Möglichkeiten, was davon wie in Bensheim realisiert werden kann und – wie bereits zu Beginn geschrieben – auf das Ziel Stadtentwicklung einzahlt.

Leitthemen für die weiteren Aktivitäten:

  • Vernetzung diverser Mobilitätsangebote (Car-Sharing, nextbike, E-Ladestationen)
  • Transparenz der Verkehrs- und Umweltsituation durch digitale Messstellen
  • Ausbau des Netzes verschiedener Verkehrsteilnehmer (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger, Auto u.A.)
  • Online-Parkleitsystem (auch Fahrrad), kombiniert mit intermodalem Verkehrsnutzen
  • Mobilitätsportal Bensheim

Schaubild Mobilitätsportal (Quelle: team red / Thorsten Gehrlein)

Innenstadtentwicklung

Für eine lebendige Innenstadt ist ein professionelles und einfallreiches Marketing notwendig. In Bensheim waren diese Aufgaben bisher unter zu vielen Akteuren mit unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgeteilt und nicht wirklich koordiniert. Das Bürgernetzwerk Bensheim hat daher nicht nur konkrete Vorschläge für eine neue Stadtmarke, sondern auch eine Studie erarbeitet, die Erfahrungen anderer Städte ausgewertet und daraus Vorschläge für Bensheim abgeleitet hat. Vorgeschlagen wird eine privatwirtschaftliche Organisationsform, idealerweise eine Eingliederung als eigenständiger Bereich in die städtische Marketing- und Entwicklungs-Gesellschaft (MEGB). Deren Aufgabenschwerpunkte werden sich ohnehin von der Vermarktung von Gewerbeflächen zur Entwicklung städtischer Liegenschaften verlagern. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

Marktplatz

Der erste auf dem Bensheimer Marktplatz durchgeführte Regionalmarkt gewährte im August 2019 einen Einblick in die Vielfalt des regionaltypischen Angebotes an der Bergstraße. Direkterzeuger und Händler aus der Umgebung boten qualitativ hochwertige Ware zum Probieren und Kaufen an. Und junge Start-ups der Region präsentierten ihre innovativen und kreativen Produkte. Es war der Auftakt einer Marketingoffensive für regionale Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel, Schritt für Schritt ein spezifisches Charakteristikum der Bensheimer Innenstadt zu formen. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

STADTPLANUNG

Die bauliche Entwicklung der Bensheimer Innenstadt ist eines der zentralen Themen des Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim. Sein Konzept dafür hat das Bürgernetzwerk bereits im Sommer 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Erläuterung an Ort und Stelle bot der Sprecher der Architektengruppe des Bürgernetzwerks, Sanjin Maracic, mehrere Themen-Führungen in der Innenstadt an, welche stets sehr gut besuchten waren. Schwerpunkte waren Marktplatz der Zukunft, Konzept Hoffart-Gelände, Die Gestaltung und Beleuchtung der Lauter, sowie Spiel-, Bewerbungs- und Verweil-Plätze. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

MOBILITÄT

Gute Erreichbarkeit der Innenstadt, Hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzer, Nachhaltige Mobilität für die Stadt, Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme und die Entwicklung in Richtung einer SmartCity Bensheim waren die Arbeitspakete, mit denen sich die Arbeitsgruppe Mobilität im Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim beschäftigt hat. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

UMFRAGE ZUM BENSHEIMER WOCHENMARKT

UMFRAGE ZUM BENSHEIMER WOCHENMARKT

Das Bürgernetzwerk Bensheim hat vom 4. August 2020 – 5. September 2020 eine Befragung unter Besuchern und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts durchgeführt, um mehr über deren Wünsche und Erwartungen an den Wochenmarkt zu erfahren.

504 Besucher und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts beantworten die Fragen des Bürgernetzwerk

Bedanken möchten wir uns bei 504 Teilnehmern, die unseren Fragebogen online und in Papierform ausgefüllt haben. Damit haben wir unser Ziel von 500 Teilnahmen erreicht und bekommen ein gutes Meinungsbild zum Bensheimer Wochenmarkt.

Folgende Fragen haben wir den Besuchern und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts gestellt:

  • Wie oft besuchen Sie den Bensheimer Wochenmarkt?
  • In welcher Entfernung vom Markt wohnen Sie?
  • An welchen Tagen sollte Ihrer Meinung nach, der Wochenmarkt stattfinden?
  • Welche Öffnungszeiten wünschen Sie unter der Woche?
  • Welche Öffnungszeiten wünschen Sie sich am Samstag?
  • Welche Waren und gastronomischen Angebote sollte der Bensheimer Wochenmarkt bieten?
  • Verbinden Sie Ihren Wochenmarkteinkauf häufig mit anderen Aktivitäten?
  • Warum kaufen Sie nicht oder nur selten auf dem Wochenmarkt ein?
  • Würden Sie mehr regionale Produkte kaufen, wenn diese:
  • Wo würden Sie regionale Produkte am liebsten aussuchen, bestellen oder kaufen?
  • Würden Sie regionale Produkte auch dann kaufen, wenn sie etwas teurer sind als nicht-regionale Produkte?
  • Alter der Befragten
  • Geschlecht der Befragten

Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Antworten der Befragten hat das Bürgernetzwerk in einer Präsentation zusammengestellt. 

HIER können Sie die komplette Dokumentation mit vielen weiteren Details herunterladen.

Der Bensheimer Wochenmarkt hat Potenzial:

  • 50 % der Befragten möchten dort regionale Produkte kaufen.
  • 85% sind bereit, für regionale und nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben !!!!

Der Bensheimer Wochenmarkt muss sich aber definitiv mehr an den Bedürfnissen der potenziellen Kunden ausrichten:

  • Eine Kommunikation und Information bzgl. Anbietern und Produkten auf dem Bensheimer Wochenmarkt ist so gut wie nicht vorhanden. Hier muss eine Lösung (analog und digital) her

Das Bürgernetzwerk Bensheim möchte zusammen mit der Stadt Bensheim, dem Stadtmarketing und den Anbietern auf dem Wochenmarkt einige der Erkenntnisse und gewünschten Verbesserungen umsetzen, um den Bensheimer Wochenmarkt damit für seine Kunden weiterzuentwickeln und attraktiv zu gestalten.

ZIEL: Bensheimer Marktplatz und Bensheimer Wochenmarkt gemeinsam als MARKT entwickeln!!

Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns dabei unterstützt haben, die Umfrage durchzuführen und diese wichtigen Erkenntnisse zu erlangen. Helfen Sie uns auch bei der Umsetzung.

Das Team vom Bürgernetzwerk Bensheim

 

MARKE DER STADT ALS STRATEGISCHER KOMPASS FÜR BENSHEIM

MARKE DER STADT ALS STRATEGISCHER KOMPASS FÜR BENSHEIM

Auf Initiative des Bürgernetzwerks Bensheim wurde im Herbst 2018 das BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT gestartet und in einem moderierten Bürgerdialog über Themen diskutiert, die zur langfristigen Belebung der Innenstadt führen sollen. Einer der vier Arbeitskreise beschäftigte sich mit dem Thema: MARKE. Zwei Fragen galt es am Anfang zu beantworten: Wofür steht Bensheim – was sind die Stärken und Schwächen – und wie möchte die Stadt mit ihren spezifischen Merkmalen und Angeboten von Bürger*innen und Gästen wahrgenommen werden?

Die Marke als Dach und Kompass: Erlebnisraum Innenstadt

Anspruch war, dass die Stadtmarke alle Bereiche abbilden muss: konkret auch den Erlebnisraum Innenstadt. Eine Marketingkampagne soll die Botschaft anschaulich und einprägsam machen.  Wesentlich für die Entwicklung der Marketingstrategie war die Erarbeitung der anzustrebenden Markeneigenschaften der „Innenstadt 2030“ im Bürgerforum „Zukunft Innenstadt“:

  • Leitbild: Die Innenstadt als „gefühlte Mitte“
  • Differenzierungsmerkmale im Städtewettbewerb
  • Wettbewerbsvorteile durch Profilierungsstrategie für …
    • Erlebnis- und Aufenthaltsqualität
    • Wohlfühlatmosphäre
    • kulturelles Angebot
    • Einzelhandel und Gastronomie

Reduktion der Komplexität auf eine verbindende Klammer

Die Herausforderung bestand darin, eine verbindende Klammer zu finden, die ein Gefühl vermittelt, das alle Zielgruppen anspricht:

Die Ergebnisse der Plenums- und Arbeitsgruppen-Runden im Bürgernetzwerk wurden erst der Verwaltung und dann den städtischen Gremien präsentiert. Daraufhin wurde eine Agentur mit der Entwicklung der neuen Stadtmarke beauftragt. Die präsentierten Eckpunkte aus der Arbeitsgruppe des Bürgernetzwerks lieferten die inhaltliche Grundlage für die kreative Umsetzung.

Bensheim präsentiert sich mit neuer Stadtmarke

Mit Begleitung durch das Bürgernetzwerk präsentierte die beauftragte Agentur mehrere Vorschläge für Wort-Bild-Marke, Slogan und Kampagnenentwurf. Nach zwei Diskussionsveranstaltungen mit Multiplikator*innen aus Wirtschaft, Kultur, Bildung, Tourismus, Handel, Gastronomie und Bürgergesellschaft lag die finale Entscheidung beim Magistrat der Stadt Bensheim. Im Juli 2020 wurde die Marke der Öffentlichkeit vorgestellt: Bensheim – Herz der Bergstraße:

Bensheim präsentiert sich mit neuer Stadtmarke – Stadtverwaltung Bensheim.

Hier einige Anwendungsbeispiele für die Wort-Bild-Marke und die Image-Kampagne für die Innenstadt im Zeichen der Corona-Pandemie:

BENSHEIM DIGITAL – Ein Digitalisierungs-Konzept für die Stadt

BENSHEIM DIGITAL – Ein Digitalisierungs-Konzept für die Stadt

 

Digitalisierung, digitale Kanäle und digitale Medien sind tägliche Realität geworden und beeinflussen mehr und mehr, wie wir miteinander kommunizieren. Eine enge „digitale“ Bindung zu Bürgern und Gästen ist wettbewerbsentscheidend für eine Stadt. Anpassungsfähige digitale Geschäfts- und Kommunikations-Modelle müssen entwickelt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Stadt und Ihrer ansässigen Wirtschaft zu stärken und langfristig zu sichern.

“Die Potentiale der Stadt entfalten sich erst im Rahmen eines funktionierenden digitalen Beziehungsgeflechts zwischen Stadt & Bürger, Wirtschaft & Kunde, Hersteller & Konsument, Tourismus & Gast. Dabei geht es um die sinnvolle Vernetzung des realen und virtuellen Stadtraumes, denn die “nicht-digitale” Kommunikation mit Zielgruppen wird weiterhin wichtig sein. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen brauchen Städte eine eigene Digitalstrategie und ein Stadtmarketing mit Digitalkompetenz”, Ottmar Meissner, Bürgernetzwerk Bensheim

Die Stadt Bensheim, ein Mittelzentrum an der Bergstraße in Hessen, will die vielfältigen Chancen, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, für mehr Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung, für die Stärkung und Sicherung des Wohlstandes vor Ort und nicht zuletzt für eine nachhaltige und ressourcenschonende Stadtentwicklung in Bensheim und der Region nutzen. Sie beauftragte daher im Jahr 2020 die Erstellung eines Konzepts für eine digitale Plattform, welche integrativ, automatisiert, erweiterbar und nachhaltig die Anforderungen einer „Smart City Bensheim“ erfüllen kann.

 

Bensheim Digital – Eine Mission für die Zukunft der Stadt !!

Die zentrale Idee der Bensheim Digital Plattform ist es, die diversen Digitalisierungs-THEMEN und Initiativen in einer Stadt von Anfang an ZUSAMMEN zu DENKEN und gemeinsame Leitlinien für die Lösungsbausteine zu definieren. Damit soll sichergestellt werden, dass zukünftige digitale Lösungen für Marketing, Handel und Lieferdienste, Bürgerbeteiligung, Kommunikation mit Bürgern und Gästen, Mobilität, …. in einer Stadt wie Bensheim so zusammenarbeiten und aufeinander abgestimmt sind, das Synergieeffekte entstehen und damit die Idee der “Smart City Bensheim” langfristig Realität werden kann.

Angestoßen wurde das Thema vom Bürgernetzwerk Bensheim im Rahmen des 2018 gestarteten Bürgerforum Zukunft Stadt Bensheim. Gemeinsam mit Bürgern und Wirtschaftsvertretern der Stadt wurden in 3 Dialogforen, 24 Arbeitspakete definiert, welche in Arbeitsgruppen zu Gesamtkonzepten ausgearbeitet wurden. Die daraus entstandene Prioritätenliste für Bensheim hat 8 Schwerpunkte, zu denen auch das “Bensheim Digital Projekt” gehört.

Die Stadt Bensheim hat einige der Ideen aus dem Bürgerforum übernommen und möchte diese im Rahmen der städtischen Möglichkeiten in den nächsten Jahren umsetzen. Das vom Bürgernetzwerk vorgeschlagene “Bensheim Digital Projekt” ist eine davon.

Digitales Stadtmarketing & Smart City Plattform für Bensheim

Bereits in der Arbeitsgruppe “Bensheim Digital Projekt” des Bürgernetzwerk wurde in Gesprächen mit Interessensgruppe aus Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft herausgearbeitet, welche Anforderungen die Lösung “Digitales Stadtmarketing & SmartCity” für die Stadt Bensheim erfüllen sollte. Ergebnis:

  • Digitale Kommunikation mit Bürgern und Gästen der Stadt
  • Digitales Marketing für die Stadt, das ansässige Gewerbe und Vereine / Organisationen
  • Digitale Vertriebsunterstützung für Einzelhändler, Gastronomie, Veranstalter, Dienstleister
  • Digitale Dienste / Bürgerservices, welche den Alltag von Bürgern und Gästen erleichtern
  • Integration bestehender digitaler Angebote der Stadt. Synergieeffekte nutzen !!
  • Vernetzung des realen und des virtuellen Stadtraumes.
  • MEHRWERTE für alle beteiligten Akteure und Interessensgruppen: Bürger, Gäste, Handel, Gastronomie, Politik, Vereine, Institutionen, Wirtschaft und Tourismus

Basierend auf diesen Anforderungen und dem Feedback aus den Gesprächen mit Interessensgruppen aus Bensheim wurde vom beauftragten Dienstleister ein Digitalkonzept und die Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung des 1ten Lösungsbausteins „Digitales Stadtmarketing“ der Bensheim Digital Plattform erstellt.

Die Lösung “Digitales Stadtmarketing & SmartCity” soll nicht nur die genannten Anforderungen erfüllen, sondern legt größten Wert darauf, dass die digitalen Angebote in der Stadt eng vernetzt sindvieles automatisiert wird und damit Synergieeffekte entstehen. Die Bereitstellung und Aktualisierung eines zentralen Veranstaltungskalenders, eines zentralen Anbieterverzeichnisses und tägliche News aus Stadt und Region funktioniert NICHT ohne die Integration bestehender digitaler Angebote (Webseiten, Social Media, Apps, Dienste, Medien) und eine automatisierte Zusammenführung dieser Inhalte über definierte Schnittstellen auf einer digitalen Plattform der Stadt.

Aus „Konsumenten-Sicht“ soll es zwei mögliche Nutzungsszenarien geben:

  • Als Bürger der Stadt
  • Als Gast/Besucher der Stadt

Damit einhergehend soll es möglich sein, unterschiedlichen Inhalte und Dienste für diese Zielgruppen anbieten zu können.

Barrierefreier Zugang über Smartphone App, Webseite, Steele und digitale Außenwerbung

Die Stadtmarketing Webseite ist dabei die zentrale Schnittstelle, über welche die Nutzer der Plattform angesprochen werden und die Angebote bzw. Inhalte der Plattform konsumieren. Um jedoch vielfältige Zielgruppen zu erreichen, barrierefreien Zugang zu ermöglichen und auf unterschiedlichen Geräten (das Smartphone ist das meistgenutzte Interface bei Konsumenten) nutzbar zu machen, sollen die Angebote / Inhalte / Dienste auch in anderen Formaten (Smartphone App, Digitale Stele, unterschiedliche Bildschirmformate für digitale Außenwerbung,  ….) zur Verfügung gestellt werden.

Das Backend der Stadtmarketing Lösung ist über Schnittstellen mit anderen digitalen Angeboten, Lösungen, Diensten verbunden und sammelt automatisiert den „Content“ in einem zentralen Content Management System (CMS) bzw. Datenbank ein, um es dann Zielgruppen orientiert, nach persönlichen Vorlieben dem Nutzer zum Konsum bereitzustellen.

Das Ziel muss es sein, mit möglichst wenig Aufwand, den Nutzern täglich neue Inhalte, Angebote und Mehrwerte bieten zu können, um diese zur täglichen Nutzung der Lösung zu motivieren und damit Besuche in der Stadt und bei den ansässigen Wirtschaftsunternehmen (den Anbietern) zu generieren. Damit erhält man Reichweite und eröffnet neue Potentiale für die ansässige Wirtschaft, Vereine, Organisationen und die Stadt Bensheim selbst.

 

Stadtrundgänge

Stadtrundgänge

Ortsbegehung mit Schwerpunkt Ecken, Plätze und Brunnen

Stadtrundgang mit Augenmerk auf Plätze und ihrer Bedeutung fürs Gesamtbild

„Das sieht ärmlich aus“, sagt Harald Heußer. Der Wahl-Bensheimer kennt sich aus. Der Diplom-Ingenieur  und Architekt war 28 Jahre lang beim Hochbauamt der Stadt Frankfurt beschäftigt, zuletzt als Projektleiter für das neue Historische Museum am Römerberg. Im Januar rückt er an die Spitze des Heidelberger Hochbauamts.

Wenn Heußer zur oberen Fußgängerzone nur wenig schmeichelhafte Attribute einfallen, dann meint er vor allem das „furchtbare Betonpflaster: Das muss raus!“ So, wie sich dieser Bereich aktuell darstellt, fehle „jegliche Basis, um Investoren zu gewinnen: Der öffentliche  Raum wird stiefmütterlich behandelt“, beklagt Heußer.

Sein Kollege Sanjin Maracic sieht das genauso. Auch er ist Diplom-Ingenieur und Architekt, mit eigenem Büro in Bensheim, seiner Geburts- und Heimatstadt. Im Bürgerforum zur Zukunft der Innenstadt kümmert sich Maracic vor allem um die städtebaulichen Rahmenbedingungen für ein pulsierendes Zentrum. Bei einer Ortsbegehung lenkte er ein besonderes Augenmerk auf die kleinen und größeren Plätze. Als Fixpunkte für das immer wieder angemahnte städtebauliche Gesamtkonzept hat er – natürlich! – den Marktplatz und (auf den ersten Blick vielleicht überraschender) den Beauner Platz ausgemacht. Letzterer ist eigentlich gar kein Platz, sondern eine „Freifläche“, wie ein Teilnehmer des Rundgangs bemerkte. Für den Platzcharakter fehlen die baulichen Abgrenzungen.

In den Augen von Sanjin Maracic fängt der Bereich, den es zu betrachten gilt, am Hoffart-Gelände (von der B 3 bis zum Parktheater) an und hört am Rinnentor auf. Mittendrin steht das Neumarkt-Center „als Kern des Problems“. Bevor große Teile weiter leer stehen, soll die Stadt dort notfalls selbst als Mieter auftreten, lautete ein Vorschlag.

Einig ist man sich im Bürgernetzwerk: Es bietet sich die Riesenchance, die Innenstadt fit zu machen für die Zukunft. Dazu, mahnt Maracic, bedarf es wertiger Bauten und guter Nutzungskonzepte, „damit Menschen gerne hier verweilen“.

Die ersten Ideen im Einzelnen:

• Bahnhofsvorplatz, östlich der B 3: Die Sparkassen-Erweiterung bringt für Maracic per se eine deutliche Aufwertung – zumal der Komplex nicht an der Fassade aufhört. Die Pflanztöpfe in Terrakotta-Imitat-Optik auf dem Vorplatz sollen verschwinden. Besser wäre eine „Bepflanzung im Pflaster“ – und der eine oder andere schattenspendende Baum. „Wasser wäre auch schön“, gab eine Teilnehmerin am Rundgang zu Protokoll. Bei der umgebenden Bebauung ist ein abgestimmtes Farbkonzept für freundlichere Fassaden wünschenswert. „Es lässt sich mit wenig Aufwand viel für das Stadtbild erreichen“, wünscht sich Maracic eine offensive professionelle Beratung der privaten Immobilieneigentümer. Die Fußgänger-Unterführung zum Bahnhof schreit für ihn nach einer anderen Beleuchtung und aufgepeppten Wänden.

• Beauner Platz: „Wir müssen hier wieder Leben hinkriegen“, erinnert sich Maracic an frühere Zeiten. Auf keinen Fall dürfe der Platz „zugebaut“ werden. Ansatzpunkte sind stattdessen: Mikrogastronomie, mehr Grün, vielleicht ein Boule-Platz, weitere Ecken für sportliche Betätigung – zum Beispiel ein Basketballkorb, wie Harry Hegenbarth in einer Arbeitsgruppe anregte. Auf jeden Fall müsse Wasser sprudeln, ein „wichtiger Aspekt für Lebensqualität“, wie eine Teilnehmerin des Rundgangs, Ärztin von Beruf, findet.

Der Rummelplatz soll nicht geopfert, es soll ihm aber auch nicht „alles untergeordnet“ werden. Technisch sei es kein Problem, die verschiedenen Aspekte unter einen Hut zu bringen; man müsse es nur wollen.

Ohne eine sinnvolle Nutzung des Neumarkt-Centers bleiben aber die besten Ideen Stückwerk, war die einhellige Meinung. Favorisiert wird unter anderem ein Lebensmittelmarkt. Ins Gespräch gebracht wurde auch ein Indoor-Spielplatz, eventuell in Kombination mit dem Familienzentrum.

Ob das Neumarkt-Center aus seinem Dornröschenschlaf geküsst werden kann, hängt nicht zuletzt vom städtebaulichen Umfeld ab – von der B 3 bis zum Rinnentor. Hierfür wünscht sich das Bürgernetzwerk ein stimmiges Konzept und einen Zeithorizont für die einzelnen Schritte.

• Platz vor dem Parktheater: Auch hier plädiert Maracic dafür, die einzelnen Baustellen ganzheitlich zu betrachten. Seine Vision: Der Dalberger Hof für Hochzeiten, Feste und Bankette. Das Bürgerhaus als multifunktionales Kongresszentrum. Auf dem Hoffart-Gelände ein Hotel als zentrales Element für die gastronomische, gesellschaftliche und kulturelle Auslastung des Gesamt-Ensembles. Maracic spricht von einer Win-win-Situation mit symbiotischen Effekten – erst recht, wenn alle Objekte von einem Pächter vermarktet werden. „Ladengeschäfte funktionieren an der Bundesstraße nicht“, ist die Forumsrunde überzeugt.

• Obere Fußgängerzone: Der Nibelungenbrunnen sollte abgeräumt, die Fläche kreativ gestaltet werden – mit mehr Grün, möglicherweise Spielgeräten für die Kleinsten, einer ansprechenden Möblierung. An dieser Stelle könnte schnell und mit überschaubarem Kostenrahmen ein Signal gesetzt werden – ebenso auf der Nordseite des Kaufhauses Ganz entlang der Lauter. Die Begrenzungsmauer zum Bach sollte transparenter werden: zumindest an einigen Stellen Geländer statt Steinen und möglichst ein Zugang zum Wasser.

• Marktplatz: Er soll zum „Wohnzimmer von Bensheim“ aufgemöbelt werden. „Was wir mit dem Haus am Markt machen, hängt damit zusammen, was in und mit den drei Fachwerkhäusern an der Nordseite und dem ehemaligen Kaufhaus Krämer passiert“, warnt Maracic auch hier vor Schnellschüssen und nicht im Kontext gedachten Einzelmaßnahmen. Für die „Krämer“-Immobilie schwebt ihm im Erdgeschoss und im ersten OG ein Frischerestaurant à la L’Osteria oder Vapiano vor. In den oberen Geschossen sollten Stadtwohnungen entstehen.Im heruntergekommenen Fachwerk-Ensemble wünscht sich Maracic zur Hauptstraße hin eine Weinstube, im mittleren Gebäude die Tourist-Info und am oberen Ende ein Geschäft mit Produkten und Souvenirs aus der Region. Im Haus am Markt selbst dränge sich die geplante gastronomische Nutzung auf.

Ansonsten gilt, wie überall: Am Anfang steht immer ein ganzheitliches, flexibles Nutzungskonzept, ohne sich von einzelnen Mietern abhängig zu machen. An die Kommunalpolitik geht der Appell, lieber noch mal auf die Bremse zu treten, als vollendete Tatsachen zu schaffen, durch die bessere Lösungen erschwert bis unmöglich werden.

„Der Marktplatz ist für alle da.“ Und: „Es soll keine Zeit geben, wo die Innenstadt nicht belebt ist. Sie gehört uns allen“, fasste Sanjin Maracic nach dem zweistündigen Ideen- und Gedankenaustausch zusammen.

BÜRGER-DIALOG ZUM „MARKTPLATZ DER ZUKUNFT“

BÜRGER-DIALOG ZUM „MARKTPLATZ DER ZUKUNFT“

Eigentlich war Ende 2019 alles geklärt. In mehreren Dialogrunden und vielen Arbeitsgruppen-Sitzungen wurden unter der federführenden Moderation des Bürgerforums die Eckpunkte für einen städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerb für den „Marktplatz der Zukunft“ formuliert. Bei der abschließenden Bürgerversammlung, bei der die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden, meldete sich kaum Kritik. Dafür gab es umso mehr Zustimmung für das erarbeitete Eckpunkte-Papier. Als Stichworte waren gesetzt: Belebung – unabhängig von Jahreszeit und Wetter. Außen- und Innengastronomie. Erhalt des mittelalterlichen Marktplatz-Ambientes. Unverstellter Blick von der Hauptstraße auf die Fassade der Stadtkirche St. Georg.

Daraus ergab sich – als größtmögliche Schnittmenge zwischen den beiden Polen Bebauung und Verzicht darauf – eine maximale Gebäudehöhe, die sich am zum geflügelten Wort gewordenen „Schorschblick“ bemisst.

Auch das Verfahren wurde allgemein gelobt.  Hunderte von Teilnehmern an den Foren, Arbeitsgruppen-Treffen und Führungen vor Ort sowie mehr als 500 Rückmeldungen auf eine Online-Befragung der unter 30-Jährigen lieferten ein breites Meinungsbild und Konsens in der zentralen Vorgabe: Vom Marktplatz muss ein belebender Impuls für die gesamte Innenstadt ausgehen.

Was folgte, stellt das Procedere zurück auf Los. Ein erfolgreiches Bürgerbegehren stoppte die von der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich beschlossene Auslobung eines städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerbs und damit das für die Belebung der Innenstadt wichtige Projekt. Ein Ideenwettbewerb ohne Vorgaben zu Grundsatzfragen – Nutzung, Gebäude: ja oder nein, wenn ja: mit welchen Abmessungen? – soll jetzt Klarheit bringen, wie die Mehrheit der Bevölkerung sich „ihren“ Marktplatz der Zukunft wünscht.

Die Eckpunkte des Bürger-Dialogs können eine Bewertungsmatrix und Entscheidungshilfe liefern. Nach Überzeugung des Bürgernetzwerks müssen sie bei der Ausschreibung des Ideenwettbewerbs zumindest als Protokollnotiz angemessene Berücksichtigung finden. Sonst werden der dreimonatige Beteiligungsprozess des Spätjahres 2019 ad absurdum geführt und eine große Zahl von engagierten Bürger*innen, die sich zum Teil mit beträchtlichen Zeiteinsatz eingebracht haben, vor den Kopf gestoßen.

 

 

STUDIE 2019 : ZUKUNFTSPROJEKT LEBENDIGE INNENSTADT BENSHEIM

STUDIE 2019 : ZUKUNFTSPROJEKT LEBENDIGE INNENSTADT BENSHEIM

Für eine lebendige Innenstadt ist ein professionelles und einfallreiches Marketing notwendig. In Bensheim waren diese Aufgaben bisher unter zu vielen Akteuren mit unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgeteilt und nicht wirklich koordiniert. Das Bürgernetzwerk Bensheim hat daher nicht nur konkrete Vorschläge für eine neue

Stadtmarke, sondern auch eine Studie erarbeitet, die Erfahrungen anderer Städte ausgewertet und daraus Vorschläge für Bensheim abgeleitet hat.

Favorisiert wird eine privatwirtschaftliche Organisationsform, idealerweise eine Eingliederung als eigenständiger Bereich in die städtische Marketing- und Entwicklungs-Gesellschaft (MEGB). Deren Aufgabenschwerpunkte werden sich ohnehin von der Vermarktung von Gewerbeflächen zur Entwicklung städtischer Liegenschaften verlagern.

Bis eine Entscheidung über eine neue Organisationsstruktur gefallen ist, soll ein eingetragener Verein die Stabsstelle Stadtmarketing im Rathaus strategisch beraten und operativ unterstützen. Wichtig ist dabei nicht nur die Vermarktung nach außen, sondern auch die Kommunikation nach innen mit allen wichtigen Akteursgruppen. Aufgaben und Zielgruppen sind in der Studie zum Innenstadtmarketing in einem Sechs-Säulen-Modell zusammengefasst beschrieben:

Die vollständige Studie “Zukunftsprojekt Lebendige Innenstadt“ mit Best-practice-Beispielen und Handlungsempfehlungen für eine aktive, ganzheitliche Stadtentwicklung finden Sie hier

Die zentrale Aussage – unabhängig von Organisationsstruktur und Rechtsform – lautet:

Innenstadtmarketing ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Wichtigster Erfolgsfaktor ist eine ganzheitliche Strategie, die von den handelnden Akteuren mitgetragen und aktiv unterstützt wird.

DIE LAUTER ERLEBEN

DIE LAUTER ERLEBEN

Eine Besonderheit von Bensheim, mit der nur wenige Städte punkten können, ist der offene Bachlauf der Lauter von der „Stadtmühle“ bis zum Rinnentor. Hier verfügt die Innenstadt über ein Kleinod, das wesentlich zur Aufenthaltsqualität beitragen kann. Dafür muss das Gewässer an geeigneten Stellen mit Abgängen und Bachquerungen zugänglich gemacht werden, damit für Groß und Klein, Jung und Alt Anziehungspunkte entstehen. Der Bachlauf bietet viele bisher ungenutzte Qualitäten, von denen Bensheims Zentrum enorm profitieren könnte. Das gilt sowohl für die Gastronomie als auch mit Blick auf Spielmöglichkeiten für Kinder in Begleitung Erwachsener. Ziel muss es sein, die Lauter erlebbar zu machen. Dazu gehören ein Bepflanzungs- und Beleuchtungskonzept für den gesamten Teilabschnitt.

Sein Konzept dafür hat das Bürgernetzwerk Ende Mai 2019 bei einem zweitätigen Lichtevent vorgestellt. Zur Erläuterung an Ort und Stelle bot der Sprecher der Architektengruppe des Bürgernetzwerks, Sanjin Maracic, eine seiner stets sehr gut besuchten Themen-Führungen in der Innenstadt an. Hier einige Bild-Impressionen:

EIN MASTERPLAN FÜR DIE BENSHEIMER INNENSTADT

EIN MASTERPLAN FÜR DIE BENSHEIMER INNENSTADT

Stadtplanung muss ganzheitlich erfolgen.

Ganzheitlich – was heißt das? Die Vokabel ist überstrapaziert. Sie ist so richtig wie inhaltsleer. Denn die wenigsten haben eine konkrete Vorstellung davon, was gemeint ist.

Ganzheitlich planen und Stück für Stück nach und nach umsetzen: Die Architektengruppe des Bürgernetzwerks unter Leitung von Sanjin Maracic hat in vielen Sitzungen, nach einer Reihe von Ortsbegehungen und ungezählten Gesprächen mit Beteiligten, Experten und interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Masterplan für die Innenstadt erstellt. Er beschreibt die Rahmenbedingungen, die geschaffen werden sollen, damit Bensheims Mitte ihre Anziehungskraft behält. Dabei geht es um mehr als Fassaden- und Platzgestaltungen. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist die Frage nach dem Warum eine Investition sinnvoll, in vielen Fällen sogar zwingend notwendig ist. Anders formuliert: Nutzung und Gestaltung sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie bedingen einander.

Die  Roadmap  für das vom Bürgernetzwerk zur Diskussion gestellte Nutzungs- und Gestaltungskonzept für die Innenstadt orientiert sich an drei Achsen, die Bensheims historischen Kern prägen: die Hauptstraße  von Süd nach Nord, die Bahnhofstraße von West nach Ost und – als unterschätztes Kleinod – die Lauter, die zusammen mit den markanten Plätzen und verträumten Winkeln wesentlich den Charme der Innenstadt ausmacht.

Ein Mausklick nur – und Sie befinden sich am Ausgangspunkt zu einer Stadtführung der besonderen Art: mit 18 Stationen im Reich der Ideen, in dem nichts in Stein gemeißelt, sondern alles den Streit der Edlen wert ist. Der „Masterplan“ will Denkanstöße geben. Lassen Sie sich inspirieren. Ihre Meinung ist uns wichtig. Denn „Bauherr“ sind die Bürgerinnen und Bürger – und Gremien nur deren Sachwalter.

Die Details zum Masterplan Innenstadt finden Sie hier