Wahlkompass Bensheim

Wahlkompass Bensheim

Wahlkompass Bürgernetzwerk Bensheim zur Kommunalwahl 2026

Wer wir sind

  • Wir wollen die Demokratie stärken, indem wir auch zwischen den Wahlterminen Bürgerinnen und Bürgern eine Stimme geben.
  • Durch gemeinsames Arbeiten an konkreten Ideen und Vorschlägen vermitteln wir Zuversicht, dass wir gemeinsam unsere Stadt gestalten können.
  • Bei unterschiedlichen Positionen sorgen wir für Transparenz, Sachorientierung und Faktenklärung.
  • Dabei sind wir überparteilich, unabhängig, bürgernah und lösungsorientiert.
  • Wir stehen für Transparenz, Fairness, Gerechtigkeit und Realitätssinn.

Unsere Rolle im Wahlkampf 2026

Wir bevorzugen keine Partei. Wir schlagen allen Parteien 4 Punkte vor, die den Umgang mit der Bürgerschaft betreffen. Zudem reichen wir die drängendsten Fragen, die uns aus der Bürgerschaft erreicht haben, an die Parteien weiter mit der Bitte um Beantwortung. Dadurch können sich alle Bürgerinnen und Bürger ein Bild machen, wofür und wogegen die einzelnen Parteien stehen.

Unsere Maßnahmen:

  • Veröffentlichung unseres „Wahlkompass Bensheim 2026“
  • Veranstaltung: „Bensheim entscheidet“ zur Kommunalwahl 2026

 

Wahlkompass 2026: Vorschläge des Bürgernetzwerks

  1. Stadtforum Bensheim

Wir schlagen vor, zweimal im Jahr ein „Stadtforum“ unter neutraler Leitung durchzuführen. Dabei sollen Bürger- und Zivilgesellschaft (Vereine), die Wirtschaft, Politik und Verwaltung zusammenkommen, gemeinsam alle wichtigen Themen besprechen und das weitere Vorgehen gemeinsam erarbeiten.

  1. Öffentlicher Faktencheck bei Widersprüchen

Wenn bei wichtigen Themen Expert:innen zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen kommen und sich dabei auf widersprüchliche Fakten beziehen schlagen wir vor, dass diese Personen im Rahmen eines öffentlichen Faktenchecks unter neutraler und unabhängiger Moderation ihre Positionen diskutieren und nach gemeinsamen Lösungen suchen.

  1. Nutzer:innen und Betroffene vorab anhören

Wir schlagen vor, dass bereits vor der Erstellung von wesentlichen Entscheidungsvorlagen der Stadt eine Beteiligung der Nutzer:innen und Betroffenen erfolgt. Sie sollen angehört werden, damit ihre wirklichen Bedürfnisse und Probleme im Alltag und in der täglichen Praxis berücksichtigt werden.

  1. Von und mit anderen lernen

Wir schlagen vor, dass regelmäßig vor Entscheidungen geprüft wird, welche guten und schlechten Erfahrungen andere Kommunen mit dem jeweiligen Thema gemacht haben, damit wir nicht immer wieder „das Rad neu erfinden“ müssen und nicht die Fehler Anderer wiederholen.

Wahlkompass 2026: 11 Fragen aus der Bürgerschaft

Haushalt und Finanzen
• Welchen Grundsteuerhebesatz vertreten Sie für den Haushalt 2026 und die folgenden Jahre?
• Wie wollen Sie die Kosten der Verwaltung und der Eigenbetriebe senken? Welches sind für Sie die 3 wichtigsten Einsparungspotentiale?
• Unterstützen Sie die Bitte an die Sparkasse Bensheim, künftig eine höhere Ausschüttungsquote als in der Vergangenheit zu beschließen, um einen maßgeblichen Beitrag zu den defizitgeplagten kommunalen Haushalten zu leisten?
• Welche Wege zur Erhöhung der Einnahmen möchten Sie gehen?

Modernisierung der Verwaltung
• Welche Ziele sollte eine Verwaltungsmodernisierung haben?
• Unterstützen Sie eine Einbeziehung der Nutzer:innen, also der Bürgerschaft, in diese Entwicklung?
• In welchen Bereichen streben Sie eine vertiefte interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen an?

Stadtentwicklung
• Wie wollen Sie die Innenstadt Bensheims beleben? Was sind für Sie die drei wichtigsten konkreten Maßnahmen dafür?
• Für welche städtischen Immobilien möchten Sie vorrangig eine Lösung finden?
• Was werden Sie konkret tun, um den vorhandenen Masterplan Klimaschutz in die Praxis umzusetzen?
• Wie wollen Sie Bensheim als Sportstadt erhalten und weiterentwickeln? Werden Sie sich dafür einsetzen, nach Möglichkeiten zum Hallenneu- oder – ausbau zu suchen, damit die Flames in Bensheim bleiben können?

Neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025

Neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025

Bürger fragen nach: Wie kommt es zu den neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025?

Aus Anlass der jüngsten Erklärungen der Stadt Bensheim zu den vergangenen Haushalten richtet das Bürgernetzwerk Bensheim Fragen an die Stadt:

Im Juni 2025 beschloss die Stadtverordnetenversammlung Bensheim den Haushalt der Stadt für das Jahr 2025 auf der Grundlage des Abschlusses für das Jahr 2024. Damals lag das angegebene Defizit für das Jahr 2024 bei rund 38,5 Mio. Euro, im Entwurf war sogar ein Defizit von 43 Mio. Euro geplant. Nun wird im Dezember 2025 berichtet, dass dieses Defizit um etwa 20 Mio. Euro niedriger ausfällt und bei etwa 18,5 Mio. Euro liegt, also hat sich das Defizit in etwa halbiert.

  • Wie erklärt die Stadt diese Differenz?
  • Wie verträgt sich diese Differenz mit der Ergebnisrechnung, in der beim fortgeschriebenen Ansatz des HH-Jahres 2024 das Jahresergebnis minus 12.513 Mio. Euro beträgt und beim tatsächlichen festgestellten Jahresergebnis 2024 minus 18.559 Mio. Euro? Wie lässt sich die damit die Aussage der Stadt, dass das Defizit um 20 Mio. € reduziert werden konnte, aufrechterhalten?
  • Führt eben die von der Stadt in der Pressemitteilung gewählten Darstellung nicht weiter zur Verwirrung der Öffentlichkeit und widerspricht sie nicht den Angaben der offiziellen Ergebnisrechnung?
  • Welche Faktoren haben zu dieser Abweichung geführt? Handelt es sich überwiegend um Mehreinnahmen, Minder- bzw. verschobene Ausgaben oder andere Ursachen?
  • Wussten die Stadtverordneten im Juni bei der Haushaltsverabschiedung über das offenbar noch nicht final vorliegende Ergebnis von 2024 Bescheid?
  • Welche Auswirkungen hatte das Ergebnis von 2024 für den Haushalt 2025 und wie hätte dieser anders ausgesehen, wenn man von den 20 Mio. Euro gewusst hätte?
  • Gab es in der Vergangenheit ähnlich hohe Abweichungen?
  • Wird auch in Zukunft mit derartigen Abweichungen zu rechnen sein?
  • Welche Schlussfolgerungen zieht die Stadt aus dieser Abweichung von rund 20 Mio. Euro für die künftigen Planungen?
  • Wird die zukünftige Haushaltsplanung angepasst, und wenn ja, in welcher Form?

Insbesondere äußert sich das Bürgernetzwerk besorgt über die kommunikative Wirkung bei der Bürgerschaft. Die sehr erhebliche Steigerung der Grundsteuer B wurde mit der dramatischen Finanzsituation der Stadt begründet. Die für Bürgerinnen und Bürgern nun plötzlich aufgetauchten 20 Mio. Euro dürften nicht zu einem größeren Vertrauen in Politik und Verwaltung führen. Dies umso mehr, als die Stadt in ihrer Pressemeldung kein einziges Wort der Erklärung dafür findet. Allerdings werden in der gleichen Pressemeldung Politiker:innen aus der Stadtverordnetenversammlung kritisiert, die von der Stadt mehr Transparenz und bessere Kommunikation fordern. Daher fragt das Bürgernetzwerk weiter:

  • Wieso liefert die Stadt in ihrer Presseerklärung keine Erklärung für diese erhebliche Abweichung?
  • Wie plant die Stadt, diese Erklärung der Stadtverordnetenversammlung zu vermitteln?
  • Welche Kommunikationsstrategie wird die Stadt künftig bei der Darstellung der Haushaltsrisiken und -ergebnisse verfolgen?

Das Bürgernetzwerk bittet die Stadt um die Beantwortung dieser Fragen, um eine sachliche und transparente Diskussion zur Haushaltslage zu ermöglichen.

Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Ausschüttungen der Sparkasse

Ausschüttungen der Sparkasse

Bürgernetzwerk unterstützt Forderungen nach höheren Sparkassenausschüttungen zur Entlastung der kommunalen Haushalte

Das Bürgernetzwerk Bensheim begrüßt die vom Präsidenten des Hessischen Rechnungshofs, Uwe Becker, angestoßene Debatte über eine verstärkte Ausschüttung der Sparkassengewinne an ihre Kommunen. Angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden regt Becker an, dass die Sparkassen gemeinsam mit ihren Trägerkommunen verlässliche Ausschüttungsvereinbarungen für die kommenden Jahre treffen. Dieser Vorstoß wird nicht nur vom Bund der Steuerzahler unterstützt, sondern findet auch breite Resonanz in Öffentlichkeit und Medien.

Vor diesem Hintergrund ruft das Bürgernetzwerk die Sparkasse Bensheim, ihren Verwaltungsrat sowie die lokale Politik dazu auf, dieses Thema aktiv aufzugreifen. Bereits im Januar hatten Bürgerinnen und Bürger in Veranstaltungen des Netzwerks die Idee einer stärkeren Sparkassenausschüttung als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung diskutiert. Im Mai 2025 forderte das Netzwerk in einer öffentlichen Stellungnahme sowie in einem Schreiben an den Verwaltungsrat der Sparkasse eine Prüfung der Ausschüttungspraxis.

Inzwischen wurde in der Tat ein sogenannter „Mindestsockelbetrag“ im städtischen Haushalt berücksichtigt und die Sparkasse Bensheim hat 1 Million Euro ausgeschüttet. Angesichts eines operativen Gewinns von rund 20 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr hält das Bürgernetzwerk diesen Betrag jedoch für deutlich ausbaufähig. Denn selbst in den derzeitig turbulenten wirtschaflichen Zeiten wuchs das Kundenkreditgeschäft der Bensheimer Sparkasse um 7,8% – und sie zählt bundesweit zu den eigenkapitalstarken Instituten. Zudem sind die Zukunftsperspektiven gemäß des eigenen Lageberichts der Sparkasse ausgezeichnet: Sie rechnet für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem Betriebsergebnis nach Bewertung zwischen 15,5 und 18,5 Millionen Euro. Unter BerücksichTgung der gesetzlichen Vorgaben, mindestens ein Drittel vom Jahresgewinn den gesetzlichen Rücklagen zuzuführen, dürfte ein spürbarer Betrag für die Kommunen übrigbleiben.

Die Stadt Bensheim und die anderen Trägerkommunen sollten nach Ansicht des Bürgernetzwerks der Anregung des Rechnungshofs folgen und „darauf drängen, dass sie angemessen an den Gewinnen der Institute beteiligt werden“. Auf diese Weise könnte die Sparkasse in den kommenden Jahren einen spürbaren Beitrag zur Stabilisierung der Haushalte der Trägerkommunen im Jahr leisten – und damit helfen, die aktuelle Notsituation zu bewältigen.

Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Nutzerorientierung der Verwaltung

Nutzerorientierung der Verwaltung

Bürgernetzwerk Bensheim: Verwaltungsexpertin Julia Borggräfe zu Gast: „Nutzerorientierung ist entscheidend für Akzeptanz und gute Entscheidungen“

Beim monatlichen Jour fixe des Bürgernetzwerks Bensheim war die Verwaltungsexpertin und Buchautorin Julia Borggräfe zu Gast. In ihrem vielbeachteten Buch „Bürokratopia“ beschreibt sie eindrücklich, wie bürokratische Abläufe in Verwaltungen häufig an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vorbeigehen – und welche Wege es gibt, dies zu ändern. Borggräfe, die viele Jahre in verschiedenen Verwaltungen tätig war, zuletzt als Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, betonte in ihrem Vortrag, dass Praxiswissen und Nutzerperspektiven viel zu selten in politische Entscheidungsprozesse einfließen. „Oft werden Entscheidungen bereits getroffen, bevor Betroffene überhaupt gehört werden“, sagte sie. Das führe dazu, dass Änderungsvorschläge später als Kritik oder Gesichtsverlust empfunden und parteipolitisch statt sachlich diskutiert würden. Ein weiteres Problem sieht Borggräfe darin, dass in Abstimmungsprozessen häufig alle umstrittenen Punkte gestrichen werden – bis nur noch ein Minimal-Kompromiss übrigbleibt, der die eigentlichen Ziele kaum noch erreicht. „Diese Mechanismen sind bekannt, auch innerhalb der Verwaltungen wird derzeit intensiv darüber diskutiert, wie man Entscheidungsprozesse besser organisieren kann“, so Borggräfe. In der anschließenden Diskussion des Bürgernetzwerks wurde deutlich, dass es nicht nur strukturelle, sondern auch kulturelle Hürden für mehr Beteiligung gibt. Viele Entscheiderinnen und Entscheider sähen ihre Macht gefährdet, es fehlten Anreize, Probleme wirklich zu lösen, und parteipolitische Logiken stünden oft einer sachlichen Debatte im Weg. Borggräfe plädierte daher für mehr gemeinsame Arbeitsprozesse zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Betroffene sollten bereits vor der Erarbeitung von Entscheidungsvorlagen gehört werden. In sogenannten „Co-Creation-Prozessen“ könnten alle Beteiligten gemeinsam Lösungen entwickeln und Konflikte frühzeitig klären. „Dafür braucht es keine Gesetzesänderung“, betonte sie. „Jede Verwaltung und jedes Parlament kann das sofort umsetzen – und die Qualität der Entscheidungen würde spürbar steigen.“ Gleichzeitig räumte sie ein, dass derartige Verfahren Zeit, Vertrauen und Übung erfordern. Skepsis gebe es auf beiden Seiten: Politiker:innen und Verwaltungsmitarbeitende fürchteten Kontrollverlust, während Teile der Bürgerschaft Beteiligungsprozesse als zu langwierig oder wirkungslos erlebten. Trotz dieser Herausforderungen zeigte sich das Bürgernetzwerk Bensheim überzeugt, dass neue Formen der Zusammenarbeit entscheidend für eine moderne, bürgernahe Demokratie sind. Für die anstehende Kommunalwahl plant das Netzwerk daher, die Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten zu befragen, wie sie künftig mit diesen Herausforderungen umgehen wollen. Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Modernisierung der Stadtverwaltung

Modernisierung der Stadtverwaltung

Bürgernetzwerk Bensheim fordert modernes und transparentes Verfahren zur Modernisierung der Stadtverwaltung Bensheim

Das Bürgernetzwerk Bensheim begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Stadt Bensheim, zur Modernisierung und Effizienzsteigerung der Verwaltung einen externen Beratungsprozess einzuleiten. Das ist eine der wesentlichen Empfehlungen aus den Veranstaltungen des Bürgernetzwerks sowie der kommunalen Beratungsstelle des Landes Hessen an die Stadt.
„Die erforderliche Modernisierung der Verwaltung ist ein Beispiel dafür, dass in einer großen Krise auch große Chancen stecken“ schreibt das Bürgernetzwerk und weiter: „Wenn wir es richtig machen, dann können wir Bensheim als Modellkommune entwickeln und gemeinsam das vorhandene große Potential unserer Heimatstadt optimal nutzen“.

Allerdings hält das Bürgernetzwerk das bisher bekannte städtische Vorgehen zur Modernisierung für nicht ausreichend. Denn die städtische Pressemitteilung vom 28. Juli 2025 verweist zwar auf ein „Leistungsverzeichnis“, dessen Erstellung man aktuell vorbereite, allerdings ohne vorherige Abstimmung mit dem Magistrat, ohne Beteiligung der Stadtverordnetenversammlung und ohne Einbeziehung oder Information der Bürgerschaft. „Ein solcher Alleingang ohne offene Kommunikation untergräbt die Erfolgschancen der gesamten Beratung – und nimmt Bürgerinnen und Bürger wieder einmal nicht mit“, kritisiert das Bürgernetzwerk. Insbesondere bleibt die Zielvorgabe für die Beratung im Dunkeln, und genau diese benötigt aber einen breiten Konsens von Verwaltung, Magistrat, Stadtverordnetenversammlung und Stadtgesellschaft.

Stattdessen schlägt das Bürgernetzwerk ein vierstufiges Verfahren vor:

    1. Abgestimmtes Konzept über das Vorgehen mit Magistrat und Parlament: Nur so ist die
      demokratische Legitimation gewährleistet und Transparenz von Beginn an sichergestellt.
    2. Marktfeldanalyse durch Interviews mit mindestens drei ausgewiesenen Expert:innen oder Berater:innen, die im Bereich kommunaler Verwaltungsmodernisierung beste Erfahrungen vorweisen können. Beispiele hierfür sind unter anderem etwa „moved consulting“ aus Mainz – spezialisiert auf Smart-City-Projekte und digitale Roadmaps – oder „PD – Berater der öffentlichen Hand“, eine vielfach ausgezeichnete Beratungseinheit des öffentlichen Sektors oder auch „Metaplan“, eine Gruppe, die ebenfalls derartige Prozesse anbieten. „Das sind jedoch lediglich Beispiele, keine Empfehlungen“, stellt das Bürgernetzwerk klar.
    3. Beteiligung der Bürgerschaft, um Praxiswissen, Anregungen und Ideen sowie Bedarfe der Stadtgesellschaft zu ermitteln und in die Zielvorgaben der Leistungsbeschreibung einfließen zu lassen.
    4. Durchführung eines „Request for Information (RFI)“, um Marktwissen, Technologiestandards, innovative Digitalstrategien und generell Best Practises einzubringen bevor eine förmliche Ausschreibung mit einer konkreten Leistungsbeschreibung erstellt wird. Bei einem derartigen RFI werden mögliche Anbieter angeschrieben, um vorab deren genaue Angebote und Verfahren kennenzulernen und auf dieser Grundlage eine für Bensheim passende Leistungsbeschreibung zu erstellen.

      Auch verweist das Bürgermetzwerk auf vorhandene gute Beispiele und Vorbilder aus anderen Kommunen, unter anderem auch in Hessen, die sich Bensheim genau anschauen sollte, um von den vorhandenen (guten und schlechten) Erfahrungen profitieren zu können. Zum Beispiel       
      • Fulda, Gießen, Limburg, Marburg, Offenbach und Wetzlar haben über das Projekt „Digitale
      Kommune@Hessen“ erfolgreich digitale Transformationskonzepte umgesetzt – gefördert
      vom Land und mit greifbaren Digitalisierungserfolgen.
      • Wiesbaden als Smart City-Pionier: Zahlreiche Verwaltungsleistungen sind dort bereits
      vollständig digitalisiert, insbesondere gibt es bürgerfreundliche Online-Angebote weit über
      gesetzliche Mindeststandards hinausgehend.
      • Zudem bietet das Land mit der Digitalen Modellbehörde, dem Projekt Kommunal Data
      Hessen und den geförderten Modellkommunen bewährte Blaupausen für eine moderne
      Verwaltungsstruktur.
      • Auch gibt es zahlreiche Projekte einer interkommunalen Zusammenarbeit, die weit über die in Bensheim bestehenden Kooperationen hinausgehen.

      Nach Ansicht des Bürgernetzwerks sollte die Stadt Bensheim aktiv den Dialog mit allen politischen Gremien und der Stadtgesellschaft suchen, den Markt explorieren und einen zeitgemäßen Ansatz zur Auswahl geeigneter Beratungspartner verfolgen bevor Fördermittel und Verwaltungskräfte durch einen schlecht geplanten Ausschreibungsprozess verschwendet und am Ende gar etablierte Ineffizienzen reproduziert werden. „Bensheim braucht einen Neuanfang und nicht einen kontinuierlichen Reparaturbetrieb mit veralteten
      Werkzeugen. Wir wollen eine moderne, schlanke, effiziente, digitale und bürgernahe Verwaltung. Nur so können wir junge Talente gewinnen, Bürgerzufriedenheit erhöhen – und Bensheim nicht nur aber auch finanziell langfristig stabilisieren. Wir wollen eine mutige Verwaltungswende – digital, effizient, modern, offen für Neues – und nah an den Menschen,“ so das Bürgernetzwerk.

      Verantwortlich: Hans-Peter Meister, Weiherstrasse 7, 64625 Bensheim

Bürgernetzwerk mahnt: Bensheim braucht einen Masterplan fürs Zentrum

Bürgernetzwerk mahnt: Bensheim braucht einen Masterplan fürs Zentrum

Innenstadtentwicklung: Bürgernetzwerk begrüßt positive Entwicklungen und beklagt Abriss des Gesprächsfadens

„Was lange währt …“, kommentiert das Leitungsteam des Bürgernetzwerks die Ankündigung aus dem Rathaus, dass im Frühjahr die beschlossenen Maßnahmen rund um die Lauter, vom Rinnentor bis zur Mittelbrücke, in Angriff genommen werden sollen. „Das kann aber nur ein Anfang sein“, erinnert Architekt Sanjin Maracic an das schon vor zwei Jahren zur Diskussion gestellte Gesamtkonzept für die Nutzung und Gestaltung der Innenstadt. Es sieht unter anderem vor, die Lauter als dritte Achse – neben der Haupt- und der Bahnhofstraße – als Anziehungs- und Treffpunkt für alle Generationen in Szene zu setzen. Das Bürgernetzwerk erkennt in dem Bachlauf ein topografisches Kleinod mit dem Potenzial, Bensheims Zentrum insgesamt aufzuwerten und als attraktiven Begegnungs-, Verweil- und Konsumort zu stärken.

„Die Neugestaltung des Spielplatzes am Wambolter Hof mit Geräten, wie sie in der Innenstadt bisher nicht zu finden sind, und der fußläufige Zugang zum Gewässer liefern dafür neue Anreize“, so Ottmar Meissner, der im Bürgernetzwerk die Themen Digitalmarketing und regionale Produkte koordiniert. Begrüßt wird bei der Spielplatzerneuerung der integrative Ansatz mit barrierefreien Angeboten, zum Beispiel für Rollstuhlfahrer. Ein Gewinn sei auch die Beleuchtung des Rinnentorturms und der Mittelbrücke, die mehr Atmosphäre ins abendliche Bensheim bringe.

 

Erfreut zeigt sich das Bürgernetzwerk über den Tenor der Neujahrsansprache der Bürgermeisterin mit ihrem klaren Bekenntnis zu Investitionen in die Innenstadt und dem Aufruf zur breiten Mitwirkung der Bevölkerung. Bei aller Freude über die positive Entwicklung an der Lauter wie auch beim Kaufhaus Krämer, bei der Sparkasse und vielleicht sogar am Neumarktzentrum bleibe eine Mischung aus Verwunderung und Enttäuschung über die Art der Kommunikation und Kooperation der Rathausspitze, kritisiert der Lenkungskreis des Bürgernetzwerks. Dass die Information über den Beginn der Umgestaltung des Bereichs Wambolter Hof und Stadtbibliothek über die Zeitung erfolgte und der Beitrag der Beteiligten an den Bürgerforen nur mit einem Halbsatz erwähnt wurde, zeuge von wenig Wertschätzung für das zivilgesellschaftliche Engagement der mehr als hundert Mitwirkenden an den Brainstorming-Runden und in den Arbeitsgruppen zu innerstädtischen Detailthemen. „Wenn dies das Verständnis vom vielbeschworenen Bensheimer Weg ist, wird es schwerfallen, Bürgerinnen und Bürger zur Mitgestaltung zu gewinnen und Verantwortungsgemeinschaften aus den unterschiedlichsten Akteursgruppen zu bilden“, mahnt Karl-Heinz Schlitt als einer der Initiatoren des Bürgerforums zur Zukunft der Innenstadt. Die gleiche Sorge treibt auch Markus Bamberg um, der sich von der ersten Stunde an im Bürgernetzwerk unter anderem für den Verkehrsentwicklungsplan engagiert.

Umso wichtiger sei es, dem neu an den Start gegangenen Stadtmarketing-Verein und der ebenfalls auf Betreiben des Bürgernetzwerks installierten Stabsstelle Stadtmarketing im Rathaus die Spielräume zu gewähren, die Voraussetzung für kreative und schnelle Lösungen sind. Das gilt für die Ideen zur Steigerung der Attraktivität des Wochenmarkts genauso wie für die übrigen Umsetzungsprojekte, die mit Erfolg für eine Landesförderung angemeldet und mit einer Finanzspritze von 250 000 Euro honoriert worden sind.

Jetzt komme es darauf an, schnell Impulse zu setzen, damit der Neustart nach einer für Handel und Gastronomie quälend langen Phase mit lähmenden Corona-Auflagen gelingt, bekräftigt Eddi Winkler. Der ehemalige Inhaber mehrerer Fachgeschäfte kennt die Nöte der heute aktiven Geschäftsleute aus dem Effeff.

Nicht vergessen werde dürfe bei den stadtgestalterischen Überlegungen die notleidend wirkende obere Fußgängerzone, die dringend einer Aufwertung bedürfe, lenkt der Architekt und Stadtplaner Harald Heußer den Blick auf diesen stiefmütterlich behandelten Abschnitt. Ein Anfang könne dort mit einer Umgestaltung des Nibelungenbrunnens gemacht werden, wie dies im Konzept „Perlenkette“ vorgeschlagen werde. Notwendig seien aber vor allem Maßnahmen, um den nördlichen Eingang zur Innenstadt einladender zu gestalten. Statt des vorhandenen, arg schäbig wirkendenden Betonpflasters sollte dieser Bereich mit einem zeitgemäßen Bodenbelag aufgewertet werden, wie dies bereits vor vielen Jahren erfolgreich am Bürgerwehrbrunnen begonnen wurde.

Jenseits von Einzelprojekten brauche Bensheim einen Masterplan für die Entwicklung der Innenstadt, bekräftigt das Bürgernetzwerk abschließend. In diesem Punkt herrsche unter den Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung Konsens. Nur müssten den Worten auch Taten folgen.

Wir bedanken uns beim Bergsträßer Anzeiger für die Veröffentlichung des Beitrags am 18.01.2022. Siehe dazu auch : Bensheim braucht einen Masterplan für das Zentrum – Bensheim – Nachrichten und Informationen (bergstraesser-anzeiger.de)

Modernisierung der Stadtverwaltung

Der Bensheimer Weg befindet sich am Scheidepunkt

Bensheim. „Das Bürgernetzwerk hat sich nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren gegen die im Dialogverfahren für den „Marktplatz der Zukunft“ erarbeitete Kompromisslösung bewusst in der öffentlichen Debatte zurückgenommen“, heißt es in einer Pressemitteilung als Reaktion auf jüngste Darstellungen der „Bürger für Bensheim“, der Freien Wähler sowie aus dem Umfeld der Bürgerinitiative „Bensheimer Marktplatz besser gestalten“.

Beinsheimer Weg am Scheidepunkt

Nicht erst seit jetzt ist die Politik in der Bringschuld / Haltung und Standhaftigkeit werden seitens Bürgernetzwerk Bensheim angemahnt

Wenn für ein Instrument der direkten Demokratie auf lokaler Ebene das geforderte Quorum erbracht werde, sei dies nicht zu beanstanden. Erst recht gelte dies für einen rein thematisch motivierten Zusammenschluss von Menschen, die sich nicht als politische Kampforganisation oder Vertretung von spezifischen Interessen verstehen.  Schließlich gehöre es zur DNA des Bürgernetzwerks, allen, die sich mit ihren Vorstellungen und Ideen in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einbringen wollen, ein Forum für den Austausch von Argumenten und Ideen zu bieten und auf dieser Grundlage gemeinsam um die besten Lösungen zu ringen. Genau nach dieser Maxime sei der Bürgerdialog 2019 geführt und binnen 150 Tagen mit der Festlegung von Eckpunkten für die künftige Gestaltung und Funktion des Marktplatzes abgeschlossen worden. Die planerische Umsetzung sollte als Ergebnis eines Realisierungs- und Ideenwettbewerbs erfolgen.

Was tatsächlich passierte oder auch nicht, entzog – und entzieht sich auch jetzt – dem Einfluss der Mitwirkenden des Marktplatz-Dialogs von 2019: „Das gilt auch und insbesondere für die Rolle des Bürgernetzwerks beim sogenannten Bensheimer Weg.“ Angesichts der von den Initiator:innen der städtischen „Kampagne“ vorgegebenen Aufstellung sei es nicht nur absurd, sondern nachgerade böswillig, dem Bürgernetzwerk zu unterstellen, es wolle durch die Hintertür das Bürgerbegehren zum Marktplatz aushebeln und eigene Vorstellungen durchdrücken.

„Initiiert wurde das Projekt ‚Gemeinsam für Bensheim‘ von der Rathausspitze“, erinnert das Bürgernetzwerk an die Ausgangslage. Der eigene Part beschränke sich auf die Mitwirkung eines Vertreters im „Empfehlungsteam“ des städtischen Beteiligungsverfahrens. Hier habe er eine Stimme unter vielen.  Dass Sanjin Maracic als Sprecher der Architektenrunde im Bürgernetzwerk seine Sichtweise und fachliche Expertise einbringt, sei von allen Verfahrensbeteiligten ausdrücklich gewünscht und mit den vereinbarten „Spielregeln“ für den nun eingeschlagenen Weg der Bürgerbeteiligung institutionalisiert worden. Mit Ausnahme der Bürgerinitiative „Marktplatz besser gestalten“ hätten sich sämtliche Akteure an die zu Anfang getroffenen Vereinbarungen gehalten und sich aktiv in den Findungsprozess eingebracht.

Ob und wie der Vorschlag des „Empfehlungsteams“ umgesetzt werde, ein Werkstattverfahren zur Marktplatzgestaltung einzuleiten, liege ausschließlich in der Hand der politischen Gremien, schreibt das Bürgernetzwerk weiter. „Die gewählten Repräsentanten dürfen sich dann aber nicht hinter denen verstecken, die ehrenamtlich ihren fachlichen Beitrag zur Problemlösung leisten“, mahnt das Bürgernetzwerk Haltung und Standhaftigkeit bei den Entscheidern an: „Allen voran von der Bürgermeisterin und der Baudezernentin erwarten wir Klarheit – auch wenn das Resultat nicht überall Beifall findet.“ Denn es wäre fatal, wenn der Bensheimer Weg nur als spöttisches Synonym in die kommunalen Annalen eingeht: „Hier wird alles auf die lange Bank geschoben.“

Alle Beteiligten seien gut beraten, für ein Klima zu sorgen, das bürgerschaftliches Engagement fördert und nicht mit immer neuen Anwürfen und eigenwilligen Interpretationen ausbremst. „An diesem Scheidepunkt befinden wir uns nicht zum ersten Mal“, heißt es weiter in der vom Leitungsteam des Bürgernetzwerks formulierten Pressemitteilung.

Der Versuch, „einzelne Aktive des Bürgernetzwerks“ als „schlechte Verlierer“ abzuqualifizieren, die „nun hinnerum zu Gewinnern werden wollen“, könne nur als infam bezeichnet werden. Eine solche abschätzige Unterstellung zeuge auch von wenig Wertschätzung für die Integrität des „Empfehlungsteams“ in seiner Gesamtheit. Die Bewertung durch die „Bürger für Bensheim“ müsse deshalb Wort für Wort in deren Richtung zurückgegeben werden: „Dieses Verhalten schadet der ganzen Stadtgesellschaft.“

Wir bedanken uns beim Bergsträßer Anzeiger für die Veröffentlichung des Beitrags am 14.10.2021. Siehe dazu auch : Bürgernetzwerk: „Bensheimer Weg befindet sich am Scheidepunkt“ – Bensheim – Nachrichten und Informationen (bergstraesser-anzeiger.de)

 

ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

ERGÄNZUNG DER REPRÄSENTATIVEN DEMOKRATIE

Für Dr. Hans-Peter Meister, den geistigen Vater der Bürgernetzwerk-Idee, liefert die lange Liste der Umsetzungsvorschläge, die für die Entwicklung der Bensheimer Innenstadt erarbeitet wurden, den eindrucksvollen Beleg dafür, welche Potenziale im zivilgesellschaftlichen Engagement stecken:  „Es ergänzt die repräsentative Demokratie und erweitert den Horizont um die Sachkunde und den Ideenreichtum, die in der Stadtgesellschaft schlummern.“

Der IFOK-Gründer Meister gilt als einer der führenden Beteiligungsexperten in Deutschland. Er kann nicht nachvollziehen, wenn Verwaltung und Politik die Vorschläge, die auf diese Weise auf dem Tablett serviert werden, auf die lange Bank schieben oder gar links liegen lassen. Den Bürgerdialog zum „Marktplatz der Zukunft“ hält Meister nach wie vor für einen „perfekten Beteiligungsprozess“. Im Ergebnis markiere er die Eckpunkte für die wesentlichen Zielvorgaben: Belebung, auch nach Geschäftsschluss und unabhängig von  Jahreszeit und Wetter, ein von der Hauptstraße aus unverstellter Blick auf die Stadtkirche St. Georg sowie die planerische Betrachtung des gesamten Marktplatzes und seines städtebaulichen Umfelds als ein zentrales Element eines Gesamtkonzepts.

Dass dies nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren noch einmal mit einem offenen Ideenwettbewerb hinterfragt werden soll, kostet zwar weitere Zeit, ist aber vom Bürgernetzwerk nicht zu beanstanden. Ärgerlich bis respektlos gegenüber den mehrere hundert am Bürgerdialog bis Dezember 2019 Beteiligten ist allerdings die Erwartung, dass bei der Vorbereitung des auszuschreibenden Ideenwettbewerbs neben der Verwaltung und der Kommunalpolitik nur die Initiatorinnen des Bürgerbegehrens beteiligt werden sollen. „Hier beginnt das Glas halb leer zu werden“, macht sich Frust und Ärger im Lenkungsteam des Bürgernetzwerks Zukunft der Innenstadt breit.

ZEIT FÜR EINE ZWISCHENBILANZ

ZEIT FÜR EINE ZWISCHENBILANZ

Je nach Blickwinkel ist das Glas halb voll oder halb leer. Wer es positiv sieht, bilanziert nach zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit: Das Engagement der Vielen, die mitgedacht, mitgeredet und mitgemacht haben, beginnt sich auszuzahlen.

Das haben wir gemeinsam erreicht:

  • Bensheim verfügt über eine Stadtmarke und Kampagnen-Strategie, die ein Gefühl dafür erzeugt, wie die Stadt sich präsentieren und wie sie von Einheimischen und Auswärtigen wahrgenommen werden will.
  • Es gibt ein Stadtmarketing, das gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten unterstützend viele Hebel in Bewegung setzt, damit Fachgeschäfte und gastronomische Betriebe nicht auf der Strecke bleiben.
  • Es liegen fertige Pläne in der Schublade, um die Lauter als topografisches Kleinod in der Innenstadt aus ihrem Dornröschenschlaf zu küssen.
  • Aus einer vom Bürgernetzwerk durchgeführten Kunden- und Passantenbefragung wurde ein Konzept abgeleitet, wie der Wochenmarkt vielfältiger und damit als Magnet für die Innenstadt noch attraktiver werden kann.
  • Ein zeitgemäßer Onlineauftritt des Stadtmarketings nimmt Stück für Stück Gestalt an. Ab dem nächsten Monat wird das digitale Schaufenster mit Informationen rund um den Aspekt Markt und Regionales bestückt sein.
  • Ein Masterplan mit 20 Einzelpunkten bietet die Diskussionsgrundlage für ein ganzheitliches Nutzungs- und Gestaltungskonzept für Bensheims Zentrum – getreu dem Motto: Das Herz der Stadt schlägt in der Mitte.
  • Die kollektiven Anstrengungen, dass dies so bleibt, haben die Juroren der vom Wirtschaftsministerium ausgerufenen landesweiten Innenstadt-Offensive mit einem ersten Preis gewürdigt.
  • Jetzt, mit der neuerlichen Bewerbung mit dem Slogan „Heimat leben auf bensheimisch“, soll dieser Erfolg wiederholt werden. Punkten wollen die Initiatoren mit der Vernetzung von digitalen und stationären Marktplätzen. Dieser Brückenschlag ist nicht nur den Lehren aus der Pandemie geschuldet, sondern allgemein den sich wandelnden Konsum- und Freizeitgewohnheiten sowie der wachsenden Bedeutung, die mobile Informationsquellen dabei spielen.

 

Das muss jetzt angepackt werden

  • Halb leer ist das Glas, weil so getan wird, als wäre es eine völlig neue Eingebung, Innenstadtentwicklung und Stadtmarketing ganzheitlich zu denken: „Die Parole skandieren jetzt ausgerechnet diejenigen, die sich zweieinhalb Jahre lang nicht beteiligt, geschweige denn aktiv in die Entwicklung von Lösungskonzepten eingebracht haben.“
  • Bensheim leidet nicht an konzeptionellen Defiziten, sondern an einem Umsetzungsproblem: „Es dauert alles zu lang. Vieles wird, wenn überhaupt, halbherzig bis schlecht umgesetzt, und die Diskussionen beginnen immer wieder von vorne.“

Das gilt für das Nutzungs- und Gestaltungskonzept für die Innenstadt genauso wie für die organisatorische Aufstellung des Stadtmarketings als Verantwortungsgemeinschaft unter Mitwirkung aller beteiligten Akteurs- und deren Zielgruppen.

  • Noch immer wird von Teilen der Politik und von einzelnen Interessenvertretungen nicht verstanden, dass das Bürgernetzwerk keine Initiative gegen oder für etwas ist, sondern ein offenes Forum für alle, die mitdiskutieren und mitgestalten wollen, und zwar an Sachthemen und kontinuierlich. Dazu passt nicht, Bürgerbeteiligung von oben nach unten zu steuern und im schlechtesten Fall die Agenda per Satzung und auf Grundlage von Gremienbeschlüssen vorzugeben.
  • Bürgerbeteiligung ist kein Instrument der Verwaltung, sondern eine Kultur, die von der Bevölkerung gelebt werden muss.“

  • Erfreulich ist, dass sich alle an einem Livestream mit dem Bürgernetzwerk beteiligten Fraktionen dafür ausgesprochen haben, unmittelbar nach der Kommunalwahl einen „Runden Tisch“ zu etablieren, um parteiübergreifend nach einvernehmlichen Lösungen für anstehende Probleme zu suchen.

Auf den Tag X vorbereiten

  • Positiv bewertet wird vom Bürgernetzwerk auch, dass es in einer konzertierten Aktion mit dem Lions-Club in kürzester Zeit gelungen ist, eine kreative Strategie zu entwerfen, die Handel und Gastronomie dauerhafte Öffnungsperspektiven nach dem Lockdown ermöglicht. Auch hier hängt alles von einer proaktiven Vorbereitung ab.

 

MOBILITÄT UND SMART CITY BENSHEIM

MOBILITÄT UND SMART CITY BENSHEIM

Digitalisiertes 3D-Stadtmodell, © DLR Verkehr

Wenn man die Qualität einer Innenstadt ganzheitlich betrachten möchte, gehören viele Dinge dazu, die einem Betrachter nicht unbedingt zuerst einfallen. Ganzheitlich, die Vokabel ist vermutlich überstrapaziert. Dennoch hat das Bürgernetzwerk Bensheim von Anfang an den Ansatz, möglichst viele Aspekte vernetzt zu betrachten, die einen Einfluss auf die Stadtqualität haben. Das Ziel ist es dabei, eine möglichst hohe Aufenthalts- und Erlebnisqualität der Innenstadt zu schaffen, um sie zukunftsfähig aufzustellen.

In der Arbeitsgruppe „Mobilität“ unter der Leitung von Markus Bamberg und Norbert Diehl untersuchen wir die Frage, welchen Beitrag der Verkehr und seine ganzen Facetten auf diese Qualität einzahlen kann. Welchen Verkehr gibt es überhaupt in Bensheim, und wie wirkt er sich jeweils aus? Welche Megatrends sind überregional zu beobachten, und sind diese auch ein Thema für die Kommune? Wie kann die Gestaltung der Mobilität schrittweise umgesetzt werden, um der Vision Stück für Stück näher zu kommen?

Ergebnisse aus dem „Innenstadtdialog 2030 zur Entwicklung der Innenstadt“ von 2017

Seit 2018 haben wir zunächst die Ist-Situation analysiert, um in der Arbeitsgruppe eine fachlich grundierte Diskussion zu führen. Dabei fanden und finden noch immer viele Treffen mit der Stadtverwaltung, Verkehrsdezernat, Parteien, Verbänden und Institutionen im Bereich Mobilität statt. Ebenso wurden die Vorarbeiten ausgewertet, die es bereits im Innenstadt-Dialog/Rotes Sofa, im Green City Masterplan, im Luftreinhalteplan für das Gebiet Südhessen – Teilplan Bensheim, im Radverkehrskonzept, im Parkraumbewirtschaftungskonzept oder im Verkehrsentwicklungsplan gibt. Ziel ist es immer, von der Bevölkerung getragene Verbesserungen herbeizuführen, die auf die individuellen Bedürfnisse Bensheims passen. Es geht dabei nicht um Ideologien oder vorgefasste Meinungen, sondern um einen möglichst breiten Konsens. Erste Ergebnisse und Ziele haben wir bereits in einem Bürgerforum 2019 vorgestellt.

Formulierte Ziele für Verkehr und Mobilität:

  • Gute Erreichbarkeit der Innenstadt
  • Hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzer
  • Nachhaltige Mobilität für die Stadt

 

Mobilitätskonzept und Parkkonzept erarbeiten

Bensheim muss sich auf die veränderten Mobilitätsanforderungen der Zukunft einstellen. Das betrifft vor allem die intelligente Vernetzung von individuellem und öffentlichem Nahverkehr, die Infrastruktur für eine vermehrte Nutzung des Fahrrads, aber auch ein Parkraumkonzept, das die Innenstadt gegenüber der „grünen Wiese“ konkurrenzfähig hält. Hier spielt vor allem intermodale Mobilität eine Rolle: wie können die verschiedenen Verkehrsträger in der Zukunft kombiniert (z.B. Park+Ride oder Park+Bike) und der Verkehrsraum gerecht aufgeteilt werden?

Reduzierung der Umweltbelastung

Für die Steigerung der Lebensqualität ist eine Betrachtung der Umweltbelastung ein wichtiger Punkt. Megatrends sind hier die Minimierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und ein umfassendes Verkehrskonzept. „Stadt- und Verkehrsplanung müssen zusammen gedacht werden. Es werden Orte gebraucht, in denen ausgehandelt wird, wie öffentliche Räume in Zukunft genutzt werden.“ (Dr. Cordelia Polinna, Urban Catalyst)

Zur Transparenz der Umweltbelastung ist ein Zusammenspiel von Digitalisierung und Apps zur Erfassung des Luftmessnetzes (CO2, NOX) erforderlich. Erste Smart-City-Diskussionen sind bereits geführt worden.

(Quelle: Bild von S. Hermann & F. Richter auf Pixabay)

Smart Mobility und Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme

Ein Schlüssel für eine gute, saubere und effiziente Mobilität ist die Digitalisierung. Sie hilft uns dabei, mehr Mobilität bei weniger Verkehr zu erreichen – und gleichzeitig weniger Emissionen auszustoßen. Dafür braucht es Lösungen, die mittels smarter Sensoren ermöglicht, die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zeitlich exakt zu bestimmen. Diese Daten sind die Grundlage für ein Modell zur Schaffung von Anreizen, andere Verkehrsträger und -wege zu wählen und so zur Optimierung beizutragen.

Erfassung von Fahrzeugtypen sowie deren Fahrtrichtung. (Quelle: stock.adobe.com)

Das Bürgernetzwerk informiert sich ständig über Entwicklungen und Projekte im Bereich der Digitalisierung und hat auch schon verschiedene Referenzprojekte kennengelernt (Parksystem Langenfeld, Smart City Darmstadt und Mannheim, LoRaWAN-Projekte im Kreis Bergstraße).

Im Blick sind dabei immer die Möglichkeiten, was davon wie in Bensheim realisiert werden kann und – wie bereits zu Beginn geschrieben – auf das Ziel Stadtentwicklung einzahlt.

Leitthemen für die weiteren Aktivitäten:

  • Vernetzung diverser Mobilitätsangebote (Car-Sharing, nextbike, E-Ladestationen)
  • Transparenz der Verkehrs- und Umweltsituation durch digitale Messstellen
  • Ausbau des Netzes verschiedener Verkehrsteilnehmer (ÖPNV, Fahrrad, Fußgänger, Auto u.A.)
  • Online-Parkleitsystem (auch Fahrrad), kombiniert mit intermodalem Verkehrsnutzen
  • Mobilitätsportal Bensheim

Schaubild Mobilitätsportal (Quelle: team red / Thorsten Gehrlein)

BENSHEIMER FRAKTIONEN WOLLEN EINEN RUNDEN TISCH

BENSHEIMER FRAKTIONEN WOLLEN EINEN RUNDEN TISCH

Wahlkampfzeiten müssen nicht zwangsläufig dazu führen, dass Gemeinsamkeiten ausgeblendet und Debatten nur noch holzschnittartig geführt werden. Das virtuelle Treffen von Vertreter*innen des Bürgernetzwerks und der Fraktionsspitzen in der Stadtverordnetenversammlung war jedenfalls von einer nicht selbstverständlichen Sachlichkeit geprägt. Am Ende stand sogar ein Versprechen für die Zukunft. Sobald der Wahlkampfrauch verzogen ist und die Gremien neu konstituiert sind, soll der ausgerollte Faden an einem „runden Tisch“ von allen Beteiligten wieder aufgenommen werden. Denn darin bestand Übereinstimmung: Gerade jetzt kommt es für die Corona-gebeutelte Innenstadt mehr dann je auf das Zusammenwirken aller Beteiligten und auf sichtbare Signale an.

Es geht um nicht weniger als darum, dass Bensheims Mitte eine Zukunft als Begegnungs-, Verweil- und Einkaufsort hat.

Die Voraussetzungen dafür zu schaffen, verlangt angesichts der schwierigen städtischen Haushaltslage mit dramatischen Einnahmeneinbrüchen eine kollektive Kraftanstrengung. Klar ist aber auch, dass es keine Alternative ist, Investitionen und den begonnenen Aufbau eines schlagkräftiges Stadtmarketings auf die lange Bank zu schieben. Die Erfolgsformel heißt Verantwortungsgemeinschaft: Viele müssen ihren Beitrag leisten – die Politik genauso wie Handel und Gastronomie, Immobilienbesitzer, die Wirtschaft insgesamt, Kulturschaffende, Vereine und die Bürgergesellschaft überhaupt.

Um mehr über die Vorstellungen der Parteien zu dieser Herausforderung zu erfahren, hatte das Bürgernetzwerk um die Beantwortung von vier Fragen gebeten:

  1. Wofür und in welchem Umfang sollen im Jahr 2021 Haushaltsmittel für Innenstadtmarketing und stadtgestalterische Projekte eingesetzt werden?
  1. Was muss nach der Kommunalwahl SOFORT angegangen werden?
  1. Was sind die drei bis fünf wichtigsten investiven Projekte und Maßnahmen, die auf keinen Fall auf die lange Bank geschoben werden dürfen?
  1. Woran wollen sich die Fraktionen als gestaltende Kraft für Bensheims Innenstadt nach Ende ihrer Wahlzeit messen lassen?

Die Antworten dienten als Einstieg in eine zweistündige Videokonferenz, in deren Verlauf vor allem erörtert wurde, wie Blockaden in der Entscheidungsfindung und Hindernisse für eine zügige Umsetzung von Projekten und Strategien überwunden werden können. Anders formuliert: Wie lassen sich Koalitionen in der Sache schmieden? Und welche Rolle spielt das Bürgernetzwerk für einen konstruktiven und kooperativen Dialog – vielleicht sogar in einem institutionalisierten Format?

Bensheim braucht Koalitionen in der Sache

An der guten Absicht soll’s nicht liegen. „Alle ziehen an einem Strang“, lautet die Losung, auf die sich die Gesprächsrunde verpflichtete.

Der Link zum Mitschnitt des Erfahrungs- und Meinungsaustauschs finden Sie hier kurzelinks.de/6jnw

 

 

BEFRAGUNG DER BENSHEIMER FRAKTIONEN ZUR KOMMUNALWAHL 2021

BEFRAGUNG DER BENSHEIMER FRAKTIONEN ZUR KOMMUNALWAHL 2021

Anlässlich der Kommunalwahl 2021 möchte das Bürgernetzwerk Bensheim mit den Bensheimer Fraktionen in einen Austausch über deren Vorstellungen zur Bensheimer Innenstadtentwicklung und zum Stadtmarketing treten.

Die nachhaltige Entwicklung der Bensheimer Innenstadt stellt für die

  • Kommunalpolitik, aber auch für
  • Handel, Gastronomie, Dienstleistende, Kulturschaffende und ehrenamtlich

Engagierte sowie für die Stadtgesellschaft insgesamt eine große Herausforderung dar.

Das gilt erst recht angesichts der Notwendigkeit, das „Herz“ unserer Stadt nach den fast schon ein ganzes Jahr währenden pandemiebedingten Einschränkungen – bis zu teilweise monatelangen Komplettschließungen – zu reanimieren.

Das Bürgernetzwerk Bensheim hat es sich seit 2018 zum Ziel gesetzt, mit einer kollektiven Kraftanstrengung gemeinsam mit allen Akteursgruppen das Zentrum von Bensheim als Begegnungs-, Erlebnis- und Einkaufsort so zu gestalten, dass die (Innen-)Stadt im Standortwettbewerb und gegen den Onlinehandel bestehen kann.

Die Bürgerinnen und Bürger identifizieren sich mit ihrer Stadt. Dass dies so bleibt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob und wie es gelingt, Bensheims Zentrum für veränderte Freizeit- und Konsumgewohnheiten attraktiv zu machen. Diesen strategischen Ansatz wollen wir – wie von Anfang an immer wieder betont – kooperativ mit den politischen Verantwortlichen und allen Betroffenen verfolgen.

Dabei wissen wir, dass die finanziellen Spielräume der Stadt durch die Einnahmenausfälle als Folge der Corona-Krise eng sind. Gerade deshalb laden wir herzlich zur Zusammenarbeit ein.

HeimatLeben 4.0 – Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“

HeimatLeben 4.0 – Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“

„Heimat leben“ auch in der Stadt

Zusammen mit dem Bürgernetzwerk und der Stadt Bensheim engagiert sich das Open Government Labor Bergstraße-Odenwald für einen Brückenschlag zwischen dem ländlichen und dem urbanen Raum bei der Vermarktung regionaler Produkte und Dienstleistungen.

Eine aktuelle Initiative ist die Teilnahme am hessischen Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ unter dem Motto: „Heimat leben auf bensheimisch“

Das Bensheim Gefühl : „Heimat leben auf bensheimisch“

Bensheim wurde im IHK-Ranking 2020 als Mittelzentrum Nummer eins in Südhessen bestätigt. Die Menschen identifizieren sich mit ihrer Stadt. Sie ist für sie Wohlfühl- und Heimatort.

Das verbindende „Bensheim-Gefühl“ wird maßgeblich davon geprägt, dass die Innenstadt mit ihrer historischen Fachwerkkulisse von Einheimischen und Gästen nicht als Freilichtmuseum, sondern im Alltag als Begegnungs-, Verweil-, Erlebnis- und Einkaufsort für alle Generationen wahr- und angenommen wird. Zur Anziehungskraft tragen Leistungsmerkmale und Frequenzbringer bei, die sich vom Angebot auf der grünen Wiese oder im Supermarkt abheben.

Eine solche Nische besetzt ein täglicher Markt mit vor allem regionalen Produkten.  Was Kunden erwarten und inwieweit diese Erwartungen erfüllt werden, geht aus einer Umfrage unter mehr als tausend Konsumierenden sowie Erzeuger- und Vermarktungsbetrieben hervor. Erhoben wurden die Daten vom Bürgernetzwerk Bensheim und dem Open Government Labor Bergstraße-Odenwald für das Projekt „HeimatLeben 4.0“.

Es geht um Vielfalt, Nachhaltigkeit und mehr Information

Verbesserungspotenziale offenbart die Befragung in puncto Vielfalt und Verfügbarkeit der Erzeugnisse, bei den Öffnungszeiten und nicht zuletzt beim Informationsbedarf der Kunden. Das gilt sowohl für das Sortiment vor Ort als auch für seine virtuelle Präsentation. Über den klassischen Marktstand hinaus sollen Kontaktpunkte und Verkaufsanlässe geschaffen werden, die sich gegenseitig ergänzen: Bestell-, Abhol- und Lieferservices, „Regionale Regale“ in Fachgeschäften oder ein Regionalladen als Pop-up-Nutzung eines Leerstands.

Marktplätze für Regionales (stationär und digital)

Um eine maximale Reichweite für die Produktpräsentation auch bei einem onlineaffinen Publikum zu erzielen – forciert durch die pandemiebedingten Einschränkungen für das stationäre Geschäft -, wird als ein Projektschwerpunkt ein digitaler Marktplatz geschaffen: Dafür wird die Website des auf Initiative des Bürgernetzwerks neu eingerichteten Bensheimer Stadtmarketings um die Funktionen „Markt und Regionales“ erweitert. Außer den Marktbeschickern können hier auch andere Anbieter von regionalen Erzeugnissen sowie örtliche Einzelhändler und Dienstleister ihre Ware und Geschäftsmodelle präsentieren, auf eigene Online-Plattformen verlinken und so sowohl digital als auch stationär Präsenz zeigen.

Ziel ist die Erhöhung der Kundenfrequenz

Geplant sind im Förderzeitraum mehrere Projekte und Aktionen. Sie stehen exemplarisch dafür, wie das Thema Regionalität als spezifisches Merkmal der Bensheimer Innenstadt verstetigt werden soll.  Stationäre und digitale Anreize ergänzen sich mit dem Ziel, die Kundenfrequenz für Handel und Gastronomie und damit den Absatzmarkt für Erzeuger und Lieferanten regionaler Produkte nachhaltig zu erhöhen:

  1. Aufbau und Launch einer nachfragezentrierten Digitalplattform mit Fokus auf “Markt & Regionales”: Was wird wann von wem wo angeboten? Wo und wie kann ich was bestellen, abholen oder liefern lassen?
  2. Themenmarkt „Kunstmeile Bensheim“
  3. Regionalmarkt
  4. „Tele-Shopping“ auf bensheimisch
  5. Feierabendmarkt auf dem historischen Marktplatz, verbunden mit „HeimatShoppen“ am Abend
  6. Marktfrühstück – an mehreren Samstagen
  7. Themenbezogenen Führungen in der Innenstadt

Wie leben die Aktionen weiter?

Die Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Kommunalpolitik und Bürgergesellschaft sollen in Wertschöpfungsnetzwerken zusammengeführt werden, um Lücken zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen und das Regionalbewusstsein zu schärfen.

BENSHEIM

Bensheim

Wie

Wir treffen uns:
Jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Café Glaubach

Darüber hinaus laden wir mindestens zweimal im Jahr unser gesamtes Netzwerk der Interessierten und Unterstützer:innen zu einer Veranstaltung ins Kolpinghaus Bensheim ein.

Wer

Das Bürgernetzwerk Bensheim wird aktuell unterstützt von etwa 200 Personen und unter der Leitung von Hans-Peter Meister von folgender Initiatorengruppe getragen:

Konrad Braun, Andreas Duffner, Christina Glaubach, Silvia Habig, Jolanta Jonaszko, Konrad Klapfenberger, Stefan Knauth, Ralph Lange, Anna Peris, Patrik Roeder, Karl-Heinz Schlitt, Ida Schnabel, Jan Siefert, Ralf Vesper, Wolfgang Ziebell

 

 

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Wahlkompass Bensheim

Wahlkompass Bensheim

Wahlkompass Bürgernetzwerk Bensheim zur Kommunalwahl 2026 Wer wir sind Wir wollen die Demokratie stärken, indem wir...

Innenstadtentwicklung

Für eine lebendige Innenstadt ist ein professionelles und einfallreiches Marketing notwendig. In Bensheim waren diese Aufgaben bisher unter zu vielen Akteuren mit unterschiedlichen Zuständigkeiten aufgeteilt und nicht wirklich koordiniert. Das Bürgernetzwerk Bensheim hat daher nicht nur konkrete Vorschläge für eine neue Stadtmarke, sondern auch eine Studie erarbeitet, die Erfahrungen anderer Städte ausgewertet und daraus Vorschläge für Bensheim abgeleitet hat. Vorgeschlagen wird eine privatwirtschaftliche Organisationsform, idealerweise eine Eingliederung als eigenständiger Bereich in die städtische Marketing- und Entwicklungs-Gesellschaft (MEGB). Deren Aufgabenschwerpunkte werden sich ohnehin von der Vermarktung von Gewerbeflächen zur Entwicklung städtischer Liegenschaften verlagern. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

Marktplatz

Der erste auf dem Bensheimer Marktplatz durchgeführte Regionalmarkt gewährte im August 2019 einen Einblick in die Vielfalt des regionaltypischen Angebotes an der Bergstraße. Direkterzeuger und Händler aus der Umgebung boten qualitativ hochwertige Ware zum Probieren und Kaufen an. Und junge Start-ups der Region präsentierten ihre innovativen und kreativen Produkte. Es war der Auftakt einer Marketingoffensive für regionale Produkte und Dienstleistungen mit dem Ziel, Schritt für Schritt ein spezifisches Charakteristikum der Bensheimer Innenstadt zu formen. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

STADTPLANUNG

Die bauliche Entwicklung der Bensheimer Innenstadt ist eines der zentralen Themen des Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim. Sein Konzept dafür hat das Bürgernetzwerk bereits im Sommer 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Erläuterung an Ort und Stelle bot der Sprecher der Architektengruppe des Bürgernetzwerks, Sanjin Maracic, mehrere Themen-Führungen in der Innenstadt an, welche stets sehr gut besuchten waren. Schwerpunkte waren Marktplatz der Zukunft, Konzept Hoffart-Gelände, Die Gestaltung und Beleuchtung der Lauter, sowie Spiel-, Bewerbungs- und Verweil-Plätze. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

MOBILITÄT

Gute Erreichbarkeit der Innenstadt, Hohe Aufenthaltsqualität für alle Nutzer, Nachhaltige Mobilität für die Stadt, Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme und die Entwicklung in Richtung einer SmartCity Bensheim waren die Arbeitspakete, mit denen sich die Arbeitsgruppe Mobilität im Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim beschäftigt hat. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen auf dieser Seite.

UMFRAGE ZUM BENSHEIMER WOCHENMARKT

UMFRAGE ZUM BENSHEIMER WOCHENMARKT

Das Bürgernetzwerk Bensheim hat vom 4. August 2020 – 5. September 2020 eine Befragung unter Besuchern und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts durchgeführt, um mehr über deren Wünsche und Erwartungen an den Wochenmarkt zu erfahren.

504 Besucher und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts beantworten die Fragen des Bürgernetzwerk

Bedanken möchten wir uns bei 504 Teilnehmern, die unseren Fragebogen online und in Papierform ausgefüllt haben. Damit haben wir unser Ziel von 500 Teilnahmen erreicht und bekommen ein gutes Meinungsbild zum Bensheimer Wochenmarkt.

Folgende Fragen haben wir den Besuchern und Kunden des Bensheimer Wochenmarkts gestellt:

  • Wie oft besuchen Sie den Bensheimer Wochenmarkt?
  • In welcher Entfernung vom Markt wohnen Sie?
  • An welchen Tagen sollte Ihrer Meinung nach, der Wochenmarkt stattfinden?
  • Welche Öffnungszeiten wünschen Sie unter der Woche?
  • Welche Öffnungszeiten wünschen Sie sich am Samstag?
  • Welche Waren und gastronomischen Angebote sollte der Bensheimer Wochenmarkt bieten?
  • Verbinden Sie Ihren Wochenmarkteinkauf häufig mit anderen Aktivitäten?
  • Warum kaufen Sie nicht oder nur selten auf dem Wochenmarkt ein?
  • Würden Sie mehr regionale Produkte kaufen, wenn diese:
  • Wo würden Sie regionale Produkte am liebsten aussuchen, bestellen oder kaufen?
  • Würden Sie regionale Produkte auch dann kaufen, wenn sie etwas teurer sind als nicht-regionale Produkte?
  • Alter der Befragten
  • Geschlecht der Befragten

Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus den Antworten der Befragten hat das Bürgernetzwerk in einer Präsentation zusammengestellt. 

HIER können Sie die komplette Dokumentation mit vielen weiteren Details herunterladen.

Der Bensheimer Wochenmarkt hat Potenzial:

  • 50 % der Befragten möchten dort regionale Produkte kaufen.
  • 85% sind bereit, für regionale und nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben !!!!

Der Bensheimer Wochenmarkt muss sich aber definitiv mehr an den Bedürfnissen der potenziellen Kunden ausrichten:

  • Eine Kommunikation und Information bzgl. Anbietern und Produkten auf dem Bensheimer Wochenmarkt ist so gut wie nicht vorhanden. Hier muss eine Lösung (analog und digital) her

Das Bürgernetzwerk Bensheim möchte zusammen mit der Stadt Bensheim, dem Stadtmarketing und den Anbietern auf dem Wochenmarkt einige der Erkenntnisse und gewünschten Verbesserungen umsetzen, um den Bensheimer Wochenmarkt damit für seine Kunden weiterzuentwickeln und attraktiv zu gestalten.

ZIEL: Bensheimer Marktplatz und Bensheimer Wochenmarkt gemeinsam als MARKT entwickeln!!

Bedanken möchten wir uns bei allen, die uns dabei unterstützt haben, die Umfrage durchzuführen und diese wichtigen Erkenntnisse zu erlangen. Helfen Sie uns auch bei der Umsetzung.

Das Team vom Bürgernetzwerk Bensheim

 

MARKE DER STADT ALS STRATEGISCHER KOMPASS FÜR BENSHEIM

MARKE DER STADT ALS STRATEGISCHER KOMPASS FÜR BENSHEIM

Auf Initiative des Bürgernetzwerks Bensheim wurde im Herbst 2018 das BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT gestartet und in einem moderierten Bürgerdialog über Themen diskutiert, die zur langfristigen Belebung der Innenstadt führen sollen. Einer der vier Arbeitskreise beschäftigte sich mit dem Thema: MARKE. Zwei Fragen galt es am Anfang zu beantworten: Wofür steht Bensheim – was sind die Stärken und Schwächen – und wie möchte die Stadt mit ihren spezifischen Merkmalen und Angeboten von Bürger*innen und Gästen wahrgenommen werden?

Die Marke als Dach und Kompass: Erlebnisraum Innenstadt

Anspruch war, dass die Stadtmarke alle Bereiche abbilden muss: konkret auch den Erlebnisraum Innenstadt. Eine Marketingkampagne soll die Botschaft anschaulich und einprägsam machen.  Wesentlich für die Entwicklung der Marketingstrategie war die Erarbeitung der anzustrebenden Markeneigenschaften der „Innenstadt 2030“ im Bürgerforum „Zukunft Innenstadt“:

  • Leitbild: Die Innenstadt als „gefühlte Mitte“
  • Differenzierungsmerkmale im Städtewettbewerb
  • Wettbewerbsvorteile durch Profilierungsstrategie für …
    • Erlebnis- und Aufenthaltsqualität
    • Wohlfühlatmosphäre
    • kulturelles Angebot
    • Einzelhandel und Gastronomie

Reduktion der Komplexität auf eine verbindende Klammer

Die Herausforderung bestand darin, eine verbindende Klammer zu finden, die ein Gefühl vermittelt, das alle Zielgruppen anspricht:

Die Ergebnisse der Plenums- und Arbeitsgruppen-Runden im Bürgernetzwerk wurden erst der Verwaltung und dann den städtischen Gremien präsentiert. Daraufhin wurde eine Agentur mit der Entwicklung der neuen Stadtmarke beauftragt. Die präsentierten Eckpunkte aus der Arbeitsgruppe des Bürgernetzwerks lieferten die inhaltliche Grundlage für die kreative Umsetzung.

Bensheim präsentiert sich mit neuer Stadtmarke

Mit Begleitung durch das Bürgernetzwerk präsentierte die beauftragte Agentur mehrere Vorschläge für Wort-Bild-Marke, Slogan und Kampagnenentwurf. Nach zwei Diskussionsveranstaltungen mit Multiplikator*innen aus Wirtschaft, Kultur, Bildung, Tourismus, Handel, Gastronomie und Bürgergesellschaft lag die finale Entscheidung beim Magistrat der Stadt Bensheim. Im Juli 2020 wurde die Marke der Öffentlichkeit vorgestellt: Bensheim – Herz der Bergstraße:

Bensheim präsentiert sich mit neuer Stadtmarke – Stadtverwaltung Bensheim.

Hier einige Anwendungsbeispiele für die Wort-Bild-Marke und die Image-Kampagne für die Innenstadt im Zeichen der Corona-Pandemie:

STATUSBERICHT 2020 : ZWEI JAHRE BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT BENSHEIM

STATUSBERICHT 2020 : ZWEI JAHRE BÜRGERFORUM ZUKUNFT INNENSTADT BENSHEIM

Das Bürgernetzwerk Bensheim startete bereits im Jahr 2017 mit dem Vor-Ort Dialog „Gutes Leben an der Bergstraße“ und einzelnen Gesprächsforen in Bensheim, Zwingenberg, Einhausen und Lorsch.

MITDENKEN -> MITREDEN -> MITGESTALTEN

2018 wurde dann in Bensheim mit dem „Bürgerforum Zukunft Innenstadt Bensheim“ der Schwerpunkt der Bürgernetzwerksarbeit auf die langfristige und nachhaltige Entwicklung der Stadt Bensheim gelegt.

Getreu dem Motto „Mitdenken – Mitreden – Mitgestalten“ wurden in 3 Bürgerforen mit jeweils bis zu 80 Teilnehmern Ideen und Anregungen für die Bensheimer Innenstadt gesammelt.

Im Anschluss an die Bürgerforen wurden die gesammelten Ideen in 4 Themen Bereiche zusammengefasst und in Arbeitskreisen (MARKE, MARKETING, EINKAUFEN, STADTGESTALTUNG) weiterbearbeitet. Nach einem halben Jahr. Im Sommer 2019 war man dann so weit und hat basierend auf den Ergebnissen der Arbeitskreise, 8 Projekte auf einer Prioritätenliste festgelegt, welche auch von der Stadt Bensheim in Ihre Planungen mitaufgenommen wurde.

Die Prioritätenliste des Bürgernetzwerk : 8 Themen zur Stadtentwicklung

Auf unserer Prioritätenliste finden Sie die 8 Themen welche uns seit mehr als 2 Jahren beschäftigen und unserer Meinung nach, zügig in Projekten für die Stadt Bensheim umgesetzt werden sollten. Die Prioritätenliste hat auch viel Zustimmung bei der Stadt Bensheim und den handelnden Gremien und Parteien gefunden.

Einige der Themen und Ideen sind nicht nur in Konzepten weiterentwickelt, sondern sogar in konkreten Projekten umgesetzt oder in Planung.

Bei Interesse an weiteren Informationen zur Prioritätenliste und den Projekten des Bürgernetzwerk Bensheim, stellen wir Ihnen gerne den STATUSBERICHT 2020  zum Herunterladen zur Verfügung.

Über die Arbeit des Bürgernertzwerk Bensheim berichten wir auch unseren Social Media Kanälen:

 

 

BENSHEIM DIGITAL – Ein Digitalisierungs-Konzept für die Stadt

BENSHEIM DIGITAL – Ein Digitalisierungs-Konzept für die Stadt

 

Digitalisierung, digitale Kanäle und digitale Medien sind tägliche Realität geworden und beeinflussen mehr und mehr, wie wir miteinander kommunizieren. Eine enge „digitale“ Bindung zu Bürgern und Gästen ist wettbewerbsentscheidend für eine Stadt. Anpassungsfähige digitale Geschäfts- und Kommunikations-Modelle müssen entwickelt werden, um die Zukunftsfähigkeit der Stadt und Ihrer ansässigen Wirtschaft zu stärken und langfristig zu sichern.

“Die Potentiale der Stadt entfalten sich erst im Rahmen eines funktionierenden digitalen Beziehungsgeflechts zwischen Stadt & Bürger, Wirtschaft & Kunde, Hersteller & Konsument, Tourismus & Gast. Dabei geht es um die sinnvolle Vernetzung des realen und virtuellen Stadtraumes, denn die “nicht-digitale” Kommunikation mit Zielgruppen wird weiterhin wichtig sein. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen brauchen Städte eine eigene Digitalstrategie und ein Stadtmarketing mit Digitalkompetenz”, Ottmar Meissner, Bürgernetzwerk Bensheim

Die Stadt Bensheim, ein Mittelzentrum an der Bergstraße in Hessen, will die vielfältigen Chancen, die sich aus der digitalen Transformation ergeben, für mehr Transparenz, Teilhabe und Mitgestaltung, für die Stärkung und Sicherung des Wohlstandes vor Ort und nicht zuletzt für eine nachhaltige und ressourcenschonende Stadtentwicklung in Bensheim und der Region nutzen. Sie beauftragte daher im Jahr 2020 die Erstellung eines Konzepts für eine digitale Plattform, welche integrativ, automatisiert, erweiterbar und nachhaltig die Anforderungen einer „Smart City Bensheim“ erfüllen kann.

 

Bensheim Digital – Eine Mission für die Zukunft der Stadt !!

Die zentrale Idee der Bensheim Digital Plattform ist es, die diversen Digitalisierungs-THEMEN und Initiativen in einer Stadt von Anfang an ZUSAMMEN zu DENKEN und gemeinsame Leitlinien für die Lösungsbausteine zu definieren. Damit soll sichergestellt werden, dass zukünftige digitale Lösungen für Marketing, Handel und Lieferdienste, Bürgerbeteiligung, Kommunikation mit Bürgern und Gästen, Mobilität, …. in einer Stadt wie Bensheim so zusammenarbeiten und aufeinander abgestimmt sind, das Synergieeffekte entstehen und damit die Idee der “Smart City Bensheim” langfristig Realität werden kann.

Angestoßen wurde das Thema vom Bürgernetzwerk Bensheim im Rahmen des 2018 gestarteten Bürgerforum Zukunft Stadt Bensheim. Gemeinsam mit Bürgern und Wirtschaftsvertretern der Stadt wurden in 3 Dialogforen, 24 Arbeitspakete definiert, welche in Arbeitsgruppen zu Gesamtkonzepten ausgearbeitet wurden. Die daraus entstandene Prioritätenliste für Bensheim hat 8 Schwerpunkte, zu denen auch das “Bensheim Digital Projekt” gehört.

Die Stadt Bensheim hat einige der Ideen aus dem Bürgerforum übernommen und möchte diese im Rahmen der städtischen Möglichkeiten in den nächsten Jahren umsetzen. Das vom Bürgernetzwerk vorgeschlagene “Bensheim Digital Projekt” ist eine davon.

Digitales Stadtmarketing & Smart City Plattform für Bensheim

Bereits in der Arbeitsgruppe “Bensheim Digital Projekt” des Bürgernetzwerk wurde in Gesprächen mit Interessensgruppe aus Stadt, Wirtschaft und Zivilgesellschaft herausgearbeitet, welche Anforderungen die Lösung “Digitales Stadtmarketing & SmartCity” für die Stadt Bensheim erfüllen sollte. Ergebnis:

  • Digitale Kommunikation mit Bürgern und Gästen der Stadt
  • Digitales Marketing für die Stadt, das ansässige Gewerbe und Vereine / Organisationen
  • Digitale Vertriebsunterstützung für Einzelhändler, Gastronomie, Veranstalter, Dienstleister
  • Digitale Dienste / Bürgerservices, welche den Alltag von Bürgern und Gästen erleichtern
  • Integration bestehender digitaler Angebote der Stadt. Synergieeffekte nutzen !!
  • Vernetzung des realen und des virtuellen Stadtraumes.
  • MEHRWERTE für alle beteiligten Akteure und Interessensgruppen: Bürger, Gäste, Handel, Gastronomie, Politik, Vereine, Institutionen, Wirtschaft und Tourismus

Basierend auf diesen Anforderungen und dem Feedback aus den Gesprächen mit Interessensgruppen aus Bensheim wurde vom beauftragten Dienstleister ein Digitalkonzept und die Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung des 1ten Lösungsbausteins „Digitales Stadtmarketing“ der Bensheim Digital Plattform erstellt.

Die Lösung “Digitales Stadtmarketing & SmartCity” soll nicht nur die genannten Anforderungen erfüllen, sondern legt größten Wert darauf, dass die digitalen Angebote in der Stadt eng vernetzt sindvieles automatisiert wird und damit Synergieeffekte entstehen. Die Bereitstellung und Aktualisierung eines zentralen Veranstaltungskalenders, eines zentralen Anbieterverzeichnisses und tägliche News aus Stadt und Region funktioniert NICHT ohne die Integration bestehender digitaler Angebote (Webseiten, Social Media, Apps, Dienste, Medien) und eine automatisierte Zusammenführung dieser Inhalte über definierte Schnittstellen auf einer digitalen Plattform der Stadt.

Aus „Konsumenten-Sicht“ soll es zwei mögliche Nutzungsszenarien geben:

  • Als Bürger der Stadt
  • Als Gast/Besucher der Stadt

Damit einhergehend soll es möglich sein, unterschiedlichen Inhalte und Dienste für diese Zielgruppen anbieten zu können.

Barrierefreier Zugang über Smartphone App, Webseite, Steele und digitale Außenwerbung

Die Stadtmarketing Webseite ist dabei die zentrale Schnittstelle, über welche die Nutzer der Plattform angesprochen werden und die Angebote bzw. Inhalte der Plattform konsumieren. Um jedoch vielfältige Zielgruppen zu erreichen, barrierefreien Zugang zu ermöglichen und auf unterschiedlichen Geräten (das Smartphone ist das meistgenutzte Interface bei Konsumenten) nutzbar zu machen, sollen die Angebote / Inhalte / Dienste auch in anderen Formaten (Smartphone App, Digitale Stele, unterschiedliche Bildschirmformate für digitale Außenwerbung,  ….) zur Verfügung gestellt werden.

Das Backend der Stadtmarketing Lösung ist über Schnittstellen mit anderen digitalen Angeboten, Lösungen, Diensten verbunden und sammelt automatisiert den „Content“ in einem zentralen Content Management System (CMS) bzw. Datenbank ein, um es dann Zielgruppen orientiert, nach persönlichen Vorlieben dem Nutzer zum Konsum bereitzustellen.

Das Ziel muss es sein, mit möglichst wenig Aufwand, den Nutzern täglich neue Inhalte, Angebote und Mehrwerte bieten zu können, um diese zur täglichen Nutzung der Lösung zu motivieren und damit Besuche in der Stadt und bei den ansässigen Wirtschaftsunternehmen (den Anbietern) zu generieren. Damit erhält man Reichweite und eröffnet neue Potentiale für die ansässige Wirtschaft, Vereine, Organisationen und die Stadt Bensheim selbst.

 

Neuen Zahlen der Haushalte von 2024 und 2025

Pressemitteilung 20.03.20

Bensheim. Selbstverständlich bewegten  in der aktuellen Situation die Menschen  grundlegendere Fragen als die Diskussion über das Verfahren zur Entwicklung des Bensheimer Marktplatzes. Dessen ungeachtet komme es gerade jetzt auf die richtigen Weichenstellungen an, um danach mit umso mehr Schwung und einem klaren Zielbild die Chancen zu nutzen, die sich auch unter zusätzlich erschwerten Bedingungen  für  das Bensheimer Zentrum bieten.

Mit dieser Erwartung an alle Beteiligten leitet das Bürgernetzwerk zur Zukunft der Innenstadt seine Reaktion auf die in dieser Zeitung veröffentlichten Presseerklärungen der „Bürger für Bensheim“ und der Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Marktplatzgestaltung ein.

Die beiden Stellungnahmen legten die Absurdität des für die Unterschriftensammlung eingegangenen „Zweckbündnisses auf Zeit“ offen.  Die Initiative  verbinde eben nicht  ein gemeinsames Ziel. Vielmehr handele es sich um den Versuch, mit einem Riesenspagat „auf Teufel komm raus“ möglichst viele Unterschriften für total entgegengesetzte Positionen zu sammeln. Während den Bürgern für Bensheim ein zweigeschossiger Neubau vorschwebe, lehne das Gros der Befürworter eines vermeintlich ergebnisoffenen Ideenwettbewerbs  ein Gebäude auf dem östlichen Marktplatz kategorisch ab. Eine solche „Allianz der Gegensätze“  könne nicht der Königsweg sein, sondern führe geradewegs in die Sackgasse.  „Nachher sind wir so schlau wie vorher und führen die gleichen Diskussionen noch einmal“, weiß Dr. Hans-Peter Meister aus jahrzehntelanger Erfahrung  in der professionellen Durchführung von Bürgerbeteiligungsprozessen.

„Zwischen den  Extrempunkten „Mehrgeschossigkeit und gar kein  Gebäude“ galt es die größte Schnittmenge zu finden“, erläutert Karl-Heinz Schlitt das von  ihm maßgeblich moderierte Dialogverfahren  zur Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit an einem Lösungsvorschlag, in dem sich die meisten Bensheimer wiederfinden können.

Einigkeit herrsche darin, dass der Marktplatz und die Fußgängerzone insgesamt belebende Impulse brauchen, um angesichts eines sich wandelnden Konsum- und Freizeitverhaltens als Begegnungs-, Erlebnis- und Einkaufsort attraktiv und konkurrenzfähig zu bleiben.

Dafür seien Angebote erforderlich, welche die Frequenz erhöhen – und zwar ganzjährig, jeden Tag, unabhängig vom Wetter und auch außerhalb der Geschäftszeiten. Um dies zu erreichen, müssen viele Aspekte zusammenspielen, verweist Architekt Sanjin Maracic auf den unter seiner Federführung entwickelten Masterplan, der 18 Mosaiksteine für ein ganzheitliches Nutzungs-  und Gestaltungskonzept für die Innenstadt zusammenfügt.

„Wir müssen weg vom Klein-Klein“, appelliert auch Harald Heußer.  Der in Bensheim lebende Architekt und Leiter des Heidelberger Hochbauamts kann auf vielfältige Erfahrungen bei der Auslobung städtebaulicher Wettbewerbe verweisen. Den im Dialog mit den Bürgern entwickelten Ansatz eines integrierten Realisierungs- und Ideenwettbewerbs mit einer klaren Nutzungsvorstellung hält Heußer für die einzig zielführende Vorgehensweise. Die verbindende Klammer, so das Bürgernetzwerk, ist die Bewahrung des „Schorschblicks“, wie er sich nach dem Abriss des Hauses am Markt präsentiert.  Diese breite Konsenslinie dürfe nicht – aus unterschiedlichsten Motiven – schlechtgeredet,  ohne eine breit mitgetragene Alternative verlassen und schon gar nicht für parteitaktische Erwägungen instrumentalisiert werden.

„Irgendwann müsste auch nach einem reinen Ideenwettbewerb eine Entscheidung getroffen werden. Und die kann nicht anders ausfallen als jetzt“, ist Heußer überzeugt:  „Die definierten Kriterien bieten größten Gestaltungsspielraum – weit über ein Haus am Markt 2.0 hinaus.“

In diesem Zusammenhang verweist das Bürgernetzwerk auf die Online-Umfrage, an der sich mehr als 500 Bensheimer im Alter von bis zu 30 Jahren beteiligt haben. Mehr als 90 Prozent lehnen eine mehrgeschossige Bebauung ab. Fast alle wollen sich am Blick auf die Kirche erfreuen. Eine Mehrheit plädiert für einen eingeschossigen Flachbau.

Den Vorwurf, beim Bürgerdialog sei eine „Nullbebauung“ unter den Tisch gekehrt worden,  weisen die Moderatoren zurück: Richtig sei, dass darüber im zweiten Dialogforum nicht mehr abgestimmt wurde. Aber nur deshalb, weil vorher eine überwiegende Mehrheit ein anderes Votum abgegeben habe: „Sonst hätten die guten Vorschläge dieser Gruppe zur Platzgestaltung nicht so stark Eingang in den Ideenteil gefunden.“

„Wir brauchen eine breite  Aufbruchstimmung und zügige Beschlüsse für die Innenstadt“, mahnt Thomas Mahr, geschäftsführender Gesellschafter der Winkler-Modegeschäfte in der oberen Fußgängerzone: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“ Und seine Kollegin Tatjana Steinbrenner vom Kaufhaus Ganz sorgt sich: “Die Innenstadt überlebt das nicht, wenn alles immer  wieder in Zweifel gezogen wird und nichts passiert.”

Harry Hegenbarth, der mit seinen Festivals und bei der Durchführung großer Events viel zur Belebung der Innenstadt beiträgt, bekennt freimütig, seine Meinung geändert zu haben: „Am Anfang war ich auch gegen eine Bebauung.  Die Mitwirkung im Bürgerdialog hat mich umdenken lassen.” Eddi Winkler, bis zu seinem Ruhestand Inhaber mehrerer Fachgeschäfte, bringt es so auf den Punkt: „Belebung zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter geht nicht ohne Dach über dem Kopf.”

Für Sanjin Maracic und seine Kolleginnen und Kollegen aus der Architektenrunde des Bürgernetzwerks steht außer Frage, dass dafür auch die vorhandenen Gebäude wertig genutzt werden müssen: „Aber nicht ‚anstatt‘, sondern zusätzlich.“ Zum Masterplan  gehörten unter anderem auch:  eine überzeugende Lösung für das Familienzentrum, die Aufwertung der Lauter, ein Beleuchtungskonzept, das seinen Namen verdient, die Sparkasse und andere Einrichtungen des täglichen Bedarfs wie ein Ärztehaus, die Entwicklung von Bürgerhaus, Parktheater und Hoffart-Gelände zu einem Kultur-, Bürger- und Kongresszentrum und schließlich die Durchschlagung des gordischen Knotens rund um das Neumarkt-Center. Nicht zu vergessen seien: ein professionelles Innenstadtmarketing, Ideen für die Beseitigung von Leerständen und weitere, abgestimmte Anstrengungen, um die Marke Bensheim mit Inhalten zu füllen, damit Anspruch und Wirklichkeit deckungsgleich sind, schreibt das Bürgernetzwerk abschließend.

 

Aktivitäten des Bürgernetzwerks Bergstraße wegen Corona-Krise vorerst eingestellt

Bensheim. Als einzig  angemessene  Reaktion auf die Corona-Krise verzichtet das Bürgernetzwerk Bensheim ab sofort auf sämtliche Aktivitäten, bei  denen Ansteckungsrisiken bestehen: Die für Mittwoch geplante Plenumsrunde zur Zukunft der Innenstadt wurde deshalb bereits am Freitag abgesagt. Der Neustart erfolgt zu einem jetzt noch nicht  absehbaren Zeitpunkt.
Beim Infozelt am Samstag in der Fußgängerzone wurde die personelle Präsenz auf ein Minimum reduziert. Die Erläuterung des Bürgerbeteiligungsverfahrens zur Vorbereitung eines städtebaulichen Realisierungs- und Ideenwettbewerbs für die Neugestaltung des Marktplatzes erfolgte vor allem über Großflächenplakate und Faltblätter, auf denen die definierten  Eckpunkte kompakt dokumentiert sind. Die Flyer liegen ab Mitte der Woche in vielen Geschäften zur Mitnahme und breit gestreuten Verteilung im persönlichen Umfeld aus.
Die Inhalte stehen auch auf der Homepage des Bürgernetzwerks: www.buergernetzwerk.de. Informationen gibt es zudem  auf der Facebook-Seite des Bürgernetzwerks und über  andere soziale Netzwerke.
Bei den bisherigen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft wurde deutlich, dass weniger das Ergebnis des Dialogforums kritisiert wird als vielmehr eine von einem nicht geringen Teil der Bevölkerung so wahrgenommene mangelnde Transparenz bei der Auslobung und Umsetzung des geplanten städtebaulichen Wettbewerbs. Das Bürgernetzwerk will seinen Beitrag dazu leisten, dass Vertrauensdefizite gegenüber der Verwaltung und den politischen Entscheidern  gegenstandslos werden. Das ergibt sich aus dem Selbstverständnis in puncto gesellschaftlicher und politischer Teilhabe.
Dies setzt allerdings voraus, dass Entscheidungsfindungsprozesse in der notwendigen  Komplexität durchgeführt und anschließend bewertet werden. Basis dafür sind offene Mitwirkungsangebote für  interessierte Bürgerinnen und Bürger.  Beim Dialogforum zum Marktplatz der Zukunft war dies über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten – und in den Veranstaltungen zur Innenstadt  insgesamt ist dies seit eineinhalb Jahren –  der Fall.
Bis zum Beweis des Gegenteils ist das Bürgernetzwerk davon überzeugt, dass der Anspruch zivilgesellschaftlicher Partizipation von allen Beteiligten eingelöst wird und die Ergebnisse unverfälscht in den weiteren Geschäftsgang einfließen.


Titelfoto: © stock.adobe.com-Peer
Stadtrundgänge

Stadtrundgänge

Ortsbegehung mit Schwerpunkt Ecken, Plätze und Brunnen

Stadtrundgang mit Augenmerk auf Plätze und ihrer Bedeutung fürs Gesamtbild

„Das sieht ärmlich aus“, sagt Harald Heußer. Der Wahl-Bensheimer kennt sich aus. Der Diplom-Ingenieur  und Architekt war 28 Jahre lang beim Hochbauamt der Stadt Frankfurt beschäftigt, zuletzt als Projektleiter für das neue Historische Museum am Römerberg. Im Januar rückt er an die Spitze des Heidelberger Hochbauamts.

Wenn Heußer zur oberen Fußgängerzone nur wenig schmeichelhafte Attribute einfallen, dann meint er vor allem das „furchtbare Betonpflaster: Das muss raus!“ So, wie sich dieser Bereich aktuell darstellt, fehle „jegliche Basis, um Investoren zu gewinnen: Der öffentliche  Raum wird stiefmütterlich behandelt“, beklagt Heußer.

Sein Kollege Sanjin Maracic sieht das genauso. Auch er ist Diplom-Ingenieur und Architekt, mit eigenem Büro in Bensheim, seiner Geburts- und Heimatstadt. Im Bürgerforum zur Zukunft der Innenstadt kümmert sich Maracic vor allem um die städtebaulichen Rahmenbedingungen für ein pulsierendes Zentrum. Bei einer Ortsbegehung lenkte er ein besonderes Augenmerk auf die kleinen und größeren Plätze. Als Fixpunkte für das immer wieder angemahnte städtebauliche Gesamtkonzept hat er – natürlich! – den Marktplatz und (auf den ersten Blick vielleicht überraschender) den Beauner Platz ausgemacht. Letzterer ist eigentlich gar kein Platz, sondern eine „Freifläche“, wie ein Teilnehmer des Rundgangs bemerkte. Für den Platzcharakter fehlen die baulichen Abgrenzungen.

In den Augen von Sanjin Maracic fängt der Bereich, den es zu betrachten gilt, am Hoffart-Gelände (von der B 3 bis zum Parktheater) an und hört am Rinnentor auf. Mittendrin steht das Neumarkt-Center „als Kern des Problems“. Bevor große Teile weiter leer stehen, soll die Stadt dort notfalls selbst als Mieter auftreten, lautete ein Vorschlag.

Einig ist man sich im Bürgernetzwerk: Es bietet sich die Riesenchance, die Innenstadt fit zu machen für die Zukunft. Dazu, mahnt Maracic, bedarf es wertiger Bauten und guter Nutzungskonzepte, „damit Menschen gerne hier verweilen“.

Die ersten Ideen im Einzelnen:

• Bahnhofsvorplatz, östlich der B 3: Die Sparkassen-Erweiterung bringt für Maracic per se eine deutliche Aufwertung – zumal der Komplex nicht an der Fassade aufhört. Die Pflanztöpfe in Terrakotta-Imitat-Optik auf dem Vorplatz sollen verschwinden. Besser wäre eine „Bepflanzung im Pflaster“ – und der eine oder andere schattenspendende Baum. „Wasser wäre auch schön“, gab eine Teilnehmerin am Rundgang zu Protokoll. Bei der umgebenden Bebauung ist ein abgestimmtes Farbkonzept für freundlichere Fassaden wünschenswert. „Es lässt sich mit wenig Aufwand viel für das Stadtbild erreichen“, wünscht sich Maracic eine offensive professionelle Beratung der privaten Immobilieneigentümer. Die Fußgänger-Unterführung zum Bahnhof schreit für ihn nach einer anderen Beleuchtung und aufgepeppten Wänden.

• Beauner Platz: „Wir müssen hier wieder Leben hinkriegen“, erinnert sich Maracic an frühere Zeiten. Auf keinen Fall dürfe der Platz „zugebaut“ werden. Ansatzpunkte sind stattdessen: Mikrogastronomie, mehr Grün, vielleicht ein Boule-Platz, weitere Ecken für sportliche Betätigung – zum Beispiel ein Basketballkorb, wie Harry Hegenbarth in einer Arbeitsgruppe anregte. Auf jeden Fall müsse Wasser sprudeln, ein „wichtiger Aspekt für Lebensqualität“, wie eine Teilnehmerin des Rundgangs, Ärztin von Beruf, findet.

Der Rummelplatz soll nicht geopfert, es soll ihm aber auch nicht „alles untergeordnet“ werden. Technisch sei es kein Problem, die verschiedenen Aspekte unter einen Hut zu bringen; man müsse es nur wollen.

Ohne eine sinnvolle Nutzung des Neumarkt-Centers bleiben aber die besten Ideen Stückwerk, war die einhellige Meinung. Favorisiert wird unter anderem ein Lebensmittelmarkt. Ins Gespräch gebracht wurde auch ein Indoor-Spielplatz, eventuell in Kombination mit dem Familienzentrum.

Ob das Neumarkt-Center aus seinem Dornröschenschlaf geküsst werden kann, hängt nicht zuletzt vom städtebaulichen Umfeld ab – von der B 3 bis zum Rinnentor. Hierfür wünscht sich das Bürgernetzwerk ein stimmiges Konzept und einen Zeithorizont für die einzelnen Schritte.

• Platz vor dem Parktheater: Auch hier plädiert Maracic dafür, die einzelnen Baustellen ganzheitlich zu betrachten. Seine Vision: Der Dalberger Hof für Hochzeiten, Feste und Bankette. Das Bürgerhaus als multifunktionales Kongresszentrum. Auf dem Hoffart-Gelände ein Hotel als zentrales Element für die gastronomische, gesellschaftliche und kulturelle Auslastung des Gesamt-Ensembles. Maracic spricht von einer Win-win-Situation mit symbiotischen Effekten – erst recht, wenn alle Objekte von einem Pächter vermarktet werden. „Ladengeschäfte funktionieren an der Bundesstraße nicht“, ist die Forumsrunde überzeugt.

• Obere Fußgängerzone: Der Nibelungenbrunnen sollte abgeräumt, die Fläche kreativ gestaltet werden – mit mehr Grün, möglicherweise Spielgeräten für die Kleinsten, einer ansprechenden Möblierung. An dieser Stelle könnte schnell und mit überschaubarem Kostenrahmen ein Signal gesetzt werden – ebenso auf der Nordseite des Kaufhauses Ganz entlang der Lauter. Die Begrenzungsmauer zum Bach sollte transparenter werden: zumindest an einigen Stellen Geländer statt Steinen und möglichst ein Zugang zum Wasser.

• Marktplatz: Er soll zum „Wohnzimmer von Bensheim“ aufgemöbelt werden. „Was wir mit dem Haus am Markt machen, hängt damit zusammen, was in und mit den drei Fachwerkhäusern an der Nordseite und dem ehemaligen Kaufhaus Krämer passiert“, warnt Maracic auch hier vor Schnellschüssen und nicht im Kontext gedachten Einzelmaßnahmen. Für die „Krämer“-Immobilie schwebt ihm im Erdgeschoss und im ersten OG ein Frischerestaurant à la L’Osteria oder Vapiano vor. In den oberen Geschossen sollten Stadtwohnungen entstehen.Im heruntergekommenen Fachwerk-Ensemble wünscht sich Maracic zur Hauptstraße hin eine Weinstube, im mittleren Gebäude die Tourist-Info und am oberen Ende ein Geschäft mit Produkten und Souvenirs aus der Region. Im Haus am Markt selbst dränge sich die geplante gastronomische Nutzung auf.

Ansonsten gilt, wie überall: Am Anfang steht immer ein ganzheitliches, flexibles Nutzungskonzept, ohne sich von einzelnen Mietern abhängig zu machen. An die Kommunalpolitik geht der Appell, lieber noch mal auf die Bremse zu treten, als vollendete Tatsachen zu schaffen, durch die bessere Lösungen erschwert bis unmöglich werden.

„Der Marktplatz ist für alle da.“ Und: „Es soll keine Zeit geben, wo die Innenstadt nicht belebt ist. Sie gehört uns allen“, fasste Sanjin Maracic nach dem zweistündigen Ideen- und Gedankenaustausch zusammen.