ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

Für Dr. Hans-Peter Meister, den geistigen Vater der Bürgernetzwerk-Idee, liefert die lange Liste der Umsetzungsvorschläge, die für die Entwicklung der Bensheimer Innenstadt erarbeitet wurden, den eindrucksvollen Beleg dafür, welche Potenziale im zivilgesellschaftlichen Engagement stecken:  „Es ergänzt die repräsentative Demokratie und erweitert den Horizont um die Sachkunde und den Ideenreichtum, die in der Stadtgesellschaft schlummern.“

Der IFOK-Gründer Meister gilt als einer der führenden Beteiligungsexperten in Deutschland. Er kann nicht nachvollziehen, wenn Verwaltung und Politik die Vorschläge, die auf diese Weise auf dem Tablett serviert werden, auf die lange Bank schieben oder gar links liegen lassen. Den Bürgerdialog zum „Marktplatz der Zukunft“ hält Meister nach wie vor für einen „perfekten Beteiligungsprozess“. Im Ergebnis markiere er die Eckpunkte für die wesentlichen Zielvorgaben: Belebung, auch nach Geschäftsschluss und unabhängig von  Jahreszeit und Wetter, ein von der Hauptstraße aus unverstellter Blick auf die Stadtkirche St. Georg sowie die planerische Betrachtung des gesamten Marktplatzes und seines städtebaulichen Umfelds als ein zentrales Element eines Gesamtkonzepts.

Dass dies nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren noch einmal mit einem offenen Ideenwettbewerb hinterfragt werden soll, kostet zwar weitere Zeit, ist aber vom Bürgernetzwerk nicht zu beanstanden. Ärgerlich bis respektlos gegenüber den mehrere hundert am Bürgerdialog bis Dezember 2019 Beteiligten ist allerdings die Erwartung, dass bei der Vorbereitung des auszuschreibenden Ideenwettbewerbs neben der Verwaltung und der Kommunalpolitik nur die Initiatorinnen des Bürgerbegehrens beteiligt werden sollen. „Hier beginnt das Glas halb leer zu werden“, macht sich Frust und Ärger im Lenkungsteam des Bürgernetzwerks Zukunft der Innenstadt breit.

ZEIT FÜR EINE ZWISCHENBILANZ

ZEIT FÜR EINE ZWISCHENBILANZ

Je nach Blickwinkel ist das Glas halb voll oder halb leer. Wer es positiv sieht, bilanziert nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit: Das Engagement der Vielen, die mitgedacht, mitgeredet und mitgemacht haben, beginnt sich auszuzahlen.

Das haben wir gemeinsam erreicht:

  • Bensheim verfügt über eine Stadtmarke und Kampagnen-Strategie, die ein Gefühl dafür erzeugt, wie die Stadt sich präsentieren und wie sie von Einheimischen und Auswärtigen wahrgenommen werden will.
  • Es gibt ein Stadtmarketing, das gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten unterstützend viele Hebel in Bewegung setzt, damit Fachgeschäfte und gastronomische Betriebe nicht auf der Strecke bleiben.
  • Es liegen fertige Pläne in der Schublade, um die Lauter als topografisches Kleinod in der Innenstadt aus ihrem Dornröschenschlaf zu küssen.
  • Aus einer vom Bürgernetzwerk durchgeführten Kunden- und Passantenbefragung wurde ein Konzept abgeleitet, wie der Wochenmarkt vielfältiger und damit als Magnet für die Innenstadt noch attraktiver werden kann.
  • Ein zeitgemäßer Onlineauftritt des Stadtmarketings nimmt Stück für Stück Gestalt an. Ab dem nächsten Monat wird das digitale Schaufenster mit Informationen rund um den Aspekt Markt und Regionales bestückt sein.
  • Ein Masterplan mit 20 Einzelpunkten bietet die Diskussionsgrundlage für ein ganzheitliches Nutzungs- und Gestaltungskonzept für Bensheims Zentrum – getreu dem Motto: Das Herz der Stadt schlägt in der Mitte.
  • Die kollektiven Anstrengungen, dass dies so bleibt, haben die Juroren der vom Wirtschaftsministerium ausgerufenen landesweiten Innenstadt-Offensive mit einem ersten Preis gewürdigt.
  • Jetzt, mit der neuerlichen Bewerbung mit dem Slogan „Heimat leben auf bensheimisch“, soll dieser Erfolg wiederholt werden. Punkten wollen die Initiatoren mit der Vernetzung von digitalen und stationären Marktplätzen. Dieser Brückenschlag ist nicht nur den Lehren aus der Pandemie geschuldet, sondern allgemein den sich wandelnden Konsum- und Freizeitgewohnheiten sowie der wachsenden Bedeutung, die mobile Informationsquellen dabei spielen.

 

Das muss jetzt angepackt werden

  • Halb leer ist das Glas, weil so getan wird, als wäre es eine völlig neue Eingebung, Innenstadtentwicklung und Stadtmarketing ganzheitlich zu denken: „Die Parole skandieren jetzt ausgerechnet diejenigen, die sich zweieinhalb Jahre lang nicht beteiligt, geschweige denn aktiv in die Entwicklung von Lösungskonzepten eingebracht haben.“
  • Bensheim leidet nicht an konzeptionellen Defiziten, sondern an einem Umsetzungsproblem: „Es dauert alles zu lang. Vieles wird, wenn überhaupt, halbherzig bis schlecht umgesetzt, und die Diskussionen beginnen immer wieder von vorne.“

Das gilt für das Nutzungs- und Gestaltungskonzept für die Innenstadt genauso wie für die organisatorische Aufstellung des Stadtmarketings als Verantwortungsgemeinschaft unter Mitwirkung aller beteiligten Akteurs- und deren Zielgruppen.

  • Noch immer wird von Teilen der Politik und von einzelnen Interessenvertretungen nicht verstanden, dass das Bürgernetzwerk keine Initiative gegen oder für etwas ist, sondern ein offenes Forum für alle, die mitdiskutieren und mitgestalten wollen, und zwar an Sachthemen und kontinuierlich. Dazu passt nicht, Bürgerbeteiligung von oben nach unten zu steuern und im schlechtesten Fall die Agenda per Satzung und auf Grundlage von Gremienbeschlüssen vorzugeben.
  • Bürgerbeteiligung ist kein Instrument der Verwaltung, sondern eine Kultur, die von der Bevölkerung gelebt werden muss.“

  • Erfreulich ist, dass sich alle an einem Livestream mit dem Bürgernetzwerk beteiligten Fraktionen dafür ausgesprochen haben, unmittelbar nach der Kommunalwahl einen „Runden Tisch“ zu etablieren, um parteiübergreifend nach einvernehmlichen Lösungen für anstehende Probleme zu suchen.

Auf den Tag X vorbereiten

  • Positiv bewertet wird vom Bürgernetzwerk auch, dass es in einer konzertierten Aktion mit dem Lions-Club in kürzester Zeit gelungen ist, eine kreative Strategie zu entwerfen, die Handel und Gastronomie dauerhafte Öffnungsperspektiven nach dem Lockdown ermöglicht. Auch hier hängt alles von einer proaktiven Vorbereitung ab.

 

BENSHEIMER FRAKTIONEN WOLLEN EINEN RUNDEN TISCH

BENSHEIMER FRAKTIONEN WOLLEN EINEN RUNDEN TISCH

Wahlkampfzeiten müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass Gemeinsamkeiten ausgeblendet und Debatten nur noch holzschnittartig geführt werden. Das virtuelle Treffen von Vertreter*innen des Bürgernetzwerks und der Fraktionsspitzen in der Stadtverordnetenversammlung war jedenfalls von einer nicht selbstverständlichen Sachlichkeit geprägt. Am Ende stand sogar ein Versprechen für die Zukunft. Sobald der Wahlkampfrauch verzogen ist und die Gremien neu konstituiert sind, soll der ausgerollte Faden an einem „runden Tisch“ von allen Beteiligten wieder aufgenommen werden. Denn darin bestand Übereinstimmung: Gerade jetzt kommt es für die Corona-gebeutelte Innenstadt mehr dann je auf das Zusammenwirken aller Beteiligten und auf sichtbare Signale an.

Es geht um nicht weniger als darum, dass Bensheims Mitte eine Zukunft als Begegnungs-, Verweil- und Einkaufsort hat.

Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, verlangt angesichts der schwierigen städtischen Haushaltslage mit dramatischen Einnahmeneinbrüchen eine kollektive Kraftanstrengung. Klar ist aber auch, dass es keine Alternative ist, Investitionen und den begonnenen Aufbau eines schlagkräftiges Stadtmarketings auf die lange Bank zu schieben. Die Erfolgsformel heißt Verantwortungsgemeinschaft: Viele müssen ihren Beitrag leisten – die Politik genauso wie Handel und Gastronomie, Immobilienbesitzer, die Wirtschaft insgesamt, Kulturschaffende, Vereine und die Bürgergesellschaft überhaupt.

Um mehr über die Vorstellungen der Parteien zu dieser Herausforderung zu erfahren, hatte das Bürgernetzwerk um die Beantwortung von vier Fragen gebeten:

  1. Wofür und in welchem Umfang sollen im Jahr 2021 Haushaltsmittel für Innenstadtmarketing und stadtgestalterische Projekte eingesetzt werden?
  1. Was muss nach der Kommunalwahl SOFORT angegangen werden?
  1. Was sind die drei bis fünf wichtigsten investiven Projekte und Maßnahmen, die auf keinen Fall auf die lange Bank geschoben werden dürfen?
  1. Woran wollen sich die Fraktionen als gestaltende Kraft für Bensheims Innenstadt nach Ende ihrer Wahlzeit messen lassen?

Die Antworten dienten als Einstieg in eine zweistündige Videokonferenz, in deren Verlauf vor allem erörtert wurde, wie Blockaden in der Entscheidungsfindung und Hindernisse für eine zügige Umsetzung von Projekten und Strategien überwunden werden können. Anders formuliert: Wie lassen sich Koalitionen in der Sache schmieden? Und welche Rolle spielt das Bürgernetzwerk für einen konstruktiven und kooperativen Dialog – vielleicht sogar in einem institutionalisierten Format?

Bensheim braucht Koalitionen in der Sache

An der guten Absicht soll’s nicht liegen. „Alle ziehen an einem Strang“, lautet die Losung, auf die sich die Gesprächsrunde verpflichtete.

Der Link zum Mitschnitt des Erfahrungs- und Meinungsaustauschs finden Sie hier kurzelinks.de/6jnw

 

 

BEFRAGUNG DER BENSHEIMER FRAKTIONEN ZUR KOMMUNALWAHL 2021

BEFRAGUNG DER BENSHEIMER FRAKTIONEN ZUR KOMMUNALWAHL 2021

Anlässlich der Kommunalwahl 2021 möchte das Bürgernetzwerk Bensheim mit den Bensheimer Fraktionen in einen Austausch über deren Vorstellungen zur Bensheimer Innenstadtentwicklung und zum Stadtmarketing treten.

Die nachhaltige Entwicklung der Bensheimer Innenstadt stellt für die

  • Kommunalpolitik, aber auch für
  • Handel, Gastronomie, Dienstleistende, Kulturschaffende und ehrenamtlich

Engagierte sowie für die Stadtgesellschaft insgesamt eine große Herausforderung dar.

Das gilt erst recht angesichts der Notwendigkeit, das „Herz“ unserer Stadt nach den fast schon ein ganzes Jahr währenden pandemiebedingten Einschränkungen – bis zu teilweise monatelangen Komplettschließungen – zu reanimieren.

Das Bürgernetzwerk Bensheim hat es sich seit 2018 zum Ziel gesetzt, mit einer kollektiven Kraftanstrengung gemeinsam mit allen Akteursgruppen das Zentrum von Bensheim als Begegnungs-, Erlebnis- und Einkaufsort so zu gestalten, dass die (Innen-)Stadt im Standortwettbewerb und gegen den Onlinehandel bestehen kann.

Die Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich mit ihrer Stadt. Dass dies so bleibt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob und wie es gelingt, Bensheims Zentrum für veränderte Freizeit- und Konsumgewohnheiten attraktiv zu machen. Diesen strategischen Ansatz wollen wir – wie von Anfang an immer wieder betont – kooperativ mit den politischen Verantwortlichen und allen Betroffenen verfolgen.

Dabei wissen wir, dass die finanziellen Spielräume der Stadt durch die Einnahmenausfälle als Folge der Corona-Krise eng sind. Gerade deshalb laden wir herzlich zur Zusammenarbeit ein.

HeimatLeben 4.0 – Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“

HeimatLeben 4.0 – Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“

„Heimat leben“ auch in der Stadt

Zusammen mit dem Bürgernetzwerk und der Stadt Bensheim engagiert sich das Open Government Labor Bergstraße-Odenwald für einen Brückenschlag zwischen dem ländlichen und dem urbanen Raum bei der Vermarktung regionaler Produkte und Dienstleistungen.

Eine aktuelle Initiative ist die Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ unter dem Motto: „Heimat leben auf bensheimisch“

Das Bensheim Gefühl : „Heimat leben auf bensheimisch“

Bensheim wurde im IHK-Ranking 2020 als Mittelzentrum Nummer eins in Südhessen bestätigt. Die Menschen identifizieren sich mit ihrer Stadt. Sie ist für sie Wohlfühl- und Heimatort.

Das verbindende „Bensheim-Gefühl“ wird maßgeblich davon geprägt, dass die Innenstadt mit ihrer historischen Fachwerkkulisse von Einheimischen und Gästen nicht als Freilichtmuseum, sondern im Alltag als Begegnungs-, Verweil-, Erlebnis- und Einkaufsort für alle Generationen wahr- und angenommen wird. Zur Anziehungskraft tragen Leistungsmerkmale und Frequenzbringer bei, die sich vom Angebot auf der grünen Wiese oder im Supermarkt abheben.

Eine solche Nische besetzt ein täglicher Markt mit vor allem regionalen Produkten.  Was Kunden erwarten und inwieweit diese Erwartungen erfüllt werden, geht aus einer Umfrage unter mehr als tausend Konsumierenden sowie Erzeuger- und Vermarktungsbetrieben hervor. Erhoben wurden die Daten vom Bürgernetzwerk Bensheim und dem Open Government Labor Bergstraße-Odenwald für das Projekt „HeimatLeben 4.0“.

Es geht um Vielfalt, Nachhaltigkeit und mehr Information

Verbesserungspotenziale offenbart die Befragung in puncto Vielfalt und Verfügbarkeit der Erzeugnisse, bei den Öffnungszeiten und nicht zuletzt beim Informationsbedarf der Kunden. Das gilt sowohl für das Sortiment vor Ort als auch für seine virtuelle Präsentation. Über den klassischen Marktstand hinaus sollen Kontaktpunkte und Verkaufsanlässe geschaffen werden, die sich gegenseitig ergänzen: Bestell-, Abhol- und Lieferservices, „Regionale Regale“ in Fachgeschäften oder ein Regionalladen als Pop-up-Nutzung eines Leerstands.

Marktplätze für Regionales (stationär und digital)

Um eine maximale Reichweite für die Produktpräsentation auch bei einem onlineaffinen Publikum zu erzielen – forciert durch die pandemiebedingten Einschränkungen für das stationäre Geschäft -, wird als ein Projektschwerpunkt ein digitaler Marktplatz geschaffen: Dafür wird die Website des auf Initiative des Bürgernetzwerks neu eingerichteten Bensheimer Stadtmarketings um die Funktionen „Markt und Regionales“ erweitert. Außer den Marktbeschickern können hier auch andere Anbieter von regionalen Erzeugnissen sowie örtliche Einzelhändler und Dienstleister ihre Ware und Geschäftsmodelle präsentieren, auf eigene Online-Plattformen verlinken und so sowohl digital als auch stationär Präsenz zeigen.

Ziel ist die Erhöhung der Kundenfrequenz

Geplant sind im Förderzeitraum mehrere Projekte und Aktionen. Sie stehen exemplarisch dafür, wie das Thema Regionalität als spezifisches Merkmal der Bensheimer Innenstadt verstetigt werden soll.  Stationäre und digitale Anreize ergänzen sich mit dem Ziel, die Kundenfrequenz für Handel und Gastronomie und damit den Absatzmarkt für Erzeuger und Lieferanten regionaler Produkte nachhaltig zu erhöhen:

  1. Aufbau und Launch einer nachfragezentrierten Digitalplattform mit Fokus auf „Markt & Regionales“: Was wird wann von wem wo angeboten? Wo und wie kann ich was bestellen, abholen oder liefern lassen?
  2. Themenmarkt „Kunstmeile Bensheim“
  3. Regionalmarkt
  4. „Tele-Shopping“ auf bensheimisch
  5. Feierabendmarkt auf dem historischen Marktplatz, verbunden mit „HeimatShoppen“ am Abend
  6. Marktfrühstück – an mehreren Samstagen
  7. Themenbezogenen Führungen in der Innenstadt

Wie leben die Aktionen weiter?

Die Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Kommunalpolitik und Bürgergesellschaft sollen in Wertschöpfungsnetzwerken zusammengeführt werden, um Lücken zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen und das Regionalbewusstsein zu schärfen.

STATUSBERICHT 2020 : ZWEI JAHRE BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT BENSHEIM

STATUSBERICHT 2020 : ZWEI JAHRE BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT BENSHEIM

Das Bürgernetzwerk Bensheim startete bereits im Jahr 2017 mit dem Vor-Ort Dialog „Gutes Leben an der Bergstraße“ und einzelnen Gesprächsforen in Bensheim, Zwingenberg, Einhausen und Lorsch.

MITDENKEN -> MITREDEN -> MITGESTALTEN

2018 wurde dann in Bensheim mit dem „Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim“ der Schwerpunkt der Bürgernetzwerksarbeit auf die langfristige und nachhaltige Entwicklung der Stadt Bensheim gelegt.

Getreu dem Motto „Mitdenken – Mitreden – Mitgestalten“ wurden in 3 Bürgerforen mit jeweils bis zu 80 Teilnehmern Ideen und Anregungen für die Bensheimer Innenstadt gesammelt.

Im Anschluss an die Bürgerforen wurden die gesammelten Ideen in 4 Themen Bereiche zusammengefasst und in Arbeitskreisen (MARKE, MARKETING, EINKAUFEN, STADTGESTALTUNG) weiterbearbeitet. Nach einem halben Jahr. Im Sommer 2019 war man dann so weit und hat basierend auf den Ergebnissen der Arbeitskreise, 8 Projekte auf einer Prioritätenliste festgelegt, welche auch von der Stadt Bensheim in Ihre Planungen mitaufgenommen wurde.

Die Prioritätenliste des Bürgernetzwerk : 8 Themen zur Stadtentwicklung

Auf unserer Prioritätenliste finden Sie die 8 Themen welche uns seit mehr als 2 Jahren beschäftigen und unserer Meinung nach, zügig in Projekten für die Stadt Bensheim umgesetzt werden sollten. Die Prioritätenliste hat auch viel Zustimmung bei der Stadt Bensheim und den handelnden Gremien und Parteien gefunden.

Einige der Themen und Ideen sind nicht nur in Konzepten weiterentwickelt, sondern sogar in konkreten Projekten umgesetzt oder in Planung.

Bei Interesse an weiteren Informationen zur Prioritätenliste und den Projekten des Bürgernetzwerk Bensheim, stellen wir Ihnen gerne den STATUSBERICHT 2020  zum Herunterladen zur Verfügung.

Über die Arbeit des Bürgernertzwerk Bensheim berichten wir auch unseren Social Media Kanälen:

 

 

Pressemitteilung 20.03.20

Pressemitteilung 20.03.20

Bensheim. Selbstverständlich bewegten  in der aktuellen Situation die Menschen  grundlegendere Fragen als die Diskussion über das Verfahren zur Entwicklung des Bensheimer Marktplatzes. Dessen ungeachtet komme es gerade jetzt auf die richtigen Weichenstellungen an, um danach mit umso mehr Schwung und einem klaren Zielbild die Chancen zu nutzen, die sich auch unter zusätzlich erschwerten Bedingungen  für  das Bensheimer Zentrum bieten.

Mit dieser Erwartung an alle Beteiligten leitet das Bürgernetzwerk zur Zukunft der Innenstadt seine Reaktion auf die in dieser Zeitung veröffentlichten Presseerklärungen der „Bürger für Bensheim“ und der Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Marktplatzgestaltung ein.

Die beiden Stellungnahmen legten die Absurdität des für die Unterschriftensammlung eingegangenen „Zweckbündnisses auf Zeit“ offen.  Die Initiative  verbinde eben nicht  ein gemeinsames Ziel. Vielmehr handele es sich um den Versuch, mit einem Riesenspagat „auf Teufel komm raus“ möglichst viele Unterschriften für total entgegengesetzte Positionen zu sammeln. Während den Bürgern für Bensheim ein zweigeschossiger Neubau vorschwebe, lehne das Gros der Befürworter eines vermeintlich ergebnisoffenen Ideenwettbewerbs  ein Gebäude auf dem östlichen Marktplatz kategorisch ab. Eine solche „Allianz der Gegensätze“  könne nicht der Königsweg sein, sondern führe geradewegs in die Sackgasse.  „Nachher sind wir so schlau wie vorher und führen die gleichen Diskussionen noch einmal“, weiß Dr. Hans-Peter Meister aus jahrzehntelanger Erfahrung  in der professionellen Durchführung von Bürgerbeteiligungsprozessen.

„Zwischen den  Extrempunkten „Mehrgeschossigkeit und gar kein  Gebäude“ galt es die größte Schnittmenge zu finden“, erläutert Karl-Heinz Schlitt das von  ihm maßgeblich moderierte Dialogverfahren  zur Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit an einem Lösungsvorschlag, in dem sich die meisten Bensheimer wiederfinden können.

Einigkeit herrsche darin, dass der Marktplatz und die Fußgängerzone insgesamt belebende Impulse brauchen, um angesichts eines sich wandelnden Konsum- und Freizeitverhaltens als Begegnungs-, Erlebnis- und Einkaufsort attraktiv und konkurrenzfähig zu bleiben.

Dafür seien Angebote erforderlich, welche die Frequenz erhöhen – und zwar ganzjährig, jeden Tag, unabhängig vom Wetter und auch außerhalb der Geschäftszeiten. Um dies zu erreichen, müssen viele Aspekte zusammenspielen, verweist Architekt Sanjin Maracic auf den unter seiner Federführung entwickelten Masterplan, der 18 Mosaiksteine für ein ganzheitliches Nutzungs-  und Gestaltungskonzept für die Innenstadt zusammenfügt.

„Wir müssen weg vom Klein-Klein“, appelliert auch Harald Heußer.  Der in Bensheim lebende Architekt und Leiter des Heidelberger Hochbauamts kann auf vielfältige Erfahrungen bei der Auslobung städtebaulicher Wettbewerbe verweisen. Den im Dialog mit den Bürgern entwickelten Ansatz eines integrierten Realisierungs- und Ideenwettbewerbs mit einer klaren Nutzungsvorstellung hält Heußer für die einzig zielführende Vorgehensweise. Die verbindende Klammer, so das Bürgernetzwerk, ist die Bewahrung des „Schorschblicks“, wie er sich nach dem Abriss des Hauses am Markt präsentiert.  Diese breite Konsenslinie dürfe nicht – aus unterschiedlichsten Motiven – schlechtgeredet,  ohne eine breit mitgetragene Alternative verlassen und schon gar nicht für parteitaktische Erwägungen instrumentalisiert werden.

„Irgendwann müsste auch nach einem reinen Ideenwettbewerb eine Entscheidung getroffen werden. Und die kann nicht anders ausfallen als jetzt“, ist Heußer überzeugt:  „Die definierten Kriterien bieten größten Gestaltungsspielraum – weit über ein Haus am Markt 2.0 hinaus.“

In diesem Zusammenhang verweist das Bürgernetzwerk auf die Online-Umfrage, an der sich mehr als 500 Bensheimer im Alter von bis zu 30 Jahren beteiligt haben. Mehr als 90 Prozent lehnen eine mehrgeschossige Bebauung ab. Fast alle wollen sich am Blick auf die Kirche erfreuen. Eine Mehrheit plädiert für einen eingeschossigen Flachbau.

Den Vorwurf, beim Bürgerdialog sei eine „Nullbebauung“ unter den Tisch gekehrt worden,  weisen die Moderatoren zurück: Richtig sei, dass darüber im zweiten Dialogforum nicht mehr abgestimmt wurde. Aber nur deshalb, weil vorher eine überwiegende Mehrheit ein anderes Votum abgegeben habe: „Sonst hätten die guten Vorschläge dieser Gruppe zur Platzgestaltung nicht so stark Eingang in den Ideenteil gefunden.“

„Wir brauchen eine breite  Aufbruchstimmung und zügige Beschlüsse für die Innenstadt“, mahnt Thomas Mahr, geschäftsführender Gesellschafter der Winkler-Modegeschäfte in der oberen Fußgängerzone: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“ Und seine Kollegin Tatjana Steinbrenner vom Kaufhaus Ganz sorgt sich: „Die Innenstadt überlebt das nicht, wenn alles immer  wieder in Zweifel gezogen wird und nichts passiert.“

Harry Hegenbarth, der mit seinen Festivals und bei der Durchführung großer Events viel zur Belebung der Innenstadt beiträgt, bekennt freimütig, seine Meinung geändert zu haben: „Am Anfang war ich auch gegen eine Bebauung.  Die Mitwirkung im Bürgerdialog hat mich umdenken lassen.“ Eddi Winkler, bis zu seinem Ruhestand Inhaber mehrerer Fachgeschäfte, bringt es so auf den Punkt: „Belebung zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter geht nicht ohne Dach über dem Kopf.“

Für Sanjin Maracic und seine Kolleginnen und Kollegen aus der Architektenrunde des Bürgernetzwerks steht außer Frage, dass dafür auch die vorhandenen Gebäude wertig genutzt werden müssen: „Aber nicht ‚anstatt‘, sondern zusätzlich.“ Zum Masterplan  gehörten unter anderem auch:  eine überzeugende Lösung für das Familienzentrum, die Aufwertung der Lauter, ein Beleuchtungskonzept, das seinen Namen verdient, die Sparkasse und andere Einrichtungen des täglichen Bedarfs wie ein Ärztehaus, die Entwicklung von Bürgerhaus, Parktheater und Hoffart-Gelände zu einem Kultur-, Bürger- und Kongresszentrum und schließlich die Durchschlagung des gordischen Knotens rund um das Neumarkt-Center. Nicht zu vergessen seien: ein professionelles Innenstadtmarketing, Ideen für die Beseitigung von Leerständen und weitere, abgestimmte Anstrengungen, um die Marke Bensheim mit Inhalten zu füllen, damit Anspruch und Wirklichkeit deckungsgleich sind, schreibt das Bürgernetzwerk abschließend.

 

Aktivitäten des Bürgernetzwerks Bergstraße wegen Corona-Krise vorerst eingestellt

Bensheim. Als einzig  angemessene  Reaktion auf die Corona-Krise verzichtet das Bürgernetzwerk Bensheim ab sofort auf sämtliche Aktivitäten, bei  denen Ansteckungsrisiken bestehen: Die für Mittwoch geplante Plenumsrunde zur Zukunft der Innenstadt wurde deshalb bereits am Freitag abgesagt. Der Neustart erfolgt zu einem jetzt noch nicht  absehbaren Zeitpunkt.
Beim Infozelt am Samstag in der Fußgängerzone wurde die personelle Präsenz auf ein Minimum reduziert. Die Erläuterung des Bürgerbeteiligungsverfahrens zur Vorbereitung eines städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerbs für die Neugestaltung des Marktplatzes erfolgte vor allem über Großflächenplakate und Faltblätter, auf denen die definierten  Eckpunkte kompakt dokumentiert sind. Die Flyer liegen ab Mitte der Woche in vielen Geschäften zur Mitnahme und breit gestreuten Verteilung im persönlichen Umfeld aus.
Die Inhalte stehen auch auf der Homepage des Bürgernetzwerks: www.buergernetzwerk.de. Informationen gibt es zudem  auf der Facebook-Seite des Bürgernetzwerks und über  andere soziale Netzwerke.
Bei den bisherigen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft wurde deutlich, dass weniger das Ergebnis des Dialogforums kritisiert wird als vielmehr eine von einem nicht geringen Teil der Bevölkerung so wahrgenommene mangelnde Transparenz bei der Auslobung und Umsetzung des geplanten städtebaulichen Wettbewerbs. Das Bürgernetzwerk will seinen Beitrag dazu leisten, dass Vertrauensdefizite gegenüber der Verwaltung und den politischen Entscheidern  gegenstandslos werden. Das ergibt sich aus dem Selbstverständnis in puncto gesellschaftlicher und politischer Teilhabe.
Dies setzt allerdings voraus, dass Entscheidungsfindungsprozesse in der notwendigen  Komplexität durchgeführt und anschließend bewertet werden. Basis dafür sind offene Mitwirkungsangebote für  interessierte Bürgerinnen und Bürger.  Beim Dialogforum zum Marktplatz der Zukunft war dies über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten – und in den Veranstaltungen zur Innenstadt  insgesamt ist dies seit eineinhalb Jahren –  der Fall.
Bis zum Beweis des Gegenteils ist das Bürgernetzwerk davon überzeugt, dass der Anspruch zivilgesellschaftlicher Partizipation von allen Beteiligten eingelöst wird und die Ergebnisse unverfälscht in den weiteren Geschäftsgang einfließen.


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